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Eckernförder Zeitung

21. August 2017 | 09:15 Uhr

Kunst im Rathaus : Neue farbige Erfindungen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Hildegard Heege mal seit Kindertagen. Intensiv widmet sie sich seit Jahren ihrer Leidenschaft und hat dabei ihren ganz eigenen Stil entwickelt. Einen Eindruck vermitteln ausgewählte Werke, die bis Ende des Monats im Rathaus zu sehen sind.

Das Herrenhaus Knoop, der alte Eiderkanal, die Gorch Fock oder die Kieler Förde sind nur einige der vielen Motive, die Hildegard Heege als Vorlage dienten. Im Rathaus sind die Bilder der Altenholzer Malerin zum Thema Kiel, Altenholz und Dänischer Wohld noch bis zum 27. September ausgestellt.

Die 1936 in Listrup, Niedersachsen, geborene Künstlerin entdeckte die Malerei bereits im Alter von etwa acht Jahren. Kurz nach dem Krieg sei es nicht einfach gewesen, an Material wie Buntstifte oder Farbe zu kommen, doch eine Freundin wurde von Bekannten aus der amerikanischen Besatzungszone versorgt. „Mit Anneliese habe ich zusammen gemalt. Das war meine Welt“, erinnert sich Hildegard Heege an ihre Kindheit. „Meine Mutter hat wunderschöne Stickereien gemacht. Das hat sich wohl auf uns übertragen.“ Denn drei der sechs Familienmitglieder hätten intensiv gemalt. So studierte sie von 1958 bis 1960 Kunst an der Fernakademie Karlsruhe, heiratete und ging für zwei Jahre mit ihrem Mann nach Amerika, da er dort ein Stipendium für seine Doktorarbeit bekam. Ihr Studium der Kunstgeschichte und der Malerei führte sie somit an der University of Wisconsin fort.

Zurück in Deutschland sei dann lange keine Zeit zum Malen geblieben. Neben der Betreuung der vier Kinder hätte sie keine richtige Ruhe gefunden. Anfang der 80er Jahre, kurz nach dem Umzug nach Altenholz, ging es jedoch wieder los. Besonders im Gedächtnis geblieben sind Hildegard Heege die Seminare bei Michael Borzikowsky in der Malschule Strande: „Er machte es sehr gut. Wir haben draußen die Natur beobachtet, die Horizonte beachtet, vorsichtig Flecken gesetzt und nicht mit Gewalt gemalt. Das hat mich am meisten gefördert und immer wieder denke ich, das hat dir der Michael Borzikowsky beigebracht.“ Zunächst waren es Landschaften, später auch Porträts in Öl, Acryl oder Aquarell, denen sich die heute 77-Jährige widmete. Gerne nimmt sie auch den Spachtel zur Hand: „Das macht das Bild sehr locker und setzt gleichzeitig harte Konturen.“ Im Laufe der Jahre sei ihre Malerei jedoch immer abstrakter geworden. „Wenn ich lyrisch denke, kann ich zu diesen Bildern eher etwas sagen, als wenn ich gegenständlich male. Meine malerische Wirklichkeit soll jeweils eine neue farbige Erfindung sein. Malen bedeutet für mich die Dinge, die ich sehe, in Farbe auszudrücken.“ So sei es für die Künstlerin, die besonders eine schwungvolle Pinselführung liebt, auch eine Herausforderung gewesen, als sie vor rund zwei Jahren begann, für die jetzige Ausstellung zu malen. Mit so vielen Details wie bei den Häusern oder Hafenanlagen hätte sich die Altenholzerin zuvor noch nicht beschäftigt.

Eine Dauerausstellung befindet sich in der „Galerie 22“ im Altenholzer Grevenkamp. Telefonische Terminvereinbarung unter 0431/32 35 40. Weitere Informationen unter www.galerie-22.de.

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erstellt am 07.Sep.2013 | 06:13 Uhr

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