Konzert mit Schroeter und Breitfelder : Musikalische Höhenflüge in der Hüttener Kirche

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Ein toller Abend mit Georg Schroeter, Kalle Reuter, Tim Engel (verdeckt) und Marc Breitfelder.
Ein toller Abend mit Georg Schroeter, Kalle Reuter, Tim Engel (verdeckt) und Marc Breitfelder.

Begeistertes Publikum beim Blues-Konzert mit Schroeter und Breitfelder in der Hüttener Kirche.

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21. Januar 2019, 12:08 Uhr

Hütten | Tradition hat das schon mit dem Weltmeister-Blues-Duo und der Kirche zu Hütten. Schon im letzten Jahr machten Georg Schroeter und Marc Breitfelder im Rahmen ihrer 30-Years-Jubiläumstour durch Deutschland auch in Hütten Station und bescherten dem begeisterten Publikum ein musikalisches Neujahrsgeschenk der Blues-Meisterklasse. Stehende Ovationen waren vorprogrammiert als Schroeter am Piano, Breitfelder an den Harps mit ihrem Gäste-Drummer Tim Engel und Gitarrist Kalle Reuter den Chorraum der Bühne betraten.

Es bedarf nur weniger Klänge von Schroeters erdigem Anschlag und die Köpfe und Fußspitzen wippen im Rhythmus mit. Und dennoch geht es an vielen Stellen des dreistündigen Neujahrskonzerts seltsam besinnlich zu: schon im ersten Song schwingt in Schroeters Stimme etwas Ätherisches mit. Wie eine rote Linie zieht sich diese neue Klangqualität des Duos durch den Konzertabend und gipfelt in einem Song mit einer guten Portion Singer-Songwriter-Sound, den Kalle Reuter mit Falsett-Stimme singt. Das Publikum geht dennoch mit und vertraut auf die Kennerschaft der Musiker, die genau wissen, wie sie Blues-Klassiker, wie J.J. Cales „Cocaine“ mit neuem Soundmaterial kombinieren. Plötzlich wechselt der Rhythmus und Schroeter spielt die bekannten Akkorde aus Robbie Williams Pop-Welthit „Let me entertain you“ – das Motto des Abends. Bei den vielen Harp-Soli fragt man sich: wie macht Breitfelder das nur? Mal klingt sein Mississippi-Saxophon wie ein Alphorn, Piccoloflöte oder eine gestopfte Trompete und man mag kaum glauben, dass dieser unterschiedliche Sound einer Mundharmonika entspringt. Irgendwie scheint nicht nur der Tonumfang des Mundharmonika-Arsenals, das im Köfferchen neben Breitfelder steht, unerschöpflich. Wenn der Künstler spielt, bekommt Schroeters Piano den entscheidenden Boost und das eingespielte Duo unternimmt musikalische Höhenflüge. Gut, dass Engel die beiden an seinen Drums immer wieder erden kann.

Kalle Reuter - einer wie Buddy Holly

Das Publikum ist längst in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche ungeachtet jeden Alters entfesselt und hängt beinah an den Lippen des erst 18-jährigen Gitarristen und Sängers Reuter aus Kiel. Nicht nur sein Aussehen erinnert mit der Haar-Tolle und der Hornbrille stark an die Anfänge des Rock’ n Roll mit Buddy Holly, auch sein Gesang lässt für die kurze Dauer eines Songs den noch jungen Elvis Presley in der Hüttener Kirche zu Gasts sein Im Stehen applaudiert das begeisterte Publikum und will mehr. Reuter singt jetzt Eric Claptons „Nobody knows you when you’re down“ mit einer anrührenden Zurückhaltung, die voll ins Herz trifft. Das Klagen seiner Gitarre trifft zartfühlend die Zwischentöne der Melancholie und mitten ins Herz – wow!

Schroeter, Breitfelder und Gäste könnten den ganzen Abend weiter spielen, aber „Shake your booty“ von KC & The Sunshine Band wird zum gemeinsam mit dem Publikum gesungenen Rausschmeißer. Ein perfekter Abend!


 

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