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B 76 : Nach vier Wochen ist die Fußgängerampel da

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

An der Einmündung Domstag soll man ab sofort wieder ohne Gefährdung die Straße überqueren können. Eine Fußgängerampel wurde installiert. Eine Blitzeraktion hat zuvor ergeben, dass dort jedes dritte Auto zu schnell fährt.

shz.de von
erstellt am 03.Jun.2015 | 06:39 Uhr

Eckernförde | Vier Wochen nach Ausfallbeginn der Ampelanlage an der Einmündung des Domstags in die B 76 ist eine Lösung für Fußgänger und Radfahrer gefunden: Seit gestern läuft eine Bedarfsampel, die jetzt zu beiden Seiten so deutlich gekennzeichnet ist, dass sie von den Autofahrern nicht übersehen werden sollte.

Während vor einer Woche nur eine kleine Bedarfsampel mit Lichtern an den Straßenrändern hinter der Einmündung in Richtung Kiel installiert wurde, kommt diesmal eine zweite Ampel vor der Einmündung hinzu. Die Lichtanlagen sind jetzt direkt über der Fahrbahn und damit weithin sichtbar angebracht. Zusätzlich sind auf jeder Seite dreieckige Schilder „Fußgänger kreuzen“ mit einem 30-km/h-Schild aufgestellt worden. Darüber hinaus steht vorher noch ein 30er-Schild. Die Autofahrer werden also langsam an die Kreuzung herangeführt.

Das wurden sie vorher auch schon, doch haben viele die Geschwindigkeitsbegrenzung ignoriert, wie Thilo Rohlfs, Leiter des Fachbereichs Umwelt,- Kommunal- und Ordnungswesen der Kreisverwaltung in Rendsburg, Schwarz auf Weiß feststellen musste. Am Montag hatte er eine Geschwindigkeitsmessung auf der B 76 im Bereich des Domstags, wo 30 km/h gelten, angeordnet. Das Ergebnis: Von 900 Messungen innerhalb von zwei Stunden am Nachmittag wurden 300 Überschreitungen festgestellt. „Jeder dritte Autofahrer fuhr zu schnell“, sagt Thilo Rohlfs. „Das ist sehr viel. Normalerweise werden deutlich unter 10 Prozent geblitzt.“ Der schnellste Fahrer wurde mit 64 Stundenkilometern festgestellt. Er dürfte mit einem Bußgeld in Höhe von 160 Euro, einem Punkt in Flensburg und mit einem einmonatigen Fahrverbot rechnen.

Die Geschwindigkeitsmessung war von Rohlfs angeordnet worden als einzige Möglichkeit, unterstützend tätig zu werden. „Die Messung entsprach auch den Bitten von Bürgern“, so Rohlfs. Er kenne die Situation für Fußgänger an dieser Stelle, habe sich selbst ein Bild vor Ort gemacht. „Ich habe verzweifelte Fußgänger gesehen, die über diese Straße wollten und wegen der schnellen Autos nicht konnten. Und jetzt lassen Sie am Wochenende das Wetter besser werden. Wie soll man denn da rüberkommen?“

Thilo Rohlfs kündigte an, weiterhin Geschwindigkeitsmessungen in regelmäßigen Abständen anzuordnen. Gestern Nachmittag jedoch funktionierte die Fußgängerampel. In der Hoffnung, dass dies weiterhin der Fall ist und die Autofahrer den Fuß vom Gas nehmen, werden Blitzaktionen vielleicht nicht mehr erforderlich sein.

Dass die Einrichtung einer Übergangslösung so lange gedauert hat, begründet der Leiter des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr in Rendsburg, Matthias Paraknewitz, in einer Pressemitteilung so: „Die Büstra-Anlage am Domstag stellt eine Sonderform in ihrer Steuerung dar, bei der im Gegensatz zu üblichen Anlagen eine vielschichtige Verknüpfung von Bahn- und Lichtsignalanlage gebaut wurde. Die Errichtung einer Übergangslösung war deshalb kompliziert, da zwingend auf die Signale der Bahn und der Schrankenanlage des Bahnübergangs Rücksicht genommen werden musste und mit der Bedarfsampel keine neuen Gefahrensituationen, zum Beispiel Rückstau auf dem Bahnübergang, entstehen durften. In Einzelfällen kann es deshalb gelegentlich zu längeren Wartezeiten für Fußgänger kommen.“ Parallel laufen die Gespräche mit der Bahn zu einer Erneuerung der Anlage weiter.

 

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