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Abschied : Nach Generationen von Schülern: Jetzt geht „Hausi“

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Nach fast 32 Jahren als Hausmeister an der Schule Mittelschwansen in Waabs wird heute Peter Jeß verabschiedet. Schüler, Pädagogen und Eltern sagen Danke.

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erstellt am 15.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Er hat Generationen von Schülern als Erstklässler kommen und als Jugendliche gehen sehen – jetzt geht Peter Jeß (62) selbst. Der gebürtige Holzdorfer blickt heute auf fast 32 Jahre als Hausmeister an der Schule Mittelschwansen zurück. „Es waren sehr schöne Jahre“, sagt er, die ihm viel Spaß machten. Wenn die Atmosphäre an der Schule, die Aufgaben und das Lehrerkollegium nicht gepasst hätten, dann wäre er sicher nicht so lange geblieben.

An seinem damals ersten Tag im Juli 1982 sei er bestimmt so aufgeregt gewesen wie heute, meint er und erinnert sich noch gut, wie klein die Schulgebäude damals waren, obwohl rund 360 Schüler von über 20 Pädagogen unterrichtet wurden. „Zwischen Schule früher und heute liegen Welten“, sagt Jeß. Er hatte in Eckernförde bei der Raiffeisen HaGe Landmaschinenmechaniker gelernt und dann bei der Siegfried Werft gearbeitet. Durch Zufall hätten er und seine Frau Freya damals von der Suche nach einem Hausmeisterpaar für die Schule in Waabs gehört. Zu der Zeit wohnten sie schon direkt neben der Schule. Gemeinsam übernahmen sie die Aufgaben und zogen in die Hausmeisterwohnung an der Schule, ein kurzer Umzug für das Paar mit zwei Töchtern. Freya wurde bereits vor einem Jahr von der Schule verabschiedet.

Zu Beginn seiner Zeit bot der Schulstandort neben der Grund- und Hauptschule auch eine Sonderschule, die später integriert wurde. Schulleiter Czuja übergab 1989 sein Amt an Jürgen Zinkmann, der bis 2006 die Schule leitete. Damit begann eine Zeit, in der die Schule mehrfach angebaut, erweitert, umgebaut und modernisiert wurde. Für Jeß viele Aufgaben, um für die Handwerker Ansprechpartner zu sein, die Arbeiten zu begleiten und immer wieder Möbel ganzer Klassenräume und Schultrakte um zu räumen.„Da konnte ich selbstständig arbeiten, das hat mir viel Spaß gemacht“, so Jeß. Lob für seine Arbeitseinstellung, seine stets gute Laune und sein Gespür, wo, was, wann zu machen ist, gibt es von Schulleiterin Sabine Weber. „Er gehörte zum Kollegium und wir konnten uns immer auf ihn verlassen“, sagt sie. Und zu tun gibt es an der weitläufigen Schule mit Sportplatz, Sporthalle, Gebäuden und großer Außenanlage immer etwas. „Man muss immer gut davor sein“, sagt Jeß, „dann türmen sich auch keine Berge vor einem auf“. Und daher wurden Schäden oder Schmierereien immer sofort entfernt, damit der saubere Eindruck erhalten blieb. Sein Umgang mit den Schülern war immer von Respekt und Vertrauen geprägt. Böse oder gar laut werden musste er nie, seine Linie war den Schülern bekannt. Und etwas kaputt machen oder zu zerstören, dass mochten sie „Hausi“, wie Jeß liebevoll von allen gerufen wird, nicht antun. Streiche spielten ihm die Schüler nicht. Er kannte seine Schüler und wusste, sie zu nehmen, dass am Ende alle lachen mussten. Gerne erinnert er sich an eine Gruppe Hauptschülerinnen, die im Mädchen-WC unerlaubt rauchten. Sie dachten, er dürfte ihnen nicht folgen, so Jeß. Also stellte er sich in die offene Tür und schleuderte mit einem Becher Wasser in die Kabinen, da er ja den Rauch sah. Wenig später seien die Mädchen aus dem Raum gekommen und lachten.

Er gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge, weil er sich natürlich auch auf seine neue Freiheit freut. Ihre Wohnung an der Schule behalten sie, sie ist nicht mehr die Hausmeisterwohnung. Und wenn er künftig die Schulklingel hört, kann er sich noch mal genüsslich umdrehen. Langweilig wird es ihm und seiner Frau Frya bestimmt nicht. Sie haben sich ein Motorboot mit Kabine gekauft und wollen über Ostsee und Schlei fahren. Der erste Törn geht die Schlei bis Schleswig aufwärts, um das neue Boot kennen zu lernen.

Seine Aufgaben weiß Peter Jeß bei seinem Nachfolger Sven Soll in guten Händen. Seit dem 1. April hat er ihn schon eingearbeitet.

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