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Eckernförder Zeitung

20. September 2017 | 15:07 Uhr

Holtsee : Nährstoffe setzen dem Holtsee zu

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Kieler Studentin untersucht im Rahmen ihrer Masterarbeit den Nährstoffgehalt des Holtsees. Erste Ergebnisse sollen im Herbst vorliegen.

von
erstellt am 24.Apr.2014 | 07:27 Uhr

Holtsee | Das Algenwachstum ist in vollem Gange, innerhalb von nur zwei Wochen hat sich die Sichttiefe im Holtsee dramatisch verschlechtert. Für das Frühjahr sei diese Entwicklung zwar zu erwarten, aber im Holtsee besonders extrem, sagt Catharina Keim. Das lasse auf einen hohen Nährstoffgehalt schließen, betont die Kieler Studentin , die regelmäßig auf dem See und an den Uferzonen unterwegs ist, um neue Wasserproben zu entnehmen. Keim studiert am Institut für Natur- und Ressourcenschutz „Environment Management“ und schreibt über den Holtsee ihre Masterarbeit. „Bestandsaufnahme eines eutrophierten Sees“, so der Arbeitstitel. Zusätzlich wolle die Akademikerin Maßnahmen zur Renaturierung erarbeiten.

Über eine Bekannte aus Holtsee entstand der Kontakt zur Gemeinde, die sich schon seit langem die Verbesserung der Wasserqualität auf die Fahnen geschrieben hat und sich nun von der wissenschaftlichen Arbeit Catharina Keims Erkenntnisse erhofft. Mit 5000 Euro unterstützt die Gemeinde das Projekt, das im Herbst abgeschlossen werden soll. Geld, das Catharina Keim vor allem für die Arbeit im Labor, den Einsatz von Mitarbeitern und Fahrtkosten benötigt. Unterstützung erfährt die 28 Jahre alte Studentin auch vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR). Elisabeth Wesseler vom dortigen Seendezernat betreut die Arbeit von Catharina Kein.

In anderthalb und vier Metern Tiefe werden alle zwei Wochen Proben entnommen, die Messergebnisse über einen längeren Zeitraum miteinander verglichen. Ph-Wert, die elektrische Leitfähigkeit, Temperatur und Sauerstoffgehalt sind Parameter, die gleich vor Ort ermittelt werden können. Im Labor würden dann Phosphat, Nitrate und Ammonium bestimmt werden.

Da der rund zwei Hektar große See von Grundwasser gespeist wird, hat Catharina Keim mit einigen Helfern und in Absprache mit den Landeigentümern mehrere Grundwassermessstellen eingerichtet. Hierüber lasst sich feststellen, welche Qualität das Wasser hat, das dem See zufließt.

Das starke Algenwachstum in einem eutrophen, sprich nährstoffreichen See, zehrt den Sauerstoff auf. Dadurch entstehen auf dem Seegrund anaerobe Bereiche, in denen sich unvollständig abgebaute Stoffe ansammeln und faulen. Die Artenvielfalt des Gewässerbodens verarmt, der See droht „umzukippen“.

„Die Kanadagänse allein sind es nicht, die für die Nährstoffanreicherung im Holtsee verantwortlich sind“, sagt Catharina Keim überzeugt. Vielmehr vermutet die Studentin, dass auch die Abwässer , die die Meierei von 1948 bis 1972 in den See leitete sowie Einträge aus den angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen ihren Anteil an der schlechten Wasserqualität haben.

Doch Genaueres könne sie erst im Herbst sagen, wenn die Auswertungen der Messreihen vorliegen.

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