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Folk Baltica : Musikalische Reise über den atlantischen Ozean

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Folk Baltica Festival gastiert in der St.Jürgen Kirche / Abwechslungsreiches Programm internationalen Musikern

Gettorf | Überraschend im besten Sinne des Wortes war das Folk Baltica-Konzert in der St. Jürgen Kirche Gettorf. Die Zuhörer erlebten die Darbietung eines englischen Gitarristen, der anderthalb Jahrzehnte in Amerika lebte und sich dort musikalisch inspirieren ließ. Von dort brachte Martin Simpson den Geist von Singer-Songwritern direkt in das Gotteshaus.

Eigentlich handelt es sich dabei um einen Stilbruch – hört man Künstler dieses Kalibers üblicherweise sonst nur in Clubatmosphäre. Auch wenn die zwar stellenweise mit dezenter Beleuchtung hergestellt wurde, blieb den Gästen während der einstündigen Darbietung trotzdem der Eindruck vom Außergewöhnlichen an einem bekannten Ort erhalten. So außergewöhnlich die Gitarrenkünste des britischen Musikers sind, ist auch sein Spiel. Bei geschlossenen Augen war nicht mehr klar zu erkennen, dass da lediglich ein Gitarrist mit einem Instrument vor dem Altar sang und spielte.

Allerdings waren seine Zwischentexte und Ansagen doch eher an einem kleineren Raum mit weniger Nachhall orientiert. Simpsons Themen sind die üblichen bei dieser Solisten-Klasse: Traumfrauen und das Amerika-Erlebnis in einem 1955er Chevrolet, einem Auto mit riesigen Abmessungen und Platz darin. Aber auch Erfahrungen im Mississippi-Delta, dem Urstromland des amerikanischen Blues und Songs vom kleinen und großen Glück erfreuten das Publikum.

Stark an den Texten orientiert, verstärkte er mit den Gitarrenklängen die Wirkung seines Gesangs und der durch die Musik transportierten Emotionen. Amerikanisches Südstaaten-Feeling pur, dem er mit dem „Heartbreak-Hotel“, in Deutschland bekannt geworden durch Elvis Presley, die Krone aufsetzte.

Der zweite Teil des Abends gehörte Mari Kalkun mit Runorun. Musikalisch handelt es sich dabei um eine ganz andere Welt. Aus dem Nichts stiegen die Klänge vom Schlagzeugbecken auf, das sanft mit dem Besen gestreichelt wurde. Auch zwei Kantelen, Saiten-Zupfinstrumente aus Finnland und Estland, lieferten ihren Beitrag zu einem einzigartigen Klangerlebnis.

Mari Kalkuns ruhige Stimme rundete das musikalische Programm ab. Die himmlisch-sphärischen Klänge luden zum Träumen ein. Musik, die keinesfalls einschläfernd wirkte, sondern sich viel Zeit zur Entwicklung nahm. Mystisch aus dem unhörbaren Untergrund entwickelten die vier Musiker eine besinnliche Stimmung, der es dennoch in zahlreichen Momenten nicht an Kraft fehlte.

Die Musiker präsentierten Musik-Klangflächen von sensibler Schönheit, die von estnischer Folklore und Natur inspiriert waren. Verschiedene Vogelstimmen und die Natur dienten als Ideengeber für bewegende Klänge.

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erstellt am 20.Mai.2017 | 06:14 Uhr

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