zur Navigation springen

Museum Eckernförde zeigt Bilder aus dunkler Zeit

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 09.Jun.2015 | 06:49 Uhr

Das Museum Eckernförde zeigt seit Sonnabend eine Bilder -Ausstellung, die sich in mancherlei Hinsicht von den Werkschauen unterscheidet, die man üblicherweise am Rathausmarkt findet. Unter dem Titel „Neuanfang 1945: Künstler in Eckernförde“ sind 60 Arbeiten von 19 Künstlern und einer Künstlerin ausgestellt, die aus den Jahren 1945 bis 1950 stammen, weitgehend der Öffentlichkeit bisher nicht zugänglich waren und zu einem großen Teil als Leihgaben aus Privatbesitz kommen.

Man mag sich wundern, dass in den Jahren direkt nach Kriegsende einer Reihe von Eckernförder Künstlern und dem lokalen Publikum überhaupt der Sinn nach bildender Kunst stand. Aber wie Museumsleiter Dr. Uwe Beitz in seiner Einführung darlegte, gab es sehr wohl das Bedürfnis, einerseits kreativ tätig zu sein und andrerseits erinnernde, viel sagende oder auch tröstlich-angenehme Bilder zu betrachten: „Erstaunlich für eine Stadt wie Eckernförde …, dass es lange vor der Währungsreform (20. Juni 1948) verschiedene Räumlichkeiten in der Stadt gab, die Kunstausstellungen veranstalteten wie die Buchhandlung Heldt, der Kunstsalon von Irene Erichsen und andere.“

Uwe Beitz hat zusammengesammelt und ausgeliehen, was er aus dieser Zeit noch auftreiben konnte, hat gründlich recherchiert und dabei nicht mehr alle Lebenswege der einstigen Künstler nachverfolgen können. Viele kamen nach dem Krieg, manche blieben, andere zogen weiter. Darunter gibt es bekannte Künstlerpersönlichkeiten wie zum Beispiel Carl Lambertz, Gerhart Bettermann, Walter Ackermann, M.A.X. Scherzer und viele, deren Namen inzwischen verklungen sind. Maler und Grafiker mit akademischer Ausbildung finden sich in der Ausstellung ebenso wie Ingenieure, Lehrer, aber auch Handwerker. Was für die einen eine Möglichkeit darstellte, Erlebtes zu verarbeiten, gab anderen die Chance, sich in knappen Zeiten den Lebensunterhalt aufzubessern. Wahrscheinlich gibt es in der aktuellen Ausstellung darum weniger kritische Arbeiten (wie bei Theodor Piering oder Carl Lambertz), sondern zahlreiche, eher wohltuende Abbildungen von Eckernförder Landschaften und Stadtansichten. Sie verkauften sich besser …. Als einzige Künstlerin ist Heinke Mißfeldt mit einer Hafenansicht vertreten; sie lebt heute in Schleswig.

Es gäbe unterschiedliche künstlerische Qualitäten, so Beitz, „aber es war uns wichtig zu zeigen, was damals abseits der großen Kunstströmungen in der Provinz auf lokaler Ebene geschah.“

>Führungen mit Dr. Uwe Beitz am 7. Juli, 17 Uhr und am 9. August, 15 Uhr


Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen