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Eckernförder Zeitung

19. Oktober 2017 | 02:31 Uhr

Naturpark bangt um jeden Euro

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Hans-Claus Schnack sorgt sich um die Zukunft der Erholungsgebiete im Kreis / Verwaltung knüpft Mittelvergabe an hohe Auflagen

shz.de von
erstellt am 13.Feb.2015 | 17:09 Uhr

Den Ausbau des Europawanderweges zwischen Schoothorst und dem Aschberg, ein Wanderweg von Bünsdorf nach Haby, neue Knick- und Reddertouren sowie Ruheplätze mit Informationstafeln – Ideen, um den Naturpark Hüttener Berge attraktiver zu gestalten, hat Hans-Claus Schnack viele, doch die kosten Geld. „Wir müssen jedes Jahr bangen, ob wir wieder Gelder vom Kreis Rendsburg-Eckernförde erhalten“, sagt der Vorsitzende des Naturparkvereins.

1970 hat der Kreis Rendsburg-Eckernförde die Trägerschaft für die drei Naturparke Aukrug, Westensee und Hüttener Berge übernommen. „Anfangs wurde noch viel investiert“, sagt Schnack, doch die Euphorie sei rasch verflogen. Der Kreis habe sich immer mehr aus der Pflege der Naturparke herausgezogen. „2007 standen wir vor einem Scherbenhaufen“, erinnert sich der Klein Wittenseer. Die Akteure in der Region sollten die Parke übernehmen, retten, was noch zu retten ist. 2009 gründet sich daraufhin der Naturparkverein Hüttener Berge. Vom Kreis erhielten die Naturparke, darunter auch die Schlei, insgesamt 72  000 Euro, 3000 Euro gingen an den Bundesverband Deutscher Naturparke. Für die Hüttener Berge betrug der Anteil 25  000 Euro.

Ende 2013 lief die Förderung aus. Es war Wahlkampf und Schnack nutzte diese Zeit, um Gespräche mit allen Fraktionen zu führen – nicht nur für den Naturpark Hüttener Berge, sondern für alle Parke des Kreises. Mit Erfolg. Die Zusage, auch über das Jahr 2013 hinaus die Naturparke zu fördern, war aber verbunden mit einer Änderung der Finanzierung. Statt einer vereinbarten Summe erhält der Naturpark Hüttener Berge ebenso wie der Naturpark Westensee rund 33 Prozent der Mittel, derzeit rund 23  000 Euro. An den Naturpark Aukrug gehen 22 Prozent, an den Naturpark Schlei rund 11 Prozent. „Wenn der Kreis die Gesamtmittel kürzt, springt auch für uns weniger heraus“, sagt Schnack. Dem Verein fehle dadurch Planungssicherheit. Zudem sei die Mittelvergabe mit viel Bürokratie verbunden. Ein Tätigkeits- und Haushaltsbericht, Projektbeschreibungen und Konzepte müssen bis 31. März der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) vorgelegt werden. Die prüft und entscheidet. „Das war vor ein paar Jahren alles noch einfacher“, sagt Schnack, da habe oft der kurze Dienstweg gereicht, um Mittel vom Kreis einzuwerben. Am 24. Februar sind wieder alle Vertreter der vier Naturparke zur Wirtschaftsförderungsgesellschaft für erste Gespräche geladen, dann geht es um den Zuschuss für 2016. Auch Vertreter von Verwaltung und der Fraktionen werden dabei sein. Im Herbst gibt es ein weiteres Treffen. „Ein hoher Verwaltungsaufwand“, findet Schnack. Dabei gehe es doch um eine vergleichsweise geringe Summe angesichts eines Kreishaushaltes von rund 315 Millionen Euro. Projekte hängen von der Höhe der Förderung ab, doch diese werde erst Jahr für Jahr bei den Haushaltsberatungen des Kreistages neu entschieden.

Neben konkreten Vorhaben, wie neuen Wanderwegen, verwendet der Verein viel Zeit und Geld für die Unterhaltung von Einrichtungen. Defekte Bänke müssen erneuert, Schilder aktualisiert und aufgestellt werden. Helfer, die anpacken wollen, sind da, betont Schnack. Er befürchtet, dass das Ehrenamt, das sich der Naturparke angenommen hat, von den Hemmnissen abgeschreckt werde, Aufgaben zu übernehmen. Mehr als 200 Menschen haben damals beim Naturparkplan mitgewirkt. „Es ist frustrierend, wenn man den Eindruck hat, dass unsere Arbeit nicht wahrgenommen wird“, so Schnack. Da der Kreis ja auch die Gelder für die lokale Tourismusorganisationen sowie den Ostseebäderverband gestrichen hat, seien die Naturparke gleich mehrfach betroffen.

Rund 30 Mitglieder zählt der Naturparkverein Hüttener Berge, das sind Beiträge von rund 1000 Euro. Weitere 6000 Euro gibt das Amt Hüttener Berge, 4500 Euro die Gemeinden – 50 Cent pro Einwohner. 

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