Konzert im Rieseby Krog : Musik aus dem Norden begeistert im Krog

Hatten Spaß an plattdeutsch-schwedischen Liedern: Jan Graf (v.li), Anja Erika Svensson und Patrik Nordquist.
Hatten Spaß an plattdeutsch-schwedischen Liedern: Jan Graf (v.li), Anja Erika Svensson und Patrik Nordquist.

Auftritt von Jan Graf, Anja Erika Svensson und Patrik Nordquist.

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15. März 2020, 09:57 Uhr

Rieseby | Nu ska vi sunga, nu schüllt wi singen – und es wurde gesungen. Der Saal im Riesby Krog war schnell voll mit Freunden der plattdeutschen und schwedischen Sprache. Ein Abend mit Liedern, tiefgreifenden Geschichten und ganz viel Norden erwartete die Zuhörer bereits vor dem massiven Auftreten des Coronavirus. Krog-Wirte Gunda Gey und Olaf Petersen hatten das richtige Feingefühl und mit dem schleswig-holsteinischen Sänger, Autor und NDR-Moderator Jan Graf einen besonderen Gast engagiert.

Seine Freundschaft zu den Göteborger Liedermachern Anja Erika Svensson und Patrik Nordquist machte den norddeutsch-schwedischen Abend möglich. Jan Graf: „Wir sind ein melancholisches Ostseefestival, in das immer wieder ein Lachen fährt.“ Das Publikum spürte die Verbundenheit zwischen den Akteuren. Sofort sprang der gewisse Funke über, die Sprachbarrieren wurden umschifft.

Stimmgewaltig sang das Publikum den schwedischen Refrain eines Liedes mit. Die beiden Göteborger ließen das Publikum teilhaben an den Liedern über ihre Kinder, ihr Leben in Schweden, Anja Erikas erstes Auto „die grüne Erbse“ oder Patrik, der von seiner Liebe auf der anderen Seite der Erde sang. Für die politischen Lieder, die die aktuelle Situation in Europa widerspiegeln und selbstkritisch das eigene Land betrachten ließen, gab es viel Applaus.

Jan Graf begeisterte mit seiner wohltönenden tiefen Stimme und der plattdeutschen Sinnigkeit in seinen eigenen geschriebenen Texten. „Wat is Glück? Glück is för mi, ok wenn dat de letzte Dag is, to seggen, bit hier hen weer dat schön un nümms mutt üm mi ween!“

Jan Graf zauberte den Zuhörern ein Lachen auf das Gesicht, wenn er seiner „bockigen Quetschkommode“ Melodien entlockte. Vom Publikum gab es immer wieder Zwischenapplaus, so begeistert war es.

Günther und Karin Reinhardt sind aus Kiel angereist: „Uns begeistert immer wieder, was im Riesby Krog geboten wird. Das war ein schöner Abend, die Freundschaft zwischen den Sängern ist so tief spürbar, die mit viel Liebe und Mühe geleisteten Übersetzungen der beiden Schweden bei den Erzählungen, lassen die Lieder wunderschön klingen und natürlich ist Plattdeutsch eine Sprache, die verbindet.“

Eine Weltpremiere hatte das Trio zum Abschluss parat, verriet Jan Graf. Die heimliche norddeutsche Nationalhymne „Dat du mien Levsten büst…“ sang Anja Erika Swensson gemeinsam mit den Gästen auf Plattdeutsch mit.

Der anhaltende Applaus zeigte die Begeisterung des Publikums. Und die Göteborger Liedermacher versprachen, mit Graf wiederzukommen.

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