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Flüchtlingsgeschichten : Neubeginn in einer fremden Welt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Verein Umwelt-Technik-Soziales (UTS) bringt die monatliche Zeitschrift „Asadi“ für Asylbewerber heraus. Die Eckernförder Zeitung ist Kooperationspartner.

„Asadi“, so heißt Freiheit auf Persisch, und so heißt auch das Magazin, das der Verein Umwelt-Technik-Soziales (UTS) seit einiger Zeit in Rendsburg und Eckernförde herausbringt. Darin finden sich viele Geschichte über die Menschen, die ihr Heimatland verlassen mussten und als Verfolgte und Flüchtlinge zu uns gekommen sind. Geschichten, die bewegen und bedrücken und die auch hierzulande auf Interesse stoßen sollten. Jedenfalls hoffen das die Herausgeber und die „Macher“ der Zeitschrift. Und die bisherigen Reaktionen zeigen auch, dass dem so ist. In „Asadi“ sind auch Geschichten über Flüchtlinge zu lesen, die in Eckernförde eine neue Heimat oder zumindest ein vorübergehendes Zuhause gefunden haben. Dabei geht es auch um ihre Aufnahme und Integration in Eckernförde und umliegenden Gemeinden. In Kürze wird die Eckernförder Zeitung dieses Projekt durch ihre neue Serie „Willkommen in Eckernförde“ ergänzen.

„Asadi“-Projektleiterin Rosana Trautrims ist seit über neun Jahren bei UTS in Rendsburg für den Arbeitsmarktservice zuständig. Die Brasilianerin war Psychotherapeutin in Sao Paulo und kennt das nicht immer leichte Los, in einem fremden Land Fuß zu fassen. Sie stellt mit ihrem Team die Themen und Geschichten für die Ausgaben zusammen. Mit dabei ist die Integrationslotsin Kansa Alkoba, die vor drei Jahren mit ihren drei Kindern aus Syrien ihrem Mann nach Eckernförde gefolgt ist, der als Arzt in der Klinik Schönhagen arbeitet. Eine wichtige Rolle spielen auch die beiden afghanischen Asylbewerber Shafi Wassal und Nazar Mohammad Onywal. Die beiden jungen Männer sind erst wenige Monate in Deutschland, sprechen bereits Deutsch, schreiben Berichte und helfen bei der Übersetzung der Texte.

Einen wesentlichen Beitrag für „Asadi“, aber auch für die Integration der Flüchtlinge in Eckernförde, leistet Mohammed Abotaleb. Der 34-Jährige aus dem Jemen, der seit Juli 2015 in Eckernförde lebt, hat seine Heimatstadt Sana verlassen müssen, „weil meine Familie auf der Wanted-Liste des IS“ steht. Er selbst hat dort zwei Selbstmordattentate überlebt, zuletzt im März 2015 in einer Moschee, in der 80 Menschen starben. Mohammed hat überlebt, weil eine Wand zwischen ihm und dem Massenmörder stand. Der Terrorist hatte die Bombe in seinem Gipsbein versteckt, das er zur Tarnung trug – seine späteren Opfer haben ihm noch in die Moschee hineingeholfen. „Ich habe Albträume“, sagt Mohammed. Er vermisst seine Frau und seine drei Töchter – zehn, sieben und eineinhalb Jahre –, die er im Jemen zurücklassen musste, weil sie kein Visum hatten. Der Integrationslotse hofft, dass sein Asylantrag, den er erst in dieser Wochen stellen darf, genehmigt wird und er seine Frau und Töchter bald nach Eckernförde nachholen kann und nicht nur per Handy – für die Flüchtlinge überlebenswichtig und kein Luxus – Kontakt mit ihnen haben kann.

Die ganze Geschichte über Mohammed Abotaleb, der in Deutschland studiert hat und im Jemen das führende Reiseunternehmen geleitet hat, wird demnächst auf der ersten Seite unserer neuen Serie „Willkommen in Eckernförde“ zu lesen sein. Er will arbeiten und keine Sozialhilfe.

Unsere Mitarbeiterin Jana Walther wird die monatlichen Seiten zusammenstellen und über Menschen, Schicksale und ehrenamtliche Helfer berichten. Wir hoffen, damit unser Leseangebot noch interessanter und vielfältiger machen und über die persönlichen Flüchtlingsschicksale Zugang zu den Menschen eröffnen zu können.

In Eckernförde kümmern sich derzeit exakt 157 freiwillige Helfer um die Aufnahme und Integration der Asylbewerber, sagt Lutz Oetker, Geschäftsführer von UTS und der Pro Regio GmbH aus der Kieler Straße 35 in Eckernförde. Deutschkurse und Begleitgänge zu Ärzten, Ämtern und Behörden gehören zu ihren Aufgaben.

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erstellt am 30.Jun.2016 | 05:57 Uhr

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