Kinderbetreuung : Neue Kita-Gruppe: Holzdorf sagt Nein

An der evangelischen Kita in Damp wird ein Anbau geplant, um unter anderem eine neue fünfte Gruppe als Krippengruppe einzurichten.
An der evangelischen Kita in Damp wird ein Anbau geplant, um unter anderem eine neue fünfte Gruppe als Krippengruppe einzurichten.

Die Holzdorfer Gemeindevertreter votieren mit knapper Mehrheit gegen die Einrichtung einer neuen fünften (Krippen)-Gruppe für Kita Damp. Ein Infoabend für die Gemeindevertretungen zur Information wird angedacht.

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28. Juni 2014, 06:00 Uhr

Holzdorf | Eine fünfte Kindergartengruppe im evangelischen Kindergarten in Vogelsang-Grünholz sollte es nach dem jüngsten Beschluss der Holzdorfer Gemeindevertreter nicht geben. Zumindest lehnten es bei Stimmengleichheit die Gemeindevertreter ab, den Bürgermeister im Verbund mit einem kleinen Gremium zu ermächtigen, eine entsprechende Vertragsänderung mit dem Träger der Einrichtung, der Kirchengemeinde Sieseby, nach Vorlage aktueller Zahlen vorzunehmen.

Man könne die Kosten nicht überblicken, die vorgelegten seien nicht aktuell hieß es. So kämen nach der Vorlage der Verwaltung rund 15 800 Euro zusätzlich auf Holzdorf zu, aber erst ab dem Zeitpunkt (2016), wenn auch die Elternbeiträge auf das vom Kreis geforderte Niveau von 30 Prozent der Personalkosten gestiegen seien, erläuterte Bürgermeister Dirk Radeck. Er hatte vorgeschlagen, die aktuellen Zahlen, die ab dem kommenden Kindergartenjahr für Holzdorf anfallen, neu berechnen zu lassen, bevor man der fünften Gruppe zustimme. Denn an einer weiteren Gruppe, in der vor allem U3 Kinder untergebracht werden würden (Anmeldungen auch aus Holzdorf liegen bereits vor), gehe kaum ein Weg vorbei. Der Gesetzgeber habe mit Wirkung 1. August 2013 ein Anrecht der Eltern auf U3-Betreuung eingeräumt, das müsse die Gemeinde erfüllen. Wenn nicht, so Radeck, müssten Eltern auf Einrichtungen außerhalb zurückgreifen, wenn dort Platz sei. Die Kosten müsste die Gemeinde aber auch zahlen und die seien bei Kindern unter drei Jahren fast dreimal so hoch, wie wenn die Kinder im eigenen Kindergarten betreut würden. Holzdorf ist mit Thumby und Damp Betreiber der Einrichtung in Vogelsang und habe einen Vertrag mit der Kirchengemeinde Sieseby als Träger, erläuterte Christoph Stöcks von der Amtsverwaltung.

Um den Bedarf vor allem nach U3-Betreuung abzudecken, erweitert die Gemeinde Damp als Besitzer der Immobilie den vorhandenen Bau (wir berichteten). Die Kosten (geschätzt 425 000 Euro) abzüglich möglicher Zuschüsse trägt Damp, und plant, die Kosten über 35 Jahre als zusätzliche Miete vom Träger zu erheben. Der Träger wiederum legt die Miete und die Personalkosten entsprechend des Betriebs der weiteren Gruppen um.

Es fehlten Angaben zum pädagogischen Konzept, man habe Sorgen, dass der Bau viel zu groß und zu teuer ausfalle, dass die zusätzlichen Räume in wenigen Jahren nicht mehr benötigt werden und Eltern eine Wahlfreiheit hätten – viele Fragen wurden diskutiert. Wiederholt betonten Radeck und Sönke Röhe, dass es lediglich um die Vertragsergänzung zur Einrichtung einer fünften Krippengruppe gehe, damit dort auch Holzdorfer Familien Kinder unterbringen könnten.

Nach Rücksprache mit dem Amt Schlei-Ostsee und der Kirchengemeinde werde nun versucht, einen Infoabend für Gemeindevertreter und Kirche anzubieten, um die Sachlage zu erörtern, sagte Radeck gestern auf Nachfrage der EZ. Dann werde man vermutlich das Thema erneut auf die Tagesordnung setzten. Bliebe es so, so Radeck, sei Holzdorf nicht an der neuen Krippengruppe beteiligt. Sei die Gruppe voll oder gäbe es Eltern aus Thumby oder Damp (vorbehaltlich deren Gemeindevertreterbeschlüsse), die Bedarf anmeldeten, dann könnten Eltern aus Holzdorf keinen Platz dort finden. Grundsätzlich könnten auch Eltern aus Holzdorf ihre Kinder dort anmelden, die Gemeinde müsste dann aber den höheren Satz zahlen, wie er für auswärtige Kinder gezahlt werden müsse, so Radeck.

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