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Fäule an den Hölzern : Neue Balkenköpfe für die Kirche

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Braun- und Weißfäule an den Hölzern, Hausschwamm in der Gruft: Die Kirchengemeinde muss 400 000 Euro in die Sanierung stecken.

shz.de von
erstellt am 09.Sep.2015 | 06:13 Uhr

Dänischenhagen | Fast komplett verschwunden ist die schöne alte Kirche hinter Gerüsten und Netzen. Nicht nur am Gemeindehaus wird derzeit mit Hochdruck gearbeitet – seit Juli sind auch am Gotteshaus Architekten, Dachdecker und Co im Einsatz. „Wir hatten schon länger Probleme mit dem Dach und bei der Überprüfung wurde festgestellt, dass die Deckenbalkenköpfe angegriffen sind“, erklärte Michael Bombien vom Finanzausschuss des Kirchengemeinderats in Dänischenhagen.

„Durch Feuchtigkeitsschäden hat sich im Laufe der Jahre Braun- und Weißfäule an den Hölzer gebildet, die einen guten Nährboden für Insekten bilden“, berichtet Yves Kerschkamp, Architekt im Kieler Büro Edgar Schwinghammer. „Ein akuter Befall ist nicht mehr festzustellen, aber die geschädigten Hölzer müssen repariert, beziehungsweise ausgetauscht werden“, erklärt er weiter.

Das Büro Edgar Schwinghammer ist spezialisiert auf historische Gebäude und Kerschkamp stellt der Kirche in Dänischenhagen ansonsten ein gutes Zeugnis aus - für eine Kirche, die erstmals im 13. Jahrhundert Erwähnung findet, sei sie in einem ungewöhnlich gutem Zustand. Nichts desto trotz müssen die beschädigten Balkenköpfe ausgetauscht und erneuert werden. Das lässt sich allerdings nicht vom Innenraum heraus bewerkstelligen: Damit alle Fußpunkte begutachtet werden können und keine schadhafte Stelle übersehen wird, musste die gesamte Traufe geöffnet werden.

Bei der Gelegenheit wird die Dämmung auf dem gesamten Kirchenschiff und der komplette Blitzschutz erneuert. Auch die Gruft, in der 30 historische hölzerne Särge stehen, stand mit auf dem Prüfstand. Hier haben wir echten Hausschwamm“, berichtet der Architekt weiter. Insgesamt haben sich bei der Überprüfung mehr Probleme ergeben als erwartet, stellte Bombien fest. Das stellt die Kirchengemeinde besonders finanziell vor einige Probleme. Ursprünglich stand nur die Erweiterung des Gemeindehauses auf der Agenda, und dafür war auch Geld angespart worden. Aber die Restaurierung der Kirche hat Vorrang und musste vorgezogen werden. „Nun haben wir zwei Baustellen parallel“, erklärte Bombien.

Dabei seien alle die Arbeiten, die nun gemacht werden müssen, reine Erhaltungsmaßnahmen. „Was wir uns wünschen, wären auch einige Maler- und Verschönerungsarbeiten im Innenraum“, sagt Bombien und Pastor Peter Kanehls stimmt ihm zu – dafür werde am Ende wohl kein Geld übrig sein. 400  000 Euro sind in den Haushalt der Kirchengemeinde eingestellt worden. Der Kirchenkreis bezuschusst die Arbeiten mit 270  000 Euro. Für den Rest muss die Kirchengemeinde allein aufkommen und hofft auf zahlreiche Spenden. Ein Team aus dem Kirchengemeinderat kümmert sich dazu um verschiedene Aktionen. Der Posaunenchor lädt am 7. November zu einem Benefizkonzert ein und die Kollekten bei Trauungen und manchmal auch im Gottesdienst kommen der Restaurierung zu Gute. „Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb - das sage ich oft und freue mich, dann über die Spenden. Man kann viele kleine Dinge machen und es wächst, aber in diesem Fall reicht es noch nicht aus“, sagt Kanehls.

Bis Weihnachten sollen die Arbeiten an der Kirche spätestens abgeschlossen sein – das ist der Plan des Architekten und der Wunsch des Kirchengemeinderats.

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