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Eckernförder Zeitung

15. Dezember 2017 | 23:29 Uhr

Konzert : Neue Musik in klassischer Besetzung

vom

Eva Curth an der Harfe und Eva Zöllner mit ihrem Akkordeon spielten in der St.-Nicolai-Kirche.

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2013 | 07:41 Uhr

Eckernförde | Die renommierte Musikreihe "Neue Musik" in Eckernförde wird meist von dem "Ensemble Reflexion K" gespielt. Außer den Gründern, Beatrix Wagner (Flöten) und Gerald Eckert (musikalische Leitung, Komposition, Cello), umfasst diese flexible Formation sehr viele unterschiedliche Musiker. Zwischen Duo und Kammerorchester ist jede Stärke und jedes Instrument denkbar. Aber es gibt eine Stammbesetzung die bei fast jedem Konzert dabei ist. Neben den bereits genannten sind das Eva Curth an der Harfe und Eva Zöllner mit ihrem Akkordeon. In dieser "klassischen Besetzung", also als "Quartett Reflexion K" fand das Konzert "Nachhören 1 / Fäden" vor kurzem in der St.-Nicolai-Kirche statt.

Gleich drei weißrussische Komponisten lieferten eine Uraufführung ab, alle beschäftigen sich mit zwischenmenschlichen Beziehungen. "Tristia" (übersetzt: traurige Briefe), ganz aktuell 2013 entstanden von Valery Voronov (Berlin), beschäftigt sich mit Landschaften aus dem Blick einer Exilsituation. Der Komponist war bei der Uraufführung anwesend. Von Galina Gorelova (Minsk) stammt das Stück "Landschaft ohne mich" das sich programmatisch mit dem ländlichen Raum und seiner Natur auseinandersetzt (2013). Nina Siniakovas (New York) Werk "wordless games" ist ebenfalls dieses Jahr vollendet worden. Es beschäftigt sich mit wortlosen Spielen zwischen den Geschlechtern. Einen klanglichen Kontrast zu den osteuropäischen Komponistinnen boten die Werke zweier Südamerikaner: Osvaldo Budon und Jorge Horst.

Als Abschluss des Abends und auch klanglich zusammenfassend wurde dann das Werk "Fäden" (2010) von Gerald Eckert gespielt. Die zwanzigminütige Komposition, die sich mit der scheinbaren Dualität von Innen und Außen beschäftigt, ist teilweise auch von den Bildern Emil Noldes inspiriert. Eckert gelang es meisterlich, die Dreidimensionalität von Räumen musikalisch umzusetzen. Eine feine Bewegung wurde erlebbar, die dem Raum die feste Kontur entzog.

Die umfassende Professionalität und das Vermögen, sich intensiv auch mit schwierigen Stücken auseinanderzusetzen zeichnet das eingespielte Quartett aus. Immer gelingt es den Musikern, eine Beziehung zwischen der Musik und dem Publikum herzustellen und so das Konzert als Erlebnis zu vermitteln.

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