Workshops : Netzwerken lernen – von Mann zu Mann

Beim 21. Eckernförder Männertag dabei: Herry, Ingo, Heiner, Mohamed, Frank, Wolfgang und Miklas (v.l.).
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Beim 21. Eckernförder Männertag dabei: Herry, Ingo, Heiner, Mohamed, Frank, Wolfgang und Miklas (v.l.).

21. Männertag in Eckernförde / Treffen an jedem ersten Sonnabend im Monat

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23. Juni 2014, 06:00 Uhr

Zum 21. Mal trafen sich am Sonnabend 20 mutige Männer in der „Werkstatt für Behinderte“ zum besonderen „Männertag“, um sich noch näher kennenzulernen und gemeinsam Erfahrungen zu machen. Dieser Treffpunkt weist allerdings in eine völlig falsche Richtung: Der Eindruck, den diese Männer hinterließen, deckt sich eher mit der Erkenntnis, dass sie zu den wenigen „Männern von morgen“ gehören, die sich heute schon trauen, Gefühlsregungen zu zeigen und in dieser Hinsicht wie der Großteil ihrer Geschlechtsgenossen nicht behindert sind.

Diese Männer helfen sich selbst, bringen Mut und Vertrauen auf, öffnen sich im geschützten Raum und helfen sich so, Krisen zu überwinden. „Das können Beziehungskrisen, Arbeitslosigkeit oder die Leere vor dem Übergang ins Rentenalter sein“, erklärt Heiner, der mit Frank und Wolfgang das Organisationsteam bildet. Nachnamen gibt es hier nicht. „Männer unter sich – da gibt es ganz viel Vertrauen. Es tut gut, das zu spüren.“ Auch gilt es, stark zu werden. Die Erkenntnis Nelson Mandelas über die Angst der Männer gibt die Richtung an: „Unsere tiefste Angst ist nicht, dass wir einer Sache nicht gewachsen sind. Unsere tiefste Angst ist, dass wir unermesslich reich sind. Es ist unser Licht, was wir fürchten, nicht unsre Dunkelheit.“ Unsicherheit und Zweifel bestimmen das Gefühlsleben einiger Männer. „Lieber das alte Unbehagen als das Unbekannte wagen“ ist ans Fenster geklebt. Was mir fehlt, ist das Ausrufezeichen dahinter. Für einen Teilnehmer wäre es allerdings ein Fragezeichen gewesen.... Diese Männer sind mittendrin: „friedlich – unfriedlich“ sind sie, „Sünde – perfekt“ sollen sie sein.

Aus der Erkenntnis, dass „eine Frau ihrem Mann nicht sagen kann, wie er seinen Mann stehen soll“ bauen sie in der Gruppe ein Vertrauensverhältnis der besonderen Art auf. „Verbinde Dich nicht nur mit Deinem Thema, sondern auch mit Deinem Netz“ steht dazu an der Wand. Nach der allgemeinen Kennenlern-Runde – dieses Mal waren sechs mutige Neulinge dabei – wurde die Vernetzung in vier Themen-Workshops gebildet: Rhythmusreise, Bewegung und Zeitlupe, Bogenschießen und „Innere Kraft statt Wut“. Nach ausgiebiger Mittagspause und Gesprächen in kleinem Kreis ging es nachmittags vor dem Abschluss-Plenum auf die „Körperreise“.

Die Männergruppe ist eine lose Verbindung. Deshalb gibt es auch keinen Internet-Auftritt oder eine Anmeldestelle. Einzige Möglichkeit, um die Gruppe zu treffen, ist am ersten Sonnabend eines Monats ab 9 Uhr am großen Tisch im Café Heldt in der St.-Nicolaistraße. Der offene Treff ist für jedermann zugänglich.

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