Neujahrsempfang der Eckernförder Bank : Neue Führungsspitze, langes Zinstief und stabile Entwicklung

Das Führungstrio der Eckernförder Bank: Frank Nissen, Wilhelm Altermann-Schoer und Sönke Saß (v. l.). Fotos: kühl
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Das Führungstrio der Eckernförder Bank: Frank Nissen, Wilhelm Altermann-Schoer und Sönke Saß (v. l.). Fotos: kühl

Der 40. Neujahrsempfang der Eckernförder Bank am Dienstagabend war auch der am besten besuchte. Die Gruppe „Zweistimmig und Freunde“ stimmte die Gäste auf die vielen Zahlen ein. Die Bank steht trotz Zinstief gut da.

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14. Januar 2015, 06:38 Uhr

Eckernförde | Großes Interesse an der neuen Führungscrew, der persönliche Austausch und wohl auch der eine oder andere gute Tipp für die Anlagestrategie in Zeiten von Niedrigzinsen und Euro-Krise sorgten gestern Abend beim 40. Neujahrsempfang der Eckernförder Bank für einen Rekordbesuch. Rund 200 Gäste wollten neben Vorstand Wilhelm Altermann-Schoer auch die beiden neuen Vorstandsmitglieder, Sönke Saß und Frank Nissen, kennenlernen. Nachdem Vorstand Thomas Petersen vor kurzem in den Ruhestand gewechselt ist, wird ihm zum 31. Januar 2016 auch sein langjähriger Kollege Wilhelm Altermann-Schoer (62) folgen. Mit Sönke Saß (53) und Frank Nissen hat das letzte selbstständige Kreditinstitut in Eckernförde, das im Jahresschnitt eine Million Euro an Gewerbe- und Körperschaftssteuer in der Stadt lässt, den Generationswechsel eingeleitet.

Aufsichtsratsvorsitzender Martin Borchert begrüßte unter den Gästen auch Bürgermeister Jörg Sibbel, der einen Überblick über die dynamische, aktuelle Stadtentwicklung gab (siehe auch nebenstehender Bericht). Die neuen Vorstände zeigten sich mit dem Geschäftsjahr 2014 zufrieden, die geplanten Ziele seien erreicht worden. Die Einlagen seien von 234 auf 240 Millionen Euro ebenso gestiegen wie die Kredite von 245 auf 258 Millionen Euro. Saß und Nissen werteten dies als Vertrauensbeweis der Kunden gegenüber einer solide wirtschaftenden Genossenschaftsbank. Das Eigenkapital soll weiter gestärkt werden, um auch künftig alle abgesicherten Kreditwünsche erfüllen zu können. Auch für 2015 sind sie „vorsichtig optimistisch“, die nach Meinung von Finanzexperten möglicherweise noch bis 2020 anhaltende Niedrigzinsphase durch eine noch höhere Produktivität kompensieren und mit einem guten Ergebnis abschließen zu können. Die anhaltend niedrigen Zinsen und die immer umfangreichere „Regulatorik“ der Bankenaufsicht bereiten den Bänkern allerdings erhebliche Sorgen und beeinträchtigen die ansonsten gute Entwicklung. „Wir ächzen“, sagte Sönke Saß. „Eine ungesunde Entwicklung“. Mit Verwunderung stellte er weiter fest, dass nach einer Erhebung des Forschungsinstituts Forsa 69 Prozent der Deutschen trotz der Niedrigzinsen keinen Anlass sehen, ihre Geldanlagen zu überprüfen. „Andersrum: Nur 31 Prozent sind bereit, zumindest einen Teil ihrer Ersparnisse in chancenreichere Anlagen zu investieren.“ Die Bankkunden, die das Gespräch mit den Anlageberatern gesucht haben, hätten schon 2014 kurzfristig Erfolg gehabt, betonte der Vorstand und gab den Kunden damit ein Signal, im eigenen finanziellen Interesse diesen wenigen Beispielen zu folgen. Im Anlagebereich versprechen internationale Aktien, Fonds und Immobilien bei überschaubarem Risiko durchaus höhere Renditen als Sparkonten und Tagesgeld.

Das nach wie vor florierende Kreditgeschäft stützt sich im Wesentlichen auf die drei Standbeine mittelständisches Gewerbe, Landwirtschaft und Wohnungsbau. Und in diesen Bereichen steckt weiterhin Potenzial. Das liegt an der nach wie vor sehr angesagten Region Eckernförde und Dänischer Wohld, in denen die Bank auch mit ihren beiden Kompetenzzentren vertreten ist. Die Achse Eckernförde - Gettorf - Kiel verspricht weiterhin gute Geschäfte für die Eckernförder Bank, bei denen „die Kredite 80 Prozent der Bilanzsumme ausmachen“, unterstrich Frank Nissen. Die Landwirtschaft profitiere vom starken Preisanstieg bei Acker- und Weideland und die Immobilienverkäufer vom anhaltenden Boom in der Region. Häuser und Wohnungen „verkaufen sich in Eckernförde wie geschnitten Brot“, gab Sönke Saß zu verstehen. „Es gibt einen ganz klaren Trend nach Eckernförde“.

Frank Nissen gab die Sicherung der Selbstständigkeit als „Ziel der nächsten Jahre“ aus. Er dachte dabei wohl auch schon an 2024: Dann feiert die Eckernförder Bank ihr 150-jähriges Bestehen, und zwar möglichst als eigenständiges Kreditinstitut.

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