A7 bei Rendsburg : Neue Gnadenfrist für Rader Hochbrücke

Staufalle: Seit Monaten kommt es wegen der Brückensanierung zu Staus.
Die Brücke bei Rendsburg soll doch länger halten als bislang gedacht.

Die Querung bleibt eventuell über 2026 hinaus in Betrieb, weil sich die Neubaupläne verzögern.

shz.de von
24. Februar 2018, 05:57 Uhr

Die Rader Hochbrücke könnte möglicherweise länger genutzt werden als bisher angenommen. Dies wurde in Rendsburg auf der Amtsköste der Kreishandwerkerschaft bekannt. Landrat Rolf-Oliver Schwemer berichtete, dass die errechnete Restlebensdauer der Brücke bis Ende 2026 nur „eine rein technische Größe“ sei. Mit dieser Aussage zitierte er Landesverkehrsminister Bernd Buchholz.

Die von Statikern ermittelte Restlebensdauer galt bisher im Zeitplan für den Bau der neuen Rader Hochbrücke als unveränderbarer Faktor. Alle Termine und Fristen fußten darauf, dass die bestehende Kanalquerung nur noch bis zum Ablauf des Jahres 2026 genutzt werden kann. Bis dahin, so die bisherige Annahme, muss die neue Brücke zumindest halbseitig fertig sein, wenn man den Kanal nicht zum unüberwindbaren Hindernis für den Verkehr auf der A7 machen will. Auf diese Rahmenbedingungen hatte sich die bundeseigene Gesellschaft Deges als Verantwortliche für den Bau der Brücke eingestellt.

Doch seit dem 11. September 2017 sind alle bisher entwickelten Pläne hinfällig: Das Bundesverkehrsministerium gab bekannt, dass die neue Kanalquerung kein vierspuriger Ersatzbau, sondern wegen des weiter steigenden Verkehrsaufkommens ein sechsspuriger Neubau wird. Das bedeutet: Die Brücke und die Rampen auf beiden Seiten des Kanals müssen neu geplant werden. Zudem sind beim Lärmschutz die modernsten Kriterien anzulegen. Ein vierspuriger Ersatzbau hingegen hätte nur den Status Quo sichern müssen.

Während Wirtschaft und Politik die Entscheidung für sechs Spuren begrüßen, blicken sie mit Sorge auf die zeitlichen Abläufe. Denn die Entscheidung für eine größere Kanalbrücke warf die Planung der Deges um sechs Monate zurück. Damit gilt die Reserve im eng getakteten Zeitplan als so gut wie aufgebraucht. Landrat Schwemer wollte Gewissheit: „Ich habe dem Ministerium die kritische Frage gestellt, ob denn noch genügend Reserven für weitere Verzögerungen vorhanden sind.“ Daraufhin kam es in Kiel zu einem Gespräch des Landrats mit Minister Buchholz und seinem Staatssekretär Thilo Rohlfs. Schwemer gewann dabei nach eigener Aussage den Eindruck, dass Minister und Staatssekretär alles dafür tun wollen, damit die neue Brücke rechtzeitig zur Verfügung steht. Sollte es jedoch erforderlich werden, müsse die bestehende Brücke über das Jahr 2026 hinaus genutzt werden.

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