Jubiläum : Musik, die einfach glücklich macht

„Und wie die Sängerinnen mitgehen, wie sie strahlen“, sagt Bert Giencke aus Kiel über die Performance der Chorsängerinnen von „Bella Donna“.
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„Und wie die Sängerinnen mitgehen, wie sie strahlen“, sagt Bert Giencke aus Kiel über die Performance der Chorsängerinnen von „Bella Donna“.

Der Chor „Bella Donna“ feiert sein zehnjähriges Jubiläum in Carls Showpalast. Großer Dank galt Chorleiterin Claudia Piehl.

shz.de von
13. Juli 2015, 06:42 Uhr

Mit einer Augenweide begann, was als Ohrenschmaus enden sollte: Achtzehn Frauen in Weiß und Orange bilden den Chor „Bella Donna“ und feierten mit ihrer Leiterin Claudia Piehl am Sonnabend ihr zehnjähriges Chorjubiläum. Carls Showpalast war voll besetzt, nicht nur Freunde und Familie machten sich einen schönen Abend – auch Musical- und Chorfans aus dem ganzen Umland wollten sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen.

Und mit „Musical“ lag man gar nicht falsch – steht doch Claudia Piehl für ein breites Repertoire an bekannten, für ihren Chor adaptierten Melodien aus aller Welt, aber auch für unzählige eigene Kompositionen, die ihre Protagonisten singend und tanzend auf die Bühne bringen. Dazu Claudia Piehl zwischen zwei Stücken: „Ich komm mit einer vagen Idee, lalala, tüdelü, hm hm ...: ‚Ok, du singst a, a, b, b, b’ – und unsere Protokollführerin, doofes Wort, schreibt das auf. Kaum bin ich zuhause, ist da schon ihre Mail mit der Niederschrift.“

Tolle Melodien, überraschende Choreografien und Texte in achtzehn Sprachen machen auch dem Publikum ganz viel Spaß und üben schnell einen Sog aus, dem man sich nicht entziehen kann. Wie toll muss es erst sein, das alles einzuüben und dann aufzuführen.

Da stimmte genau, was Piehl zuvor erklärte: „Ich komme in die Probe, setz mich hin, hab ein Zipperlein hier, eins da und fühl mich geheilt. Vielleicht geht’s Ihnen heute ja ähnlich.“ Stücke von Ulla Meinecke, Judith Holofernes oder Zarah Leander, aber auch viele eigene Sachen haben drei Nebenwirkungen auf einmal: Man muss mit dem Fuß wippen, man wird nachdenklich, man erwischt sich beim Wegträumen. Oh, da war noch was: Man ist so glücklich. Musik ist doch die beste Droge.

Nach der Pause gibt es Auszüge aus dem Europa-Programm der Truppe, die damit bereits in Kaliningrad war, und damit wickeln sie den Saal endgültig um den Finger. Es geht nach Schweden, nach Russland, nach Spanien, nach Lettland: Wunderschön die Tiefe, die Weite und die Melancholie in „Es gulu gulu“, dem lettischen Gutenachtlied, bezaubernd begleitet von Sylwia Timoti auf ihrer Querflöte. Timoti spielt hier und da auch das Klavier und sorgt perfekt dafür, dass Claudia Piehl „auch mal aufrecht singen darf.“ Und das war noch einmal extra-toll. Ihre kraftvolle Musical-Stimme zeigt, wo man vielleicht noch einmal hin will und was man damit alles so machen kann – auf alle Fälle dem Publikum eine große Freude.

Hannelore und Bert Giencke sind „richtig begeistert“, vom ganzen Abend. „Unsere Tochter hat uns eingeladen, wir kommen aus Kiel.“ Bert Giencke genießt den Abend voll und ganz. Seine Frau kann das nur bestätigen: „Das ist toll. Der Gesang ist so exakt, so auf den Punkt, so harmonisch und so voller Energie.“ Er ergänzt: „Und wie die Sängerinnen mitgehen, wie sie strahlen.“

Claudia Piehl, die charmant durch das
federleicht wirkende Programm geführt hat, bekommt von ihrem Chor Blumen. „Wir sagen unserer Einpeitscherin für den Stress, für die Ungeduld, für die Liebe: Danke.“ Die ist gerührt und bellt dann im gespielten Befehlston über die Schulter zurück: „Un Moundach geht’s weiter.“ Ohne drei weitere Zugaben lässt der Saal die schmucken bella Donnas, jetzt ganz in Schwarz mit violettem Paillettenschal, nicht gehen, will eigentlich noch mehr. Ein Resultat des tollen Auftritts – und der Titel eines Stückes zu Beginn griff dem Ende vor: „Ich kun un kun nich seggen tschüß.“ Genau so.

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