Freiwilligendienst : Nachhilfe bei 45 Grad Hitze

Lara Hollmann mit der kambodschanischen Landesflagge auf Wat Phnom in der Hauptstadt Phnom Penh. Foto:
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Lara Hollmann mit der kambodschanischen Landesflagge auf Wat Phnom in der Hauptstadt Phnom Penh. Foto:

Lara Hollmann ist als weltwärts-Freiwillige in Kambodscha und gibt Studenten Unterricht in Englisch.

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04. April 2013, 07:28 Uhr

Eckernförde/ Battambang | Die Eckernförderin Lara Hollmann absolviert einen einjährigen Freiwilligendienst in Battambang in Kambodscha im Rahmen des Programms weltwärts. Bereits seit acht Monaten ist die 21-jährige Abiturientin dort und arbeitet bei der Organisation Banyan Tree, die sich für die Förderung von Bildung und Armutsbekämpfung mit besonderem Fokus auf Waisenkindern und sozial schwachen Familien einsetzt. Sie berichtet von ihren Erfahrungen.

Wie fasst man fast acht Monate zusammen? Gar nicht erst versuchen? Toll? Unglaublich? Ich nenne gerne Eckdaten: Ich habe sieben Paar Flip Flops verbraucht (wobei die kürzeste Haltbarkeit gerade mal drei Tage betrug), habe zirka 8500 Fotos gemacht, hatte Begegnungen mit Tieren, die mir auf Bildern in Büchern doch lieber sind, habe Hühnchen-Nuggets für 100 Kinder frittiert und gerade in letzter Zeit habe ich wohl mehr geschwitzt, als die restlichen 20 Jahre meines Lebens zusammen.

Aber nun erzähle ich mal Schritt für Schritt: Nach fast acht Monaten habe ich mich eingelebt und einen Alltag gefunden. Momentan ist Trockenzeit und die Temperaturen steigen nach den kühlen Wintermonaten mit teilweise um die 25 Grad wieder, bis sie im April den Höchstwert des Jahres erlangen mit um die 45 Grad. Trockenzeit hat ihre Vor- und Nachteile. Vorteil ist wohl, dass man nicht, wie in der Regenzeit, mindestens einmal am Tag von der Natur geduscht wird. Dies ist aber auch gleichzeitig ein Nachteil - an den letzten Regen kann ich mich nun kaum mehr erinnern. Die Straßen sind so staubig, dass teilweise nur Hand vor den Mund halten hilft oder man einen Mundschutz tragen muss.

Ein normaler Tag beginnt für mich um acht Uhr morgens im Büro der lokalen Nichtregierungsorganisation Mlup Dam Poo (deutsch: Schatten von Banyan Tree), in der ich für die Öffentlichkeitsarbeit, Administration und Organisation zuständig bin. Es handelt sich um eine Partnerorganisation von Banyan Tree. Sie fördert unter anderem ein Patenschafts- und Stipendienprogramm, landlose Familien sowie lokale Infrastruktur- und Landwirtschaftsprojekte.

Nach meiner Mittagspause fahre ich mit meinem Fahrrad in unser Studentenwohnheim. Dort wohnen sieben Studenten, welche wir bei ihrem Bachelorstudium unterstützen. In der "Dorm", wie wir sie nennen, gebe ich montags bis donnerstags Nachhilfeunterricht in Englisch. Freitags ist "Activity-Friday", das heißt die Bücher werden im Schrank gelassen und wir spielen Theater, machen Sport, schauen Filme oder kochen. Außerdem gestalten meine Mitfreiwillige Susanne und ich Workshops, um auch die Softskills unserer Studenten zu fördern. So boten wir Mitte Januar einen Kurs an, in dem die Studenten entweder die Grundlagen von Photoshop erlernen oder einen Federtasche nähen konnten.

Nach der Dorm gehe ich jeden Werktag zum Khmer-Unterricht. Khmer ist die kambodschanische Landessprache. Meine Khmer-Lehrerin ist inzwischen eher so etwas wie meine beste kambodschanische Freundin geworden, sodass teilweise auch nur geredet wird - aber natürlich so gut wie es geht auf Khmer. Khmer ist relativ leicht zu lernen, da die Grammatik (gerade im Vergleich zur deutschen) nicht sehr schwierig ist. Leider ist die Aussprache umso schwerer, und ich musste viele Laute neu lernen, was das ein oder andere Mal schon fast zum Zungeverknoten führte.

Fragen beantwortet Lara Hollmann per Mail: lara.hollmann@banyan-tree-ev.de. Weitere Informationen gibt es auch unter www.banyan-tree-ev.de. Wer Lara Hollmann unterstützen möchte, kann dem Verein eine Spende zukommen lassen: Banyan Tree e.V., Konto: 347 10 04, Spardabank Nürnberg, BLZ: 760 90 500.

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