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Eckernförder Zeitung

17. August 2017 | 20:18 Uhr

Windkraft : Nein zu mehr Windkraft

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Bau- und Wegeausschuss spricht sich gegen weitere Windkraftvorrangflächen im gesamten Amt aus

Loose | Fünf Windkraftanlagen stehen schon in Loose, für eine sechste Anlage liegt eine Baugenehmigung samt Ausnahmegenehmigung vor. Die Anlage befindet sich derzeit im Ausschreibungsverfahren, das die Bundesnetzagentur seit 1. Januar 2017 für neue Windkraftanlagen vorschreibt. Mehr Windkraftanlagen und weitere Vorrangflächen für den Windkraftausbau in der Gemeinde lehnte der Bauausschuss Dienstagabend bei seiner Sitzung einstimmig ab.

So sieht der aktuelle Entwurf des Regionalplans für den Planungsraum II, Gemeinde Loose, zwei Teilflächen (009 und 012, siehe www.bolapla-sh.de) als Vorrangflächen für Windkraft vor. Darüber hinaus entfielen in dem aktuellen Entwurf Potentialteilflächen (011, 012, 014 und 015, siehe www.bolapla-sh.de), die die Staatskanzlei, als ausführende Institution, zurückstufte und nicht mehr als Vorrangflächen eingestuft hat.

Entsprechend dem Leitgedanken, dass die Gemeinde bereits mit den vorhandenen Windkraftanlagen seinen Beitrag zur Energiewende geleistet habe, fielen die Stellungnahmen aus. So wurde unter Leitung des Ausschussvorsitzenden Michael Engel (WVL) eine Stellungnahme zum gesamträumlichen Planungskonzept beschlossen.


Loose hat Beitrag zur Energiewende erbracht

Ebenso wurde eine Stellungnahme zur Teilfortschreibung des Landesentwicklungsplans 2010 einschließlich Umweltbericht beschlossen. Darin hatte Bauamtsleiter Norbert Jordan Aspekte aufgeführt, die seiner Kenntnis nach, im Interesse der Amtsgemeinden seien. Die Mitglieder des Ausschusses stellten fest, dass sie als Ehrenamtliche, angesichts der extrem umfangreichen Fachunterlagen, sehr froh über Vorarbeit der Verwaltung seien.

Einstimmig fiel auch der Beschluss zur Stellungnahme zur Teilaufstellung der Regionalpläne für den Planungsraum II, Umweltbericht, Karte und FFH-Vorprüfung aus. Hier ergänzten die Ausschussmitglieder, dass sämtliche derzeit noch vermerkten Vorrangflächen für Windkraft im Amt Schlei-Ostsee bis auf den vorhandenen Windpark Loose entfallen sollen. Im Detail sind das die Vorrangflächen 001 (Dörphof), 003 (Thumby), 007 (Waabs/Neuschlag), 009 (Rieseby/Loose), 012 (Waabs, Loose) und die Fläche 025 (Altenhof/Goosefeld/Holtsee, siehe www.bolapla-sh.de). Zusätzlich beantragte die WVL-Fraktion die Aufnahme der Forderung nach Gleichbehandlung von Gebäuden innerorts und in Außenlage mit jeweils einheitlich mindestens 800 Meter Abstand zu Windkraftanlagen. Lothar Jöns (CDU) ergänzte, dass der weitere Ausbau der Windkraft keinen Sinn mache, wenn es nicht möglich sei, im Falle eines totalen Stromausfalls (Schwarzfall), Strom der örtlichen Windkraftanlagen nutzen zu können.

Ebenso einstimmig wurde eine Stellungnahme zu den Potential- und Vorrangflächen im Gemeindegebiet gefasst. Im Detail wird zur Vorrangfläche 009 (Rieseby/Loose) festgehalten, dass dort der Abstand des Gutes Saxtorf zur Vorrangfläche unter 800 Meter liegt. Hier müsse der denkmalschutzrechtliche Aspekt konkret überprüft werden. Bei der Potentialfläche 012 muss ein genehmigter Umbau zu einem Wohngebäude im Bereich Neuilewitt bei den Abstandsregelungen berücksichtigt und ergänzt werden. Darüber hinaus folgt die Gemeinde der Abwägung der Staatskanzlei, die Potentialflächen 011, 012, 014 und 015 nicht als Vorrangflächen auszuweisen. Zugleich weist Loose darauf hin, dass die Flächen 015 und 016 im künftigen Kernbereich für Tourismus und Erholung liegen.

Ungeachtet der gemeindlichen Stellungnahmen kann jeder Bürger noch bis zum 30. Juni Stellungnahmen über das Landesportal www.bolapla-sh.de einreichen.

 

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erstellt am 18.Mai.2017 | 06:59 Uhr

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