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Eckernförder Zeitung

25. November 2017 | 05:11 Uhr

Einweihung : Neue Gräber unterm Apfelbaum

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Am Reformationstag wurde die neue Apfelbäumchen-Grabanlage an der Marienkirche eingeweiht / Finanziert durch Spenden und Ehrenamt

von
erstellt am 01.Nov.2017 | 06:59 Uhr

Waabs | Die Bestattungskultur hat sich geändert. Die Kirchengemeinde Waabs hat reagiert und gestern eine neue Baumgrabanlage auf dem Friedhof eingeweiht. Mit einer Prozession führte Pastorin Peggy Kersten die Kirchengemeinde nach dem Gottesdienst zu der Apfelbäumchen-Urnengrabanlage. Als Zeichen der Hoffnung wurden knallrote Äpfel in den Apfelbaum gehängt. „Damit verbinden wir die Hoffnung, dass der Baum Früchte tragen wird und dass der Friedhof und auch die Kirche erhalten bleiben können“, sagte Kersten Anfang der Woche.

Mit Hilfe zahlreicher Hände wurden Montag der Friedhof und vor allem die neue Anlage für 88 Urnen hergerichtet. Mit Harken und Rechen wurden die Beete und Kieswege gereinigt, Unkraut entfernt und Laub geharkt. „Wir sind sehr froh über die neue Anlage“, sagte die Pastorin, die das Engagement der Kirchengemeinde durch die bereits erfolgten Beisetzungen und Reservierungen in der Anlage positiv bestätigt sieht. „Mit der Anlage macht die Kirchengemeinde ein attraktives Angebot für pflegeleichte Gräber im Ort“, sagte Kersten. Nur so sei es vermutlich auf Dauer möglich, den Friedhof und auch die Kirche als kulturellen Ort zu erhalten. Aus ihrer Erfahrung weiß die Pastorin, dass ein Friedhof immer auch eine seelsorgerische Aufgabe hat. Auf einem Friedhof können Trauernde zu jeder Jahreszeit Ruhe finden, um auch an einem pflegeleichten Grab Abschied zu nehmen.

Die Idee für die Anlage, die erst Anfang Oktober mit der Installation von vier Metallplatten mit dem Martin-Luther-Spruch „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“ fertig gestellt wurde, geht auf den Kunstschmied Heiner Marten und Peggy Kersten zurück. Vor über zwei Jahren entwickelte Marten, der im Vorjahr verstarb, die Idee. Dabei ist Pastorin Kersten glücklich über die Form der Anlage. So wählte Marten die Form eines Ansgar-Kreuzes, das an den „Missionar des Nordens“ erinnert. „Die Anlage stellt so einen christlichen Bezug dar, ist aber auch für alle anderen Bürger offen“, sagte sie.

Errichtet wurde die Anlage durch viele Helfer. Über 20 Bürger, Kirchengemeinderatsmitglieder und Mitglieder der Waabser Männergruppe, deren zehnjähriges Bestehen ebenfalls gestern im Gottesdienst gewürdigt wurde, waren beteiligt. Die Arbeiten begannen im Frühsommer 2016. Nach dem Tod von Heiner Marten wurde die Uridee beibehalten, allerdings musste etwas umgeplant werden, wie Kersten berichtete. So schloss der Schmied Uwe Schmidt die Metallarbeiten ab. Den Apfelbaum stifteten der Kirchengemeinde Karin und Meinolf Hammerschmidt aus Sörup vom Obstmuseum Pomarium.

Insgesamt konnte die Kirchengemeinde 6700 Euro an Spenden für ihr Projekt verbuchen, darunter mehrere Großspenden. Bislang wurden 5100 Euro ausgegeben. Unter anderem für Eisenbleche (Spruch und Einfassung), einheitliche Granit-Grabsteine und eine Bepflanzung mit dem Bodendecker „Blue Foot“. „Wir danken allen für ihre Unterstützung und Hilfe“, sagte Kersten.

Auf Hilfe ist die Kirchengemeinde am 18. November von 10 bis 13 Uhr angewiesen. Dann wird zum Friedhofs-Aktionstag eingeladen.

Infos zu den neuen Urnengräbern und einem besonderen Angebot zur Reservierung von Plätzen unter Tel. 04352/23 82.

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