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Mutmacher-Kampagne für mehr Frauen in der Politik

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Abschlussaktion der Gleichstellungsbeauftragten zum Thema „Frauen in die Kommunalpolitik“ in Eckernförde

von
erstellt am 05.Okt.2017 | 06:07 Uhr

Die Gemeinden rüsten sich für die Kommunalwahl am 6. Mai 2018. Die Themen sind klar umrissen und bereits jetzt Bestandteil der politischen Diskussionen: Straßenausbaubeiträge, Windkraft, Kita-Gebühren, Haushalt, ÖPNV oder Großprojekte wie die Nooröffnung oder Entwicklung des Bahnhofsquartiers in Eckernförde. Mit Spannung wird allerorten die Aufstellung der Kandidaten erwartet. Und da sollen insbesondere die Frauen eine stärkere Rolle spielen und mitentscheiden, was in den Gemeinden passieren soll. Mit ihrer großen Kampagne „Frauen in die Kommunalpolitik“ unterstützen sechs Gleichstellungsbeauftragte aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde bereits seit Januar eine stärkere Einbindung von Frauen in die Politik vor Ort, dort, wo Entscheidungen die Menschen direkt berühren. Gestern informierten Bibeth von Lüttichau, Gleichstellungsbeauftragte des Amtes Hüttener Berge, und ihre Amtskollegin Nina Jeß vom Amt Schlei-Ostsee mit Unterstützung von Politikerinnen aus der Region die Passanten in der Fußgängerzone in Eckernförde. „Vor Ort: Mitreden, Mitentscheiden, Mitgestalten“ lautete die Botschaft der Abschlussaktion. Die freundliche Ansprache durch die beiden Gleichstellungsbeauftragten sowie bekannte Politikerinnen wie Serpil Midyatli, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, der SSW-Abgeordneten Jette Waldinger-Thiering oder der beiden Bürgermeisterinnen Ulrike von Bargen (CDU) aus Thumby und Ursula Schwarzer (SPD) aus Fleckeby und natürlich die Bedeutung des Themas an sich kamen gestern vormittag bei fast allen Passanten gut an. Schnell war man im Gespräch, man sah angeregte Diskussionen und viel Kopfnicken bei Frauen und bei Männern.

„Es ist sehr wichtig, dass sich mehr Frauen in der Kommunalpolitik engagieren“, sagt Jette Waldinger-Thiering. Während die Eckernförder Ratsversammlung mit zahlreichen engagierten Frauen weiblich gut bestückt sei, sei dies bis auf Ausnahmen im Umland leider noch nicht so ausgeprägt. „Torten für das Kinderfest werden wie selbstverständlich von Frauen gebacken, aber im Bau- und Finanzausschuss muss man nach ihnen suchen“, sagt Bibeth von Lüttichau, die sich mehr Mut von den Frauen und mehr Unterstützung durch die Männer wünscht. „Frauen sollten sich ruhig trauen. Es ist wichtig, dass Frauen in ihrem Lebensumfeld gestaltend mitwirken.“ Viele Frauen wüssten beispielsweise nicht, dass Gemeinden auch nachgewiesene Kinderbetreuungskosten oder Pflegekosten für die Zeit der ehrenamtlichen Tätigkeit in der Kommunalpolitik ersetzen. Auch Verdienstausfall, Fahrt- und Reisekosten würden laut der Entschädigungsverordnung des Landes übernommen.

Aber an erster Stelle steht das Engagement und der Wunsch der Frauen, in ihren Gemeinden Verantwortung zu übernehmen. So wie dies beispielsweise Ulrike von Bargen in Thumby oder Ursula Schwarzer in Fleckeby tun. „Wir möchten gerade auch Männer mobilisieren, dass sie Frauen ermutigen, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren“, sagt Ulrike von Bargen. In Thumby gebe es neben ihr nur noch eine Gemeindevertreterin. In Fleckeby sind es drei von 15 Gemeinderatsmitgliedern. Die Kandidatenliste zumindest der SPD für die nächste Kommunalwahl ist aber schon mal paritätisch besetzt, sagt Bürgermeisterin Schwarzer.

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