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Anlaufstelle im Saxtorfer Weg : Neue Parkinson-Selbsthilfegruppe tagt ab sofort im Familienzentrum

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

shz.de von
erstellt am 04.Sep.2013 | 06:15 Uhr

„Dies ist ein Angebot zur Unterstützung, niemand soll sich allein gelassen fühlen.“ „Parkinson ist eine chronische Erkrankung des Nervensystems, die langsam fortschreitet.“ „Die Bedeutung der Gruppe liegt nicht nur in der medizinischen Hilfe, sondern besonders in der Hilfestellung beim Umgang mit der Krankheit.“ „Es geht um die wirkungsvolle Linderung des Krankheitsverlaufes.“ Bürgermeister Jörg Sibbel, Bernd Carstens (Regionalleiter), der zurzeit die Eckernförder Gruppe kommissarisch betreut, Jürgen Kunze, Landesbeauftragter der Deutsche Parkinson Vereinigung und Pastor Rainer Kluß konnten rund 70 Menschen im Borbyer Familienzentrum begrüßen. Die Gründungsversammlung der neuen Parkinson-Regionalgruppe im Saxtorfer Weg 18 stieß auf große Resonanz. Bei Kaffee und Brötchen wurde die neue Gruppe eingeweiht und so manch einer wird sich gefreut haben, dass eine längere Anfahrt zu Treffen nach Kappeln, Kiel oder Schleswig ab sofort der Vergangenheit angehört. Mit der Eckernförder Selbsthilfegruppe in der Klönstuuv stieg die Zahl der selbst initiierten Anlaufstellen in Schleswig-Holstein auf 20.

Otto Voigt leidet seit 2006 unter Parkinson. „Mein Schriftbild hatte sich verändert: Der Anfangsbuchstabe war noch gut, der Rest verlief sich zu einem Strich.“ Leute aus dem Umfeld fragten seine Frau, ob er einen Schlaganfall gehabt hätte. „Meine Haltung sei so schief und die Handhaltung seltsam.“ Ein Besuch beim Neurologen brachte Klarheit. Schon am Gang des Patienten erkannte der sofort: „Parkinson.“ Ebenfalls gelitten hätten Geschmacks- und Geruchssinn sowie das Gehör. Mit den richtigen Medikamenten sei nun eigentlich alles in Ordnung, die Lebensumstände kaum verändert. Ihm würden außerdem Liegestütze, Rumpfbeugen, jede Art von körperlicher, auch schwerer Arbeit gegen Steifheit helfen, aber „da muss jeder seinen eigenen Stil finden.“ Regelmäßig stimme er sich mit seiner Neurologin ab, reduziere testweise die Pilleneinnahme und freue sich, wenn es auch mit weniger gehe. Zu erfahren, dass es Hilfe und Unterstützung gebe, sei schon wichtig. „Das was ich über Parkinson wusste, war bitterlich wenig.“ Als er sich bei einem Neurologen nicht gut betreut fühlte, wechselte er selbstbewusst den Arzt und ist nun sehr zufrieden. Seine 95-jährige Mutter hat ebenfalls Parkinson. Sie, die sehr viel jünger wirkt und mit glasklarem Geist in der Klönstuuv dabei ist, lebe damit und komme soweit gut klar. „Sie hadert nicht so damit wie ich, sie nimmt es so, wie es kommt, ist aber auch in Behandlung.“

Bernd Carstens, der in absehbarer Zeit sein kommissarisches Amt gerne einem Eckernförder übergeben würde, fasst zusammen, warum eine Selbsthilfegruppe immer Sinn macht: „Suchen und Finden von Gleichgesinnten, Einsamkeit in Gemeinsamkeit überwinden, Lebenssituation verbessern, Beziehungen aufbauen und vertiefen, Schwierigkeiten gemeinsam meistern, teilnehmen und verstehen, handeln in eigener Sache, Informationen geben, Lösungen entwickeln, Fördern und Fordern, Erkenntnisse weitergeben, gleichberechtigt miteinander umgehen, regelmäßige Treffen, unterstützen und beraten, positives Denken lernen, Persönlichkeit stärken, Erfahrungen austauschen – die Anfangsbuchstaben ergeben den Begriff Selbsthilfegruppe“.

>Die Parkinson-Selbsthilfegruppe trifft sich an jedem zweiten Montag im Monat in der Klönstuuv des Familienzentrums. Kontakt: Bernd Carstens, Regionalleiter Kappeln, Tel. 04644/970769.



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