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Hörbuch-Vorstellung : Nah und fern: Lehmann und die anderen Literaten

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Schauspieler Hanns Zischler stellt Hörbuch "Provinzlärm" vor.

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erstellt am 06.Mai.2013 | 07:37 Uhr

eckernförde | Im April 2004 gegründet, erfreut sich die Wilhelm-Lehmann-Gesellschaft heute zunehmender Mitgliederzahlen und wachsenden öffentlichen Interesses. Die Gründungsmitglieder hatten es sich einst zur Aufgabe gemacht, Leben und Werk des Eckernförder Dichters Wilhelm Lehmann (1882 - 1968) ins Bewusstsein der Gegenwart zu holen. Internationale Literaturwissenschaftler erforschen seine Werke. Romane, Essays, Gedichte wurden neu aufgelegt, eine Veröffentlichung seines Gesamtwerkes liegt vor. Ein Wilhelm-Lehmann-Preis für zeitgenössische Lyrik wird vergeben - und jedes Jahr findet eine Literatur-Tagung in Eckernförde statt, so auch am 3. und 4. Mai im Ratssaal des Rathauses.

Stand die Tagung im letzten Jahr noch unter dem Titel "Lehmann und die Pädagogik", so legte sie diesmal den Schwerpunkt auf die Darstellung "Lehmann und die anderen". Karl-Heinz Groth, ursprünglich Ideengeber für die Literaturgesellschaft und Gründungsmitglied, hatte einen Vortrag über Lehmanns Beziehung zu Friedrich Hebbel (1813 - 1863) ausgearbeitet. Lehmann: "Ich selbst bin den weitaus größten Teil meines Lebens ohne Hebbel ausgekommen." Beide unterschieden sich drastisch in Lebensform und Schaffenskraft, dennoch gab Lehmann letztlich zu: "Einigen seiner Gedichte verdanke ich freudigen Herzschlag."

Sehr viel Erfreuliches hatte dann Dr. Wolfgang Menzel, Literaturwissenschaftler aus Karlsruhe, zu berichten. Er schilderte die ab 1915 lebenslange, innige Freundschaft Lehmanns zu dem Berliner Dichter und Verleger Oskar Loerke. "Wir tauschten unsere Arbeiten wie Gastgeschenke aus" - unter diesem Motto stand Dr. Menzels Rückblick auf eine lange Zeit tiefer Verbundenheit beider "Dichterkollegen" - über Loerkes Tod hinaus. Zwischen beiden habe kein Wettbewerb, kein Konkurrenzdenken stattgefunden, beide Seiten profitierten von einander, "sie waren sich nah und fern zugleich".

Sicher ein weiterer Höhepunkt der Tagung war Hanns Zischlers Angebot, das erste Wilhelm-Lehmann-Hörbuch live vorzustellen. Schauspieler Zischler hatte dieses "Buch" selbst gesprochen - vom Spiegel hoch gelobt. Er las aus "Der Provinzlärm" das gesamte Kapitel 20 so lebhaft, dass sich der Beweis per se einstellte: "Zur Literatur gehört die Stimme als 4. Dimension."(Zischler)

Schließlich gab es herzliche Worte des Dankes, der Anerkennung und der Würdigung: Prof. Dr. Uwe Pörksen aus Freiburg - Freund und Wegbegleiter Knut Kammholz’ von den Gründungstagen der Literaturgesellschaft an - dankte dem bisherigen Vorsitzenden für die immense, geleistete Arbeit und für die stete Gastfreundschaft in seinem Hause - sei es bei den zahlreichen Arbeitssitzungen oder den regelmäßigen Literaturabenden.

W.Lehmann, Literatur und Hörbuch - jederzeit vorrätig in der Buchhandlung am Gänsemarkt.

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