zur Navigation springen
Eckernförder Zeitung

15. Dezember 2017 | 07:58 Uhr

Ökopunkte : Nebenverdienst durch Ökopunkte

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ehepaar Siemes lässt kilometerlange Knickanlage errichten / Firma ecodots gewinnt wertvolle ökologische Ausgleichsflächen

shz.de von
erstellt am 26.Apr.2017 | 06:17 Uhr

Winnemark | Genau auf der Grenze von zwei Gemeinden liegt die Hofanlage von Christian Siemes (45) und seiner Frau Esther (36). Das Ehepaar hat dort eine ländliche Idylle für Urlauber aus ganz Deutschland geschaffen. Neben elf Ferienwohnungen, zahlreichen Bauernhoftieren und dem weitläufigen Landcafé Mittenmang gibt es auch Reitkurse, die Pädagogin Esther Siemes sowohl für die Urlauber als auch einheimische Kinder anbietet.

Damit es den 30 Pferden und Ponys in Zukunft noch besser geht, haben sich die Betreiber des Hofes dazu entschlossen, die Firma ecodots von Sven-Hermann Pohlmann zu engagieren. Anhand seiner Planung wurden in den letzten drei Wochen insgesamt 2  557 Meter Knick rund um die weitläufige Anlage der Siemes geschaffen. Zwei Bagger und zwei Fahrzeuge zum Erdtransport waren unermüdlich bei Wind und Wetter im Einsatz, um das umfangreiche Gestaltungsvorhaben in die Tat umzusetzen. „Bevor wir anfangen konnten, mussten wir allerdings einen Antrag an die untere Naturschutzbehörde stellen. Im Anschluss war für die Erstellung der Knickwälle auch das Einverständnis der Gemeinden Thumby und Winnemark nötig“, so ecodots-Geschäftsführer Sven-Hermann Pohlmann.

Sein Unternehmen hat sich seit 2009 auf den Handel mit Ökopunkten spezialisiert. Diese werden dort gebraucht, wo durch Baumaßnahmen die Natur zerstört wird und aufgrund gesetzlicher Grundlagen ein Ausgleich zu erbringen ist. „Wir kümmern uns in diesem Kontext kontinuierlich und nachhaltig um die Entwicklung“, so Sven-Hermann Pohlmann. Wie auch bei Familie Siemes sei man bestrebt, die Maßnahme der jeweiligen Region anzupassen. Da das Ehepaar den Ackerbau inzwischen vollständig aufgegeben hat und sich der Tierhaltung sowie dem Angebot für Urlauber widmet, bot sich eine Anlage von Knicks an. „Dort können sich die Tiere bei Wind und Wetter unterstellen. Die Bepflanzung wird in ein paar Jahren zusätzlich im Sommer bei Hitze Schatten spenden“, so Christian Siemes, der schon seit seiner Geburt auf dem Hof lebt.

Für ihn hat das Projekt von ecodots nur Vorteile. Über eine Anzeige hatte er vor einiger Zeit von den Dienstleistungen der Firma erfahren und sich nach kurzer Beratung mit seiner Frau dafür entschieden. Für die ökologische Aufwertung der Flächen erhält er ab sofort eine Pacht von ecodots und kann die Wiesen wie gewohnt nutzen.

„Unsere Auftraggeber müssen sich um nichts kümmern. Wir erledigen alle Behördengänge und bezahlen die gesamte Umsetzung“, betonte Sven-Hermann Pohlmann, der ausschließlich mit erfahrenden Dienstleistern zusammenarbeitet. Auch um die Nachsorge kümmert sich ecodots. Die Knicks, die ein günstiges Klima schaffen und die Erosion des Bodens reduzieren, müssen im Herbst eventuell noch einmal nachbepflanzt werden. „Wir haben genau darauf geachtet, dass nur Gewächse angesiedelt werden, die für die Pferde nicht schädlich sind“, so Sven-Hermann Pohlmann. Das sei nicht bei allen herkömmlichen Knicks der Fall.

Der Kern der Erdwälle besteht aus lehmigem Boden, den die Arbeiter bei der Erstellung eines Kleingewässers auf dem Grundstück der Familie Siemes zutage gefördert haben. Anschließend wurde fruchtbarer Oberboden über die Anlage gelegt, sodass die dort angesiedelten Pflanzen optimal gedeihen können.

„Die Tiere haben für uns einen besonderen Stellenwert“, sagte Esther Siemes, die die Pferde vor zehn Jahren mit auf den Hof gebracht hat. Der Schutz mithilfe der Knicks sei ihr und ihrem Mann ein wichtiges Anliegen. Außer den Pferden und Ponys gibt es auch noch einige Rinder und Schafe, die von der Neuerung profitieren sollen. „Unser Ziel ist es, die Eigenversorgung des Hofes mit Fleisch zu gewährleisten“, so Esther Siemes. Im Landcafé Mittenmang, das täglich von 14 bis 18 Uhr geöffnet hat, soll es dann neben Tee, Kaffee und Kuchen auch leckere Fleischspezialitäten direkt vom Hof geben.

Um den Knick herum wurden zwei Zäune angelegt. Der Wildschutzzaun soll die Anlage in den nächsten zehn Jahren vor Rehen schützen. Der Koppelzaun soll permanent erhalten bleiben, da der Knick nicht überweidet werden darf. Die im Vergleich zu ähnlichen Maßnahmen relativ hohe Gesamtlänge von über 2,5 Kilometern kommt dadurch zustande, dass um das Grundstück von Christian und Esther Siemes ein vom Reitwegenetz Schwansen freigegebener Reitweg verläuft, der eine Alternative zum Reiten an der Straße bietet.

Wer sich dafür interessiert, mit ecodots zusammenzuarbeiten, kann sich bei Sven-Hermann Pohlmann unter Tel. 04671 / 600    094 melden und im Gespräch mögliche Perspektiven für die eigene Fläche erarbeiten. Weitere Informationen über den Ablauf des Verfahrens mit allen Stationen und Voraussetzungen der Kooperation können unter www.ecodots.de eingesehen werden.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen