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Familie und Beruf : Nach der Kinderpause zurück in die Führungsetage

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

In der Reihe Familie und Beruf von EZ und Gleichstellungsbeauftragte Nina Jeß vom Amt Schlei-Ostsee stellt Angela Hippert ihren Wiedereinstieg in den Beruf vor.

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erstellt am 19.Feb.2014 | 06:00 Uhr

Hummelfeld | Sie hat ihre Ausbildung bei der Förde Sparkasse gemacht, sich innerhalb von 15 Jahren durch Fortbildungen und Studien zur Führungskraft ausgebildet und als Führungskraft im Vertrieb gearbeitet. Dann kam 2007 ihr Kind zur Welt – für Angela Hippert (37) war da nicht klar, wie sie später wieder in ihren Beruf zurückkehren und ob sie wieder in eine Führungsposition gelangen kann.

Dass sie nach einer Elternzeit wieder berufstätig werden wollte, war ihr klar „die Arbeit macht mir einfach so viel Spaß“, sagt sie. Jetzt ist sie seit drei Jahren wieder bei der Förde Sparkasse tätig und konnte in Teilzeit eine Führungsposition übernehmen. Seit Januar 2013 ist sie Regionaldirektorin für den Filialverbund Schwansen mit vier Filialen und zwölf Mitarbeitern.

Unterstützt hat ihr Arbeitgeber diesen Wiedereinstieg, in dem er ihre Stelle um Aufgaben reduziert und zugleich Möglichkeiten des Arbeitens zu Hause ermöglicht hat. Ergänzt durch Gleitzeitregelungen und eine sehr gute Kollegialität der Mitarbeiter, könne sie so Kind und Beruf unter einen Hut bekommen.

Hilfreich und absolut notwendig ist aber auch die Aufgabenteilung mit ihrem Mann, der ebenfalls bei dem Geldinstitut als Führungskraft arbeitet. „Und wenn alle Stricke reißen, dann habe ich glücklicherweise noch meine Eltern, die einspringen“, sagt Angela Hippert. Das sei nicht selbstverständlich, aber eine ganz große Sicherheit und ein Glücksfall. Das Bedürfnis vieler Berufstätiger nach längeren Betreuungszeiten an Kindertageseinrichtungen werde mehr und mehr Rechnung getragen, hat sie festgestellt. Das erleichtere den Wiedereinstieg auch.

Ungeachtet der Hilfestellungen vom Arbeitgeber und der guten Absprache in der Partnerschaft, muss Familie Hippert doch täglich planen, wer bringt das Kind zum Kindergarten, später zur Schule, wer holt wann ab und vieles mehr. „Organisieren und planen gehört dazu“, sagt die Regionaldirektorin. Und auch im Krankheitsfall des Kindes, griffen die verschiedenen Möglichkeiten bisher, um Zeit für das Kind zu haben. Rückblickend wolle sie nicht tauschen, alles lief sehr gut. Hilfreich war auf jeden Fall, dass es möglich war, zunächst mit einer halben Stelle anzufangen. Ohne Führungsaufgaben wollte sie nach drei Jahren Pause erst einmal an der Basis im Kundenservice wieder reinkommen. Die nächste Stufe war eine kleine Führungsposition, die sie sich mit einer weiteren Mutter teilte, bis sie dann am Januar 2013 mit 80 Prozent einstieg.

Es habe ihr immer sehr gut getan, sich auf das zu konzentrieren, was sie gerade macht – also ganz für das Kind da sein, oder eben ganz bei der Arbeit zu sein. So habe sie auch kein schlechtes Gewissen bekommen, sondern war selber sehr zufrieden.

Ihr Wiedereinstieg sei geglückt – Familie und Beruf können nebeneinander bestehen. Dabei macht sie Frauen Mut, auch ihre berufstätigen Männer mehr in die Verantwortung zu nehmen. Miteinander reden, auch beim Arbeitgeber nach Lösungsmöglichkeiten fragen und ein verlässliches Netz im Privaten aufbauen, eröffneten viele Chancen für eine Berufstätigkeit mit Kind.

 

Vereinbarkeit Familie und Beruf

Den Ein- und Wiedereinstieg in den Beruf nach einer Kinderpause zu meistern, ist nicht einfach. Mit Beispielen aus der Praxis und Infoveranstaltungen wollen EZ und die Gleichstellungsbeauftrage des Amtes Schlei-Ostsee Hilfen anbieten: Steffi Harms vom Frauennetzwerk Schleswig-Holstein, Mittwoch,12. März, 20 Uhr, im Sportheim Fleckeby: Gemeinsam zwischen Schreibtisch, Spüle und Spielplatz über den Weg zum partnerschaftlichen Familienmodell. Corinna Schmidt, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Neumünster, 25. März, 9 bis 11 Uhr, Alten Post Rieseby über „Zurück in den Beruf“ sprechen. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung unter Tel. 04351/ 73 79 130 oder per E-mail an nina.jess@amt-schlei-ostsee.de wird gebeten. Fragen zum Thema per Mail an Jess. Infos unter: http://www.shz.de/lokales/eckernfoerder-zeitung/eckernfoerder-zeitung-familie-und-beruf/.

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