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ARD-Sendung „Wo bist Du?“ : Neue Hoffnung für Mutter des vermissten Florian

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In der ARD-Sendung „Wo bist Du?“ meldeten sich viele Anrufer, die den seit vier Jahren vermissten Kieler in Berlin gesehen haben wollen.

Kiel | Im Fall des vermissten Kielers Florian Krüger gibt es neue Hoffnung. Aufgewühlt kehrte Marion Krüger gestern gemeinsam mit Kripo-Kommissar Udo Koslowski von der ARD-Sendung „Wo bist Du?“ von Hamburg nach Kiel zurück. 3,4 Millionen Zuschauer haben die Aktion vor dem Fernseher verfolgt. Wichtigste Botschaft für die Mutter, die seit vier Jahren nach ihrem verschwundenen Sohn sucht: Noch während der Sendung meldeten sich ungefähr 30 Anrufer, die Florian – er wäre heute 25 Jahre alt – in Berlin gesehen haben wollen.

Hinweise zum Aufenthaltsort von Florian Krüger nimmt die Polizei entgegen.

Er soll sich in der Schwulen-Szene der Hauptstadt bewegen, hieß es. Seine Homosexualität, von der die Mutter und der ein Jahr ältere Bruder Patrick wussten, soll Ende November 2011 der Grund für sein Verschwinden gewesen sein. Florian hatte einen heftigen Streit mit seinem Freund hinter sich. Er parkte sein Auto mit laufendem Motor auf der Holtenauer Hochbrücke und hinterließ auf seinem Handy eine letzte SMS: „Kevin hat Schluss gemacht. Für mich hat das Leben keinen Sinn mehr.“

Die Polizei ging damals von einem Selbstmord aus und stellte schon nach wenigen Tagen die Ermittlungen ein. Doch Florian Krüger könnte sein Verschwinden auch inszeniert haben. Dafür spricht etwa die Aussage eines Zeugen, der bei der ARD am Montagabend vor die Kamera trat und den Kieler wenige Wochen nach dem Verschwinden in Duisburg gesehen haben will. Und die neuen Anrufe am Studio-Telefon der ARD weisen in eine ähnliche Richtung. „Es verdichten sich die Hinweise auf einen Aufenthaltsort in Berlin“, erklärte Koslowski nach vorsichtiger Auswertung der Sendung: „Wir werden den Anrufen jetzt nachgehen.“

Marion Krüger fühlte sich in der Sendung „Wo bist Du?“ gut aufgehoben. Sie lobte auch den Moderator für sein Einfühlungsvermögen: „Kai Pflaume hat schon vorher mit jedem gesprochen, er kannte jeden Fall.“ Der Aufwand für die Pilotsendung war bei der ARD gewaltig. Nicht nur, weil Pflaume bei den Recherchen zu den einzelnen Such-Fällen durch die halbe Weltgeschichte jettete – jedes Team bekam auch einen eigenen Betreuer. Allein in Kiel ging vor der Sendung ein ganzer Tag mit Außenaufnahmen drauf.

Wie Marion Krüger gegenüber dem sh:z sagte, rechnete sie nicht damit, dass sich ihr Sohn – sollte er tatsächlich noch leben – selber melden würde. Mit Tränen in den Augen wandte sie sich aber in der Sendung direkt an ihren „Flo“: „Niemand will Dich bedrängen oder zurück nach Kiel holen. Wir wollen nur wissen, wie es Dir geht.“

 

Florian Krüger
Florian Krüger
Florian Krüger war 2011 – zum Zeitpunkt seines Verschwindens – 21 Jahre alt. Er ist etwa 1,75 Meter groß und hat dunkelblonde Haare. Er hat eine Brandnarbe im Nacken, kleine Narben unter dem Auge und am Kinn sowie eine große Lücke zwischen den Schneidezähnen.

 

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erstellt am 23.Dez.2015 | 10:24 Uhr

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