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OHNSORG THEATER : Nach 25 Jahren Ehe im Bett nur noch Zwiebeln und Plätzchen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Aufführung des Ohnsorg Theaters „Wenn de Katt ut’n Huus is“ begeistert das Eckernförder Publikum. Die Stadthalle war am Dienstagabend komplettausverkauft.

„Ik fohr nich in Urlaub, Milda...nicht in’t Utland.“ Hätte der arme Schorsch das nur getan, wäre ihm doch so mancher Ärger erspart geblieben. Aber so nehmen die Dinge ihren Lauf und die Zuschauer in der ausverkauften Stadthalle sahen am Dienstagabend ein höchstvergnügliches Lustspiel des Ohnsorg Theaters, inszeniert von Folker Bohnet.

„Wenn de Katt ut’n Huus is“ lautet der Titel der Komödie in vier Akten, in der die sechs Schauspieler in allen möglichen Varianten das große Themenfeld Sexualität in der Ehe und Seitensprünge behandeln – stets mit einer großen Schlitzohrigkeit und einem gehörigen Augenzwinkern.

Schorsch (Erkki Hopf) teilt mit seiner Frau Milda (Sandra Keck) zwar noch das eheliche Bett – mehr aber nicht. Diese möchte mit einer Neuauflage der Flitterwochen vor 25 Jahren (einer Reise ins englische Brighton) ihrer Ehe wieder neues Leben einhauchen. „Du heest allens wat en Mann so bruuk, aver du sett dat nich in“, bringt Milda das Problem auf den Punkt. Der liebe Schorsch weigert sich partout. Das eheliche Bett benutzt er lieber, um Zwiebeln und Butterplätzchen zu essen.

In dieser Situation betritt Mildas Schwester Edda Dubner (Beate Kiupel) die Szene. Auch bei ihr hängt der Haussegen schief. Ihr reicher Hubert (Till Huster) hat eine Affäre mit seiner Sekretärin Schörlie Freese (Tanje Rübcke). Die Zuschauer haben ihren Spaß, als Edda ihrer Schwester Milda von Huberts Manneskraft berichtet, immer nachmittags um 4 Uhr: „Dat du noch loopen kanns, Edda“, wundert sich Milda. So entscheiden die beiden Schwestern, nach „Brighton on the sea“ zu fliegen und dort nach neuen Verehrern Ausschau zu halten. Der Frauenheld Hubert reagiert entsprechend und arrangiert gegen Schorschs Willen einen Abend mit seiner großzügigen Schörlie und ihrer auf den ersten Blick prüden Freundin Schantall (Kristina Bremer). Es kommt, wie es kommen muss – die Ehefrauen, deren Flug aufgrund eines Streiks des Bodenpersonals abgesagt wurde, sind unerwartet zurück. Turbulente Verwicklungen kündigen sich an, in deren Verlauf Schantall halbnackt auf der Suche nach einem Fleckenentferner die Szenerie betritt und der arme Schorsch für einen Ehebrecher gehalten wird. Das Mitleid des Eckernförder Publikums war ihm sicher. Deutlich war aus den ersten Reihen zu hören: „Sünde – was kann er denn dafür?“

Schorsch kann das Zusammentreffen der Frauen nicht verhindern, aber Milda verzeiht ihm, Hubert ist als der Schwerenöter ausgemacht – dem Milda selbst eindeutige Avancen macht. Nach der ganzen Aufregung enden Schorsch und Hubert gemeinsam in der Stube auf dem Schlafsofa und Schorsch singt sich mit „Tiritomba“ selbst in den Schlaf – um morgens allein aufzuwachen. Und Hubert? Der hat seiner Schwägerin nachts einen Besuch abgestattet.

Die größtenteils älteren Zuschauer waren von der Aufführung begeistert und spendeten nach rund zwei Stunden kräftigen Applaus.

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