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Eckernförder Zeitung

12. Dezember 2017 | 11:31 Uhr

Baugebiet : Mühsamer Weg zum neuen Baugebiet

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Gemeindevertretung will Baugebiet Am Schulenkrug erweitern / Erschließungsträger soll beauftragt werden / Kleingartenanlage hat Bestand

von
erstellt am 10.Dez.2016 | 06:30 Uhr

Rieseby | Rieseby will wachsen und interessierten Familien dazu Baugrundstücke anbieten. Rund 50 Grundstücke könnten dazu in einem neuen B-Plangebiet Nummer 20 „Baugebiet südlich Am Schulenkrug, westlich Heidkoppel“ entstehen. Die Gemeindevertretung beschloss in dieser Woche Aufstellungsbeschlüsse für eine Änderung des F-Plans sowie die Aufstellung eines B-Plans und hat damit die Bauleitplanung gestartet. Erschließen und vermarkten soll das Areal ein privater Erschließungsträger.

So groß der Wunsch aller Fraktionen auch nach einem neuen Baugebiet als Erweiterung des fast voll belegten Baugebiets Am Schulenkrug war, so kontrovers wurde über Details diskutiert. So beantragte Mathias Remnitz (Grüne), dass der Geltungsbereich des F-Plans als auch des B-Plans das vorhandene Gebiet der Kleingartenanlage samt Zuwegung mit einschließen soll. In der bisherigen Planung war der Bereich ausgeklammert worden. So solle es auch bleiben, stellte Hartmut Schmidt für die CDU fest. So wolle man den verbliebenen Kleingärtnern die Sorge nehmen, dass ihre Kolonie überplant werde. Die Fläche könnte später, wenn es keine Kleingärtner mehr gibt, jederzeit mit einem B-Plan geändert werden, so Schmidt. „Die Kleingärtner haben Bestandsschutz“, machte Bürgermeister Jens Kolls (SPD) deutlich, daran solle sich mit keiner Planung etwas ändern.

Ein Vorteil der Einbeziehung des Kleingartenareals in die überplante Fläche sei, dass dann die sogenannte Wenn-Dann-Regel des Baugesetzbuches Anwendung findet, erklärte Remnitz. Wenn es keine Kleingärtner mehr gibt, könnte die Fläche dann automatisch bebaubar sei, erklärte Remnitz. Bis es soweit sei, werde die Kleingartenanlage aber im B-Plan festgelegt und gesichert. Dadurch spare die Gemeinde Planungskosten und Zeit, so seine Argumente. In jedem Fall, so Remnitz, müsste die Zuwegung zur Kleingartenanlage mit überplant werden, da sonst später dort auch keine Erschließung über die Heidkoppel möglich sei. Dies rief Schmidt auf den Plan. Wenn über eine Erschließung des Baugebietes über die Heidkoppel geredet werde, dann müsse erneut im Bauausschuss beraten werden. Zur Abstimmung über seinen diesbezüglichen Antrag kam es aber nicht, da der weitergehende Antrag von Remnitz mit 9:3 Stimmen (eine Enthaltung) eine Mehrheit fand. Dementsprechend wurde der Aufstellungsbeschluss der 11. Änderung des F-Plans beschlossen.

Mit 10:2 Stimmen (und eine Enthaltung) wurde der Aufstellungsbeschluss für den B-Plan 20 gefasst. Auch hier wurde der Geltungsbereich um Kleingartenanlage und Zuwegung erweitert.

Kontrovers diskutiert und am Ende knapp entschieden wurde die Erschließung des Baugebietes. Hatte der Bauausschuss noch mit Mehrheit empfohlen, dass Rieseby das Baugebiet selbst erschließt und mit einer sozialen Komponente (beispielsweise Erbpachtflächen) vermarktet, so lehnte in der Gemeindevertretung eine Mehrheit von 7:6 Stimmen dies ab. Während SPD und Grüne für eine Vermarktung durch die Gemeinde warben und betonten, so könne besser Einfluss genommen werden auf die Auswahl der Käufer (junge Familien und Paare) forderten CDU, WGR und SSW, das Gebiet durch einen Erschließungsträger zu vermarkten. „Die Gemeinde hat bei allen anderen Baugebieten gute Erfahrungen gemacht und eine gute Durchmischung der dortigen Käufer erhalten“, stellte Schmidt dem gegenüber.

Besonders die Nachbargemeinde Barkelsby habe in den letzten Jahrzehnten mit der Eigenerschließung und Vermarktung von Grundstücken sehr gute Erfolge, warb Kolls vergeblich für Zustimmung. Die Vertretung beschloss mit 7:4 Stimmen bei zwei Enthaltungen, dass das Areal ausgeschrieben werden soll, und der Bürgermeister an den wirtschaftlichsten Erschließungsträger vergibt. Mit diesem ist ein Erschließungsvertrag zu schließen.

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