Musik aus Schweden und der Welt

'Großartige Bühnenpräsenz': 'der A-capella-Chor 'swensk ton' aus Frankfurt. Foto: Ritterbusch
"Großartige Bühnenpräsenz": "der A-capella-Chor "swensk ton" aus Frankfurt. Foto: Ritterbusch

A-cappella-Chor "swensk ton" aus Frankfurt am Main begeisterte Publikum beim Konzert in der St.-Nicolai-Kirche

shz.de von
07. Juli 2011, 06:29 Uhr

Eckernförde | A-cappella-Musik ist unbarmherzig. Jeder noch so kleine Fehler ist zu hören, jeder schiefe Ton, jedes falsche Wort. Trotzdem haben sich die Mitglieder des Chores "swensk ton" dieser Musik verschrieben. Seit dem Jahr 1982 singen sie ohne instrumentale Unterstützung. Am Dienstagabend gaben sie ein Konzert in der St.-Nicolai-Kirche.

Ursprünglich entstammt der Chor einer schwedischen Kirchengemeinde in Frankfurt am Main. Der schwedische Komponist, Arrangeur und Verleger Nils Kjellström gründete den gemischten Kammerchor aus gebürtigen Schweden und von dem skandinavischen Land begeisterten Menschen. Der gesangliche Schwerpunkt liegt auf zeitgenössischer, internationaler Chormusik der vergangenen 50 Jahre, aber auch Stücke des frühen 20. Jahrhunderts werden gesungen. "Wir wollen keine Stücke bringen, die die Zuschauer schon oft gehört haben", sagte Kjellström. Viel mehr sollten es unbekannte Stücke der Neuzeit sein - und das nicht nur aus Schweden. Wie auch die 45 Mitglieder der Gruppe, kommen auch die Lieder mittlerweile aus aller Welt. Und so sangen die Musiker nicht nur noch recht junge schwedische Lieder wie "Vi saka inte sova bort sommarnatten" aus der Feder ihres Musikalischen Leiters Kjellström, sondern auch Lieder unter anderem aus Finnland wie "The Blue Bird" aus dem Jahr 1912, aus England wie "My Spirit Sang All Day" aus dem Jahr 1939 und das 1990 geschriebene, russische Lied "Bogoroditse Djevo" aus dem Kirchenslawischen. Vorgetragen wurden diese Lieder meistens sechsstimmig.

Für die Auswahl der Lieder nimmt sich Kjellström viel Zeit. "An dere Gruppen führen viele Romantik- und Barockstücke auf", sagt er. "Dann müssen wir das nicht auch noch tun." Deswegen recherchiert er im Internet, sucht nach unbekannten Liedern und Künstlern, um sie dann mit seinem Chor dem Publikum vorzustellen. "Oft werden die Stücke sehr bekannt, nachdem wir sie vorgestellt haben", sagte er nicht ohne Stolz. Er betonte, dass die Nachahmungsrate hoch sei.

Aber nicht nur die Lieder können sich andere Musiker bei dem Frankfurter Chor, dessen Mitglieder alle Hobbysänger sind, abschauen: "Die Bühnenpräsens ist großartig", sagte Ulrich Kalms aus Eckernförde. Er ist Mitglied des St.-Nicolai-Chores und war von dem Engagement der Frankfurter Musiker begeistert: "Das ist ganz großartig."

Zwei Programme im Jahr studieren die Sänger von "swensk ton" ein: eines zum schwedischen Midsommer und eines für die Weihnachtszeit. Bei ihrer Arbeit werden sie vom Kulturamt der Stadt Frankfurt und dem Hessischen Sängerverband unterstützt. Alle zwei Jahre fahren sie auf große Konzertreise. In diesem Jahr sind sie zum ersten Mal in Schleswig-Holstein und suchten sich die St.-Nicolai-Kirche als Spielort aufgrund der guten Akustik in Gotteshäusern aus. Außerdem sei hier das Publikum in der Regel sehr musikinteressiert, sagt Kjellström.

So auch Helga Vogt. "A cappella ist die höchste Kunst", sagte sie. Besonders bemerkenswert fand die Eckernförderin, dass viele Musiker die Texte auswendig vortrugen - auch wenn sie russisch oder finnisch waren. "Das ist ganz großartig."

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