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Minenabwehr : Nato-Kommando für einen Eckernförder

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Fregattenkapitän Martin Schwarz aus Eckernförde übernimmt das Kommando über den Ständigen Minenabwehrverband 1 der Nato.

Mit Fregattenkapitän Martin Schwarz übernimmt am 21. Januar im Kieler Marinestützpunkt ein Eckernförder das Kommando über den Ständigen Minenabwehrverband 1 der Nato. Die „Standing Nato Groups“ sind die ständigen, multinationalen maritimen Reaktionsverbände, die sicherstellen, dass die Nato schnell und flexibel agieren kann. Insgesamt unterhält das Bündnis vier dieser Marineverbände, darunter zwei mit Minenabwehreinheiten. Um ihre Einsatzbereitschaft zu erhalten, nehmen die Flottenverbände jährlich an verschiedenen nationalen und internationalen Übungen teil. Zu den Aufgaben der Verbände gehören seit der veränderten sicherheitspolitischen Lage weltweit auch Embargooperationen, Search and Rescue Operationen (Suche und Rettung), humanitäre Hilfseinsätze sowie Katastrophen- und Anti-Terror-Einsätze.

Der Minenabwehrverband 1 besteht dabei aus unterschiedlich vielen und ständig wechselnden Minenabwehrschiffen verschiedener Nationen und ist im Rahmen der „Nato Response Force“ jederzeit zu Einsätzen in Krisengebieten bereit. Dabei geht es in erster Linie um die Sicherheit des Seeverkehrs und den Erhalt freier Seewege.

Martin Schwarz wurde in Wolgast geboren, lebt aber seit 20 Jahren in Eckernförde. Bis vor kurzem war der 44 Jahre alte Ehemann und Vater zweier Kinder im Verteidigungsministerium tätig. Jetzt wurde ihm die operative Führung des Verbandes übertragen. „Die Vorgaben kommen allerdings aus dem Marinehauptquartier der Nato im britischen Northwood“, sagt Martin Schwarz. „In den nächsten Wochen ist unsere Hauptaufgabe, aus den einzelnen Booten einen gut funktionierenden Verband zu formen.“

Der Verband wird am 25. Januar Kiel verlassen und sich zunächst der Suche nach Munitionsresten aus dem Zweiten Weltkrieg in der Kieler Förde widmen. Mit Sonar, ferngelenkten Unterwasserdrohnen und Tauchern geht es um deren Aufspürung, die Daten werden an den Kampfmittelräumdienst weitergeleitet. Dann geht es nach Kopenhagen. Im Laufe der Monate werden immer mehr Schiffe verschiedener Nationen dazustoßen. Es beteiligen sich diesmal Belgien, Polen, Großbritannien, Deutschland, Norwegen, die Niederlande, Estland, Lettland, Litauen und Dänemark. Für das erste Halbjahr sind Hafenbesuche in neun Ländern und die Teilnahme an unterschiedlichen Manövern geplant, unter anderem vor der britischen Atlantikküste. Zur Kieler Woche kehrt die Gruppe mit dem deutschen Flaggschiff, dem Tender „Donau“ aus Warnemünde, im Juni nach Kiel zurück. Im Anschluss übernehmen die Esten das Kommando.

Martin Schwarz freut sich auf die Aufgabe. Zwar wird er ein halbes Jahr von seiner Familie getrennt sein, „aber wer liegt schon gern im Hafen, wenn er wirklich gern zur See fährt?“

Zuletzt gab es 1999 einen Ernstfall für den Verband: Vor dem Kosovo bargen die Einheiten die Bomben, die von den Kampfflugzeugen vor ihrer Landung auf einem Flugzeugträger aus Sicherheitsgründen ins Meer geworfen wurden.




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