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Pfadfinder-Bundeslager : Neue Freunde und viele Eindrücke

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Pfadfinder vom Stamm St. Jürgen treffen im Bundeslager auf Partnergruppe aus Israel. Gegenbesuch ist schon in der Planung.

shz.de von
erstellt am 17.Aug.2017 | 13:22 Uhr

31 Pfadfinder vom Stamm St. Jürgen aus Gettorf und Schinkel sind zurück vom großen Bundeslager des Bundes der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP), das alle vier Jahre stattfindet, dieses Mal in Großzerlang an der Mecklenburgischen Seenplatte. Die 14- bis 23-jährigen Pfadfinder trafen im Bundeslager fast 5000 Pfadfinder aus ganz Deutschland und aus etwa 30 anderen Ländern der Welt. Die letzten rund 40 Kilometer von Wittstock/Dosse nach Großzerlang legten sie samt Gepäck an vier Tagen zu Fuß zurück – inklusive Zelte, die dann jeweils abends irgendwo in der Wildnis aufgebaut wurden. Es lief alles nach Plan. Nur ein paar kleine Regenschauer unterwegs, aber darauf sind echte Pfadfinder eingestellt.

So kam die Gruppe pünktlich auf dem großen Lagerplatz am Kleinen Pälitzsee an. Der Platz, der dem Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder gehört, war für elf Tage das Domizil des Bundeslagers unter den Motto „Estonteco“. Dieses Wort gehört zu einer Kunstsprache und heißt: „Lebe den Kontinent“. In vielen kleinen und größeren Veranstaltungen ging es nicht zuletzt darum, andere Kulturen kennenzulernen.

Viel Zeit verbrachten die Gettorfer und Schinkeler Pfadfinder mit einer israelischen Partnergruppe, die sie erst auf dem Bundeslager kennengelernt hatten. „Wie würde das wohl funktionieren“, hatten sie sich vorher gefragt, angesichts der belasteten Geschichte. Zu einem Vorbereitungstreffen hatten sie vor dem Bundeslager Pastor Dirk Schulz eingeladen. Er hatte die jungen Leute ermutigt, unbefangen auf ihre gleichaltrigen Gesprächspartner zuzugehen. Tatsächlich war es dann so – der Umgang mit den jungen Israelis war unkompliziert. „Sie waren sehr offen, herzlich und interessiert“, so Patrick Hoffmann (18), der die Fahrt zum Bundeslager und die Begegnung mit den jungen Israelis organisiert hatte. Die israelischen Pfadfinder kamen aus Ramat Gan bei Tel Aviv. Auf dem Platz wurde gemeinsam koscher gekocht – zumindest ein bisschen: Die Gäste gehören zum Reformjudentum. Wären sie streng religiös gewesen, hätte es nicht gereicht, unterschiedliches Kochgeschirr für Fleisch- und Milchprodukte zu verwenden.

Ein mehrtägiger Trip nach Berlin stand ebenfalls auf dem Programm. Gemeinsam besuchten die Jugendlichen das Holocaust-Mahnmal und die dazu gehörende Dokumentationsstätte, die Gedenkstätte Deutscher Widerstand, das Jüdische Museum, den Bundestag und die East Side Gallery. Abgesehen vom politischen Bildungsprogramm ist Berlin für junge Israelis schlechthin die angesagte Metropole, in der man gewesen sein muss. Neben vielen Gemeinsamkeiten bei der Pfadfinderei gibt es auch Unterschiede. So haben die israelischen Pfadfinder eine stärkere Hauptamtlichen-Struktur bis auf die Ortsebene hinunter, als das in Deutschland der Fall ist. Die israelische Gruppe wurde von einer hauptamtlichen Mitarbeiterin geleitet, „die schon 31 Jahre alt war“, so Flemming Panten (20), Siedlungsführer der Schinkeler Gruppe. So fiel den jungen Ehrenamtlichen von St. Jürgen auf, dass ihre israelischen Partner dadurch noch nicht so früh so viel Verantwortung übernehmen, wie in einem komplett ehrenamtlich geleiteten Stamm wie St. Jürgen.

Gefördert wurde die deutsch-israelische Jugendbegegnung durch den Kinder- und Jugendplan des Bundes. In der gemeinsamen Zeit in Berlin und Großzerling sind Freundschaften entstanden. Die israelische Gruppe hat die Gettorfer und Schinkler Pfadfinder für den Sommer 2018 zu einem Gegenbesuch nach Israel eingeladen. Bis dahin ist aber noch viel Papierkram zu erledigen, weiß Patrick Hoffmann, der gerade die Antragstellung für „seine“ erste internationale Jugendbegegnung hinter sich hat.

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