Discounter plant Premiere in Gettorf : Neubau für „intensives Einkaufserlebnis“

So soll der neue Markt in Gettorf aussehen.
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So soll der neue Markt in Gettorf aussehen.

Lidl will am Ravensberg in Gettorf ersten Markt in neuem Design in Deutschland bauen

shz.de von
10. Juni 2015, 06:00 Uhr

Gettorf | Lidl in Gettorf will spektakulärer werden. Schon vor etwa einem Jahr hatte die Gemeinde der damals geplanten Erweiterung des Discounters Lidl im Gewerbegebiet am Ravensberg mit Vergrößerung der Verkaufsfläche von derzeit rund 800 auf 1000 Quadratmeter zugestimmt. Auf Drängen des Handels- und Gewerbevereins Gettorf und Umgebung wurde beschlossen, dass der Umfang des Sortiments nicht vergrößert werden darf. In der Zwischenzeit hat Lidl das hinter dem Markt liegende Grundstück der ehemaligen Spedition Knauer erworben und möchte dort einen neuen Markt errichten. In der Bauausschusssitzung am Montag stellten Portfoliomanager Niklas Ostendorf und Immobilienleiter Dieter Kopp von der Lidl Vertriebs-GmbH & Co. KG in Wasbek die Pläne vor.

Danach möchten sie auf dem neuen Grundstück ein zweigeschossiges Gebäude mit moderner Glas-Front und Alu-Fassadenelementen errichten. Im Untergeschoss ist ein großer Eingangsbereich mit Kunden-EC-Service, Backstation, Pfandflaschen-Annahme und barrierefreiem Kunden-WC sowie einer 1000 Quadratmeter großen, attraktiver gestalteten Verkaufsfläche mit breiteren Gängen vorgesehen. „Wir wollen unseren Kunden ein intensiveres Einkaufserlebnis bieten“, betonte Niklas Ostendorf. Im Obergeschoss sehen die Planungen Büros, Technikraum, Umkleide- und Sozialräume für die Mitarbeiter vor. Dazu mehr Lagerfläche. Die Anlieferung erfolgt im rückwärtigen Bereich. Die Einfahrten bleiben so wie sie jetzt sind. Die Parkplatzanlage soll erweitert, die Stellplätze von derzeit 2,50 auf 2,70 Meter verbreitert werden. Der alte Markt soll so lange es geht betrieben werden, um die Schließzeit möglichst kurz zu halten. „Wir werden in Gettorf ganz neu sein mit dem Objekt“, warb Niklas Ostendorf. In ganz Deutschland gebe es noch keinen solchen Markt, nur in Italien. Zum Investitionsvolumen wollte oder konnte er keine Angaben machen. „Wir haben solch einen Markt noch nicht gebaut und können daher keine Angabe zu den Baukosten geben“, erklärte er auf Nachfrage.

Bedenken gegen den Neubau äußerte niemand in der Sitzung. Lediglich Meike Roggenkamp und Bodil Maria Busch von den Grünen wünschten sich mehr Bäume und Fahrradständer auf dem Parkplatz. Dabei stellt sich die Frage, inwieweit es wünschenswert ist, Discountern immer mehr Raum zu geben. Mit zunehmendem Marktanteil - im vergangenen Jahr steigerten sie nach Berechnungen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ihren Marktanteil auf fast 44 Prozent - wächst die Verhandlungsmacht der Discounter gegenüber ihren Lieferanten. Die müssen sich mit niedrigeren Abnahmepreisen etwa für Milchprodukte, Fleisch oder auch Textilien zufrieden geben. Bleibt fraglich, unter welchen Bedingungen all diese Sachen produziert werden. Zudem war vor allem Lidl in der Vergangenheit wegen der Arbeitsbedingungen wiederholt in die Kritik geraten. Jetzt gibt sich das Unternehmen mehr Mühe, startet neue Charmeoffensiven mit Anzeigen und im TV, schickt die Mitarbeiter vor. Am Ende aber könnten die mittelständisch geprägte Ernährungsbranche und der Einzelhandel die Leidtragenden sein. In Gettorf will man Lidl die gleiche Chance geben wie zuvor Aldi gegenüber. „Wie ich finde ein gut durchdachtes Objekt“, meinte der Bauausschussvorsitzende Marco Koch (CDU). Der Umfang des Sortiments bleibe, wie vor einen Jahr vereinbart, gleich. In einer der kommenden Bauausschusssitzungen soll ein entsprechender, vorhabenbezogener Bebauungsplan vorgestellt werden.

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