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Eckernförder Zeitung

18. Oktober 2017 | 18:35 Uhr

Nabel der Welt und Blick auf die Realität

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 13.Mär.2015 | 12:07 Uhr

An Eckernförde wird die Welt genesen. So in etwa kommt es einem vor, wenn man die Intensität der Debatten um die Themen Bodenschutz und Klimaschutzkonzept miterlebt hat. Während der Vortrag von AWR-Geschäftsführer Ralph Hohenschurz-Schmidt zum Thema Bodenschutz noch sehr nachvollziehbar, konkret und einprägsam war und genau ins Schema „global denken, lokal handeln“ passt, kam das Thema Klimaschutzkonzept doch reichlich diffus und starr daher. Das liegt sicher auch daran, dass es sich um ein von Brüssel und Berlin übergestülptes Thema handelt, das zudem noch höchst kompliziert bis verwirrend strukturiert ist und wirklich niemanden von den Sitzen reißt. Aber egal: So ein Klimaschutzkonzept muss ja wohl sein, sollte dann aber zumindest zeitsparend und stringent durchgezogen und nicht noch durch hyperintelligente Nachfragen zusätzlich verkompliziert werden. Erarbeiten lassen, 65  000 Euro zahlen, abstimmen und 65 Prozent Zuschuss kassieren – den Rest überlassen wir mal schön der großen Politik. Das entschlackt die Ortspolitik und schärft den Blick für die wichtigen Themen in Eckernförde.

Nach dieser Umweltausschussitzung und auch phasenweise der Bauausschusssitzung von vergangener Woche mit der kaugummiartig-zähen und unproduktiven Debatte über den B-Plan südöstlicher Jungfernstieg sollte sich die Ratsversammlung ernsthaft überlegen, ob sie die öffentlichen Sitzungen der städtischen Gremien wirklich in naher Zukunft per Live-Stream im Internet übertragen will – es könnte abschreckende Wirkung haben.

Wirkliche Probleme scheint es also nicht zu geben. Schön wäre es, wenn’s denn wirklich so wäre. Aber der Blick zum maroden Bahnhof, zur Nooröffnung, auf die B 76 mit der nervigen Ampelschaltung am Lornsenplatz oder die geplante, kostspielige Neupflasterung der Fußgängerzone und der anliegenden Plätze zeigen, dass da zumindest noch Konfliktpotential schlummern könnte. Was aber auch ganz natürlich ist in einer relativ dynamischen Stadt mit einem demografischen Problem, in der vieles anderes (und besser) läuft als in umliegenden Städten.

An diesen Sachthemen wird zu arbeiten sein. Nach bestem Wissen und Gewissen. Abgerechnet wird bei der nächsten Kommunalwahl im Jahr 2018.

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