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Eckernförder Zeitung

18. Dezember 2017 | 14:06 Uhr

Neonazis bedrohen Bohnerter Familie

vom

Rechtsradikale Unruhen am Vatertag in Bohnert/ / Kripo ermittelt / Bürger wollen sich wehren

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Rieseby | Sie warfen Böller und Knallkörper auf ein Bohnerter Grundstück, zeigten den Hitler-Gruß und bedrohten nach Zeugenaussagen die junge Familie, die dort wohnt. Eine Gruppe von zwölf bis 15 Männern sorgte am Donnerstag in dem Riesebyer Ortsteil für Unruhe. Für Karl Walther, der das Treiben verfolgte, war das kein "dummer Jungenstreich" , sondern eine geplante Aktion. "Auf dem Fahrradweg ein Stück weiter oben in Richtung Teichkoppel warteten zwei Fahrzeuge auf die Gruppe", sagte Walther. Einige von den Männern hätten ihre Rucksäcke in einen grünen Lieferwagen geworfen, der dann wegfuhr.

Wie Sönke Hinrichs von der Polizeidirektion Neumünster gestern auf Nachfrage der Eckernförder Zeitung mitteilte, sei die Gruppe bereits in Kosel auffällig geworden. Dort hätten sie eine Frau aufs Übelste beschimpft, die daraufhin die Polizei alarmierte. Als die Polizei die Männer in Bohnert antraf, widersetzten diese sich erst der Ausweiskontrolle, die Polizei forderte daraufhin Verstärkung an. Wie Hinrichs mitteilte, seien von zwei Personen die Personalien aufgenommen worden. Diese seien den Behörden auch schon bekannt. Die Kriminalpolizei ermittelt zudem wegen der Verwendung von von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (§86 StGB). "Die Stimmung war sehr aufgeheizt", so Hinrichs. Wie Karl Walther berichtete, sei sogar Tränengas zum Einsatz gekommen, es sei auch zu Rangeleien gekommen. "Ein Mann aus der Gruppe, der auch aus Rieseby kommt, hielt ständig Handykontakt", so Walther, sie berichteten laufend von dem Polizeieinsatz. "Mit wurde auch gedroht", sagte der 58-Jährige. "Wenn sie Angst verbreiten wollen, dann ist ihnen das gelungen".

Dennoch wollen sich Walther und viele andere aus dem Dorf nicht einschüchtern lassen und sichern der bedrohten Familie Solidarität zu. Viele Einwohner hätten für die Familie bereits ein beruhigendes Wort gefunden. "Das sind Bohnerter und das lassen wir uns nicht gefallen", betont er. "Ich weiß ganz sicher, dass wir alle so etwas verabscheuen", schreibt Walther auch in einem Rundschreiben, das er unmittelbar nach dem braunen Spuk im Dorf verteilt.

Walther ruft in dem Schreiben alle Bürger auf, sich gegen die Neonazis zu wehren und sich zu engagieren. "Wir werden auf jeden Fall eine Telefonnotfalliste erstellen, damit wir entschlossen neue Übergriffe abwehren können", teilte er unserer Zeitung mit. Schließlich brauche die Polizei aus Eckernförde etwas Zeit, bevor sie in Rieseby sei und die Station im Ort sei nicht immer besetzt. "Nachbarschaftshilfe ist jetzt gefragt", fordert Walther abschließend in dem Rundschreiben. Erste positive Rückmeldungen habe er schon von Mitbürgern auf seine Initiative hin erhalten

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