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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 02:48 Uhr

Neue Kanalquerung jetzt planen

vom

Einstimmige Resolution des Regionalentwicklungsausschusses an die Verkehrsminister in Kiel und Berlin

shz.de von
erstellt am 08.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Rendsburg | Die Spitze des Wasser- und Schifffahrtsamtes Kiel stand vor dem Kanaltunnel im Stau, Klaus Langer, der stellvertretende Vorsitzende, kam zu spät zur Premiere des Regionalentwicklungsausschusses, weil er noch im Büdelsdorfer Feierabendverkehr festsaß. Die Chance dem Verkehrschaos in der Region zu entkommen, seitdem die Rader Hochbrücke und der Rendsburger Kanaltunnel parallel saniert werden müssen, mussten die Teilnehmer der hochkarätig besetzten Veranstaltung im Sitzungssaal des Kreishauses selbst erleben.

Der Ausschussvorsitzende Tim Albrecht begrüßte neben Staatssekretär Frank Nägele aus dem Wirtschaftsministerium auch Torsten Conradt, Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr, und den Rendsburger Behördenleiter Matthias Paraknewitz, sowie Karsten Thode vom Wasser- und Schifffahrtsamt. Etliche Kreispolitiker und Vertreter der betroffenen Städte und Gemeinden nahmen teil, um ihrem Ärger über die verfahrene Situation Luft zu machen.

Erschüttert zeigte sich der Eckernförder Kreistagsabgeordnete Jörg Hollmann, als nach der fast zweistündigen Diskussion mit den Experten deutlich wurde, dass in naher Zukunft keine Erleichterung zu erwarten sei. Denn auch die zeitweise Aussetzung der Kanaltunnel-Baustelle ließ sich, wie berichtet, nicht als wirklich sinnvolle Lösung anbieten. Die Fahrzeuge, die wegen der Autobahnbrückensanierung auf die Bundesstraße 76 auswichen, stauten sich regelmäßig von Eckernförde bis Gettorf-Mitte, berichtete Hollmann. Der Super-Gau sei am Sonntagabend eingetreten, als der störanfällige Bahnübergang Domstag geschlossen war. Die gegenwärtige Situation habe verheerende Auswirkungen auf Mittelstand und Tourismus. "Die Belastungsgrenze für Eckernförde ist deutlich überschritten", erklärte Bürgermeister Jörg Sibbel.

Der neu gegründete Ausschuss beschloss einstimmig eine von allen Parteien des Kreistags vorbereitete Resolution an die Verkehrsministerien in Berlin und Kiel. Darin wird unter anderem gefordert:

Planungen für eine Kanalquerung jetzt beginnen:

Die derzeitige Situation zeige deutlich die Anfälligkeit der Kanalquerungen im Rendsburger Raum. Die Störungen hätten massive Auswirkungen für die Menschen und Unternehmen im Wirtschaftsraum und für ganz Schleswig-Holstein. Deshalb sollte sofort die Planung für eine Ersatzquerung - möglichst für Straßen- und Schienenverkehr - aufgenommen werden.

Verkehrsführung auf den Umleitungsstrecken den Gegebenheiten anpassen:

Die Information über die Lkw-Ausweichstrecken sollten intensiviert werden. Insbesondere fordert der Ausschuss, dass die Verkehrswege in den betroffenen Gemeinden und Städten dahingehend überprüft werden, ob der Hauptverkehr sich an Straßen, Abzweigungen und Kreuzungen geändert hat. An diesen Punkten sind z.B. Ampelschaltungen zu ändern oder auch zusätzliche Abbiegespuren einzurichten.

Die notdürftige Öffnung der Oströhre prüfen:

"Die Öffnung der östlichen Röhre des Kanaltunnels könnte zu einer Entlastung führen, wenn sie rasch zu realisieren wäre. Daher wird die WSV aufgefordert, die Realisierbarkeit unverzüglich zu prüfen. Die Kostenfrage darf dabei lediglich eine untergeordnete Rolle spielen. Gleichzeitig ist sicherzustellen, dass die provisorische Lösung nicht zu einer unzumutbaren Verlängerung der Tunnelsanierung insgesamt führt."

Kommunikation:

"Die direkte und rasche Kommunikation von WSV und Landesverkehrsministerium mit allen Beteiligten (Unternehmen, Wirtschaft, Kreisen und betroffenen Gemeinden) ist unabdingbar, um schnell reagieren zu können und gemeinsam die Belastungen zumindest zu begrenzen."

Notfallplan für alle wichtigen Verkehrswege:

"Die Rader Hochbrücke ist seit den Baustellen 2011/12 dafür bekannt, dass auf Grund des zunehmenden Verkehrsaufkommens immer wieder überraschend nennenswerte Schäden auftreten." Daher fordert der Regionalentwicklungsausschuss das Kieler Verkehrsministerium auf, einen für alle wichtigen Verkehrsachsen des Landes geltenden Notfallplan vorzuhalten.

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