Turmsanierung : Neue Balken ersetzen morsches Holz

Phil Haude (l.) und Julian Raav haben die morschen Balken im Kirchturm ausgetauscht.
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Phil Haude (l.) und Julian Raav haben die morschen Balken im Kirchturm ausgetauscht.

Umfangreiche Arbeiten laufen seit Anfang März am Turm der Marienkirche. Rund 40 000 Euro kosten die Arbeiten. Ein Architekt wurde bereits beauftragt, ein zusätzliches Sanierungskonzept für das Kirchengebäude zu erstellen.

Dirk_Steinmetz-8463.jpg von
28. März 2014, 06:00 Uhr

Waabs | Die Uhr im Kirchturm der Marienkirche hakte und mit ihr auch das Laufwerk für die Glockensteuerung – Anlass für den Kirchengemeinderat sich Mitte 2013 mit einer möglichen Reparatur zu befassen. Bei der Demontage der Anlage wurden allerdings massive Schäden auch an den Holzträgern und der Innenverkleidung des Turms festgestellt. Aus der relativ kleinen Sache ist inzwischen eine rund 40 000 Euro teure Sanierung geworden, wie Günter Bothe und Hans Heinrich Reineke, Mitglieder des Bauausschusses des Kirchengemeinderates berichteten. In der kommenden Woche soll das aufgearbeitete Ziffernblatt, die Seilzüge für den Bewegungsmechanismus der zwei Glocken im Turm und das Uhrwerk selber wieder installiert werden.

Mit dem Ausbau der Uhr und der Öffnung der Wandverkleidung in dem oberen Turmraum stellten die eingeschalteten Sachverständigen, Mitarbeiter der Kirchenverwaltung des Kirchenkreises und der Nordelbischenkirche deutlich mehr Schäden fest, als man anfangs erwartet hatte. In enger Absprache mit den Kirchenämtern, Statikern und der Denkmalbehörde wurde ein Fahrplan erstellt.

Ganz oben stand die Sicherung der Anlage, denn der Zustand der Balkenköpfe war erschreckend, wie die Zimmerleute Phil Haude und Julian Raav der Großwaabser Firma Hering bestätigten. Durch das undichte Außenmauerwerk war das Holz Feuchtigkeit ausgesetzt und hatte sich aufgelöst, erklärten die beiden Mitglieder des Bauausschusses. So wurden jetzt seit Anfang März drei starke Eichenbalken am Standort des rund 500 Kilogramm schweren Uhrwerks ausgetauscht und der Boden in etwa einem Viertel des Raumes erneuert. Mit einem Kran waren die neuen Balken, bis zu 300 Kilogramm schwer in den oberen Turm transportiert worden. Zugleich wurde das Mauerwerk des Turms ausgebessert, um künftig den Wassereintritt zu unterbinden. Diese Arbeiten sind in Kürze abgeschlossen, so Bothe, so dass dann auch wieder das Geläut der Waabser Glocken zu hören ist. Für die Arbeiten waren die Glocken seit etwa drei Wochen nicht in Betrieb.

Die Kosten von rund 40 000 Euro werden durch Mittel aus der Instandhaltungsrücklage der Kirchengemeinde, aus einer Zusage der Förde Sparkasse über 2000 Euro sowie vermutlich über einen Zuschuss des Fördervereins Waabser Kirche getragen. Der Verein wird heute bei seiner Mitgliederversammlung über eine Förderung beraten.

Auch wenn der Kirchengemeinderat sehr froh über diesen Erfolg ist, so stellt dies nur den Anfang dar, wie Reineke und Bothe feststellten. Insgesamt weist die äußere Hülle der Kirche weitere Schäden auf. Das Mauerwerk ist rissig und Holzkonstruktionen und Fenster müssen ausgebessert werden. Ein Architekt ist beauftragt, erneut in enger Absprache mit den Kirchenverwaltungen und der Denkmalbehörde ein Sanierungskonzept zu erstellen, sagte Pastorin Peggy Kersten. Mit dem Konzept wollen die Handelnden einen Überblick der Kosten und auch eine Prioritätenliste der notwendiger Arbeiten bekommen.

Bereits ausgebessert und in gutem Zustand sind die Dächer des Turms und des Kirchenschiffs. Bei den beiden Herbststürmen waren sie stark beschädigt und auch zahlreiche Großbäume auf dem Friedhof so stark getroffen worden, dass sie gefällt werden mussten, berichte Bothe. Die Dächer waren durch auf Versicherungskosten saniert worden. Dabei waren auch über 6,5 Tonnen Staub und Kleinschutt aus dem Kuppelraum unter dem Kirchdach durch die Firma Hering entsorgt worden. Dieser hatte sich durch die Anhebung der Dächer bei den Stürmen gelöst und war auf die Kuppeln gefallen. „Es gibt dennoch viel zu tun“, so Bothe und Reineke, die auf viel Unterstützung für die Waabser Marienkirche und ihre vielen „Baustellen“ hoffen. Das Geläut soll bald wieder in Betrieb genommen werden. In der kommenden Woche soll die Uhr wieder kommen.

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