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naturschutzbund : Nabu-Helfer schaffen Platz für rund 2000 Orchideen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Arbeitseinsatz in der Goosseeniederung: Die Ortsgruppe Eckernförde des Nabu hat sich ordentlich ins Zeug gelegt, um den Orchideen ideale Wachstumsmöglichkeiten zu bieten. Dafür haben sie viel Schilf geschnitten.

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erstellt am 18.Feb.2014 | 08:18 Uhr

Das nächste Frühjahr kommt bestimmt, und mit ihm die ebenso seltenen wie sehenswerten heimischen Orchideen. Die Ortsgruppe Eckernförde des Naturschutzbundes (Nabu) hat sich am Sonnabend ordentlich ins Zeug gelegt, um den Orchideen ideale Wachstumsmöglichkeiten zu bieten. Beim schweißtreibenden Einsatz haben die Naturschützer ausgewählte Schilfflächen in den Goosseewiesen gemäht und dafür gesorgt, dass die lichtempfindlichen Orchideen (Knabenkräuter) im bevorstehenden Frühjahr beste Voraussetzungen zum Wachstum vorfinden.

Vor rund 30 Jahren wurden dort die ersten neun Exemplare des seltenen Breitblättrigen Knabenkrauts (Dactylorhiza majalis) gefunden, berichtete Nabu-Vorsitzender Jürgen Schmidt. Um den Bestand dieser geschützten Art zu sichern, musste verhindert werden, dass Schilf in diese Flächen einwandert und das vorhandene Schilf regelmäßig im Winterhalbjahr gemäht und aus dem Gelände getragen werden – mit Maschinen war in dem Feuchtgebiet nichts zu machen. In Ausnahmefällen erhielt der Nabu auch die Genehmigung, das Schilf außerhalb der zu schützenden Flächen zu verbrennen.

Die langjährige Hege und Pflege zum Schutz dieser Pflanze, im Volksmund auch „Kuckucksblume“ genannt, hat dazu geführt, das 2012 rund 2000 blühende Exemplare nachgewiesen werden konnten, im vergangen Jahr waren es 1622 Stück. Unweit dieses feuchten Standortes auf einer Trockenrasenfläche kommt das Gefleckte Knabenkraut (Dactylorhiza maculata) vor. Eine Orchidee kann nach Angaben des Nabu bis zu 180 000 Samen produzieren, ein Samenkorn ist winzig klein. Die Samen enthalten keinerlei Nährstoffe für den Keimling, deshalb ist dieser auf die Hilfe eines Pilzes als „Amme“ angewiesen. Ohne Pilz können Orchideen nicht aufwachsen und gedeihen. Viele Orchideenarten sind zeitlebens auf „ihren“ Pilz (Myzel) angewiesen. Wenn die Samen reif sind und am Boden liegen, werden diese Flächen wieder extensiv von Schafen beweidet. Auf diese Weise wird die Ausbreitung der Schilfpflanzen auch verhindert. In diese Pflanzengesellschaft gehört auch der seltene Fieberklee, der am gleichen Standort vorkommt.

Vor den großen Flurbereinigungen gab es im Norden noch zahlreiche Orchideenarten. Durch Trockenlegung von Wiesen und Triften und dem Umbruch von Weiden zu Ackerland seien viele heimische Pflanzen verschwunden, „unsere Orchideen stehen inzwischen alle auf der roten Liste der vom aussterben bedrohten Pflanzen“, so Schmidt.


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