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Feuer : Nach dem Jubiläum Feuer im Gasthaus Blumenthal

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Feuer in der Gaststube vom Gasthaus Blumenthal / Feuerwehren verhindern Schlimmeres / Gebäude gerettet

von
erstellt am 25.Feb.2017 | 06:46 Uhr

Holzdorf | Am Montag wurde noch das 60-jährige Betriebsjubiläum gefeiert, Freitagmorgen stand die Gaststube im Gasthaus Blumenthal in Flammen. Rund 45 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Söby-Holzdorf und Damp-Dorotheenthal konnten gestern früh durch ihre sehr frühzeitige Alarmierung und ihren umsichtigen Einsatz weit Schlimmeres verhindern. Um 4.31 Uhr war der Alarm bei den Kameraden der Söby-Holzdorfer Wehr erfolgt, berichtete Einsatzleiter und Wehrführer Burkhard Nielsen. Um etwa 6.30 Uhr war die Situation unter Kontrolle. Das Feuer konnte auf die Gaststube begrenzt, ein Durchzünden verhindert werden. Das Gebäude wurde gerettet, Personen kamen nicht zu Schaden, so Nielsen. Die Polizei schätzt den Schaden auf einen höheren fünfstelligen Betrag. Die Kriminalpolizei Eckernförde hat den Brandort beschlagnahmt. Nach einer ersten Einschätzung dürfte ein technischer Defekt brandursächlich sein. Allerdings wird noch ein Sachverständiger vom Landeskriminalamt Kiel zur Begutachtung hinzugezogen, teilte die Polizei mit.

Inhaber Kirsten-Fritz Schultze, der im benachbarten Gebäude wohnt, war nachts wach geworden, stellte Brandgeruch fest und alarmierte umgehend die Feuerwehr. Wenig später standen schon die Freiwilligen Feuerwehrleute der Söby-Holzdorfer Wehr vor der Tür. Nielsen schickte den ersten Atemschutzgerätetrupp in die total verqualmte Gaststube. „Da war totale Dunkelheit, Null Sicht und große Hitze“, berichtete er. Ulrich Schäfer, der in dem Trupp die Lage erkundete, bestätigte, dass sie sich tastend vorwärts bewegten. Sie suchten die Hitzequelle, denn auch die Wärmebildkamera leistete bei dem extremen Qualm nur bedingt Hilfe. Zwischenzeitlich hatte Nielsen bereits die Damp-Dorotheenthaler Kameraden nach alarmiert, da sie viele Atemschutzgeräteträger benötigen würden.

„Die Kameraden waren sehr umsichtig“, sagte Nielsen. Sie hätten trotz der schlechten Sicht nicht die Fenster geöffnet. In dem Fall wäre es vermutlich zur Durchzündung gekommen. „Wir waren auf die Sekunde richtig da“, sagte Schäfer, sonst hätten sie vielleicht das ganze Haus löschen müssen, wie Nielsen ergänzte. Es habe einfach alles gepasst, sagte der Wehrführer und lobte auch die gute Zusammenarbeit mit den Damper Kameraden.

Geschockt und ungläubig schauten gestern Morgen Astrid Marten und ihr Mann Klaus auf den Gasthof. Die Schwester von Kirsten-Fritz Schultze und ihr Mann wurden nachts aus dem Schlaf gerissen und verfolgten die Löscharbeiten. „Wir sind froh, dass niemanden etwas passiert ist“, sagte Astrid Marten, deren größter Wunsch es war, dass die Helfer ihr das Reservierungsbuch vom Tresen retten. Doch das gelang nicht. Gerade am Tresen waren die Flammen am größten. Gesichert wurden allerdings mit starken Brandschäden, einige Gästebücher, in denen am Montag beim Empfang zum Jubiläum noch die Gäste die besten Wünsche zu Papier brachten. Nun ist erstmal Pause, die Kripo hat den Brandort beschlagnahmt, sagte Klaus Marten. In der kommenden Woche nimmt die Versicherung den Schaden auf. Weiter denken sie noch nicht, so langsam wird ihnen bewusst, was passiert ist. „Ich kann es noch gar nicht glauben“, sagte Astrid Marten. Während die vorderen Räume durch die große Hitze und den Qualm stark beschädigt sind, wurde der Saal wenig betroffen, berichtete Nielsen.

Dirk Radeck, Bürgermeister von Holzdorf, kann es nicht fassen. Am Montag hatte er noch davon berichtet, wie wertvoll der Gasthof für den Ort sei. Es sei ein Treffpunkt für alle. Er bot den Familien Schultze und Marten seine und die Hilfe der Gemeinde an.

Die nächste Sitzung der Gemeinde am Mittwoch, 1. März findet nun nicht in Blumenthal, sondern im Jugendraum an der Sporthalle Seeholz statt.

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