Nach dem Forsteinsatz gehts kreativ weiter

Fertigten Gesichtsmasken aus Gips: Erik Schulte-Göcking (liegend), Henning Ehlers und AG-Leiterin Manda Steinhauser.
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Fertigten Gesichtsmasken aus Gips: Erik Schulte-Göcking (liegend), Henning Ehlers und AG-Leiterin Manda Steinhauser.

Vormittags säubern sie Flussläufe, pflegen Biotope und Baumbestände, am Nachmittag wird gebastelt und am Abend treten sie zum Singewettstreit an - den 36 Kindern und Jugendlichen wird auch beim 39. Offenen Jugendwaldlager viel geboten.

shz.de von
06. August 2009, 03:59 Uhr

Hütten | Langeweile kennen sie nicht und auch Heimweh hat es nur in den ersten Tagen vereinzelt gegeben. Die 33 Jungs und drei Mädchen aus ganz Schleswig-Holstein erleben derzeit zwei aufregende Wochen. Sie schlafen in Zelten oder sogar mitten im Wald und helfen tatkräftig den Waldarbeitern. "Der Bachlauf der Orchideenwiese muss entschlammt werden, die Streuobstwiese gepflegt und an einigen Stellen, wo der Baumbestand zu hoch ist, müssen Pflanzen entfernt werden", nennt Finn Martin einige der Aufgaben, die die Teilnehmer gemeinsam mit Revierförster Thomas Kahn und seinen Waldarbeiten Karl-Heinz Jacobs und Klaus Kühl übernehmen. So werden beispielsweise auf dem Lehnsberg die jungen Eichen von hohem Bewuchs befreit.

Der 19-jährige Finn Martin aus Ellerau hat die Lagerleitung in diesem Jahr, seine Stellvertreterin ist Yana Kahl (20) aus Eckernförde. Die weiteren Betreuer aus der Waldjugend kommen aus ganz Norddeutschland, viele aus Hütten, einige auch aus Burg, Mölln und Glücksburg.

Am Nachmittag stehen Arbeitsgemeinschaften auf dem Programm. Hier werden Spielzeuge gebastelt, Gipsmasken gefertigt und gemeinsam mit Frauke Beyer eine Lagerzeitung erstellt, die die Kinder zum Abschluss der zwei Wochen zur Erinnerung erhalten. Außerdem ist eine Wattwanderung, ein Besuch im Erlebniswald Trappenkamp sowie im Wellenbad in Eckernförde geplant.

Betreut werden die 36 Kinder von zwölf erfahrenen Waldläufern. Außerdem wird das Team unterstützt von Helfern in der Küche, dem Fahrdienst sowie Hausmeistern. Das Essen bekommt die Gruppe in diesem Jahr erstmals vom Kreiskrankenhaus Rendsburg. Die Bundeswehr konnte in diesem Jahr nicht diesen Service bieten, die hatten mit der Weltmeisterschaft im Maritimen Fünfkampf alle Hände voll zu tun. "Als wir das erfuhren, mussten wir noch schnell umorganisieren", erzählt Finn Martin, doch wenige Wochen vor Lagerbeginn hat dann alles mit dem Krankenhaus geklappt.

Einer der erfahrenen Waldläufer ist Eike Philipps aus Friedland. In seiner Arbeitsgemeinschaft üben die Kinder und Jugendlichen, im Wald zu "überleben". "Wir lernen, was im Wald essbar ist, wie man eine Brücke baut oder Erste-Hilfe leistet", erzählt Philipps. Außerdem wollen sie Bannocks braten. Für die Teigspeise muss Wasser gefiltert und abgekocht werden. Anschließend will die Gruppe der Survival-AG sogar einen Topf aus Lehm formen und darin das Bannocks zubereiten.

Zum Lagerleben gehört natürlich auch ein Lagerfeuer und Musik. Morgen findet ein Singewettstreit statt, bei dem die Gruppen gegeneinander antreten.

Die weiteste Anreise haben vermutlich Kusuga (10), Felix (12) und Alwin (14) Komolong hinter sich. Die drei Brüder kommen aus Papua-Neuguinea, einer Insel nördlich von Australien und sind die Cousins von Frauke Beyer aus Hütten. Sie sind zu Besuch bei ihren Großeltern und nutzen dies mit einer Teilnahme an dem Jugendwaldlager.

Mit 4000 Euro bezuschussen die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten das Jugendwaldlager. Weiteres Unterstützung gibt es von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald.

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