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Alles dreht sich um Auguste : Mühlentag: Alte Technik begeistert

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Mühlentag lockt viele Besucher zu Auguste nach Groß Wittensee

Sonnenschein und mäßiger Wind – die Voraussetzungen für den 23. Bundesmühlentag konnten nicht besser sein. Auch in diesem Jahr öffnete die historische Windmühle „Auguste“ am Pfingstmontag wieder ihre Türen für interessierte Besucher.

Im Jahr 1874 erbaut, gelangte die historische Mühle 1917 in Besitz der Familie Lemke. In dritter, beziehungsweise vierter Generation betreibt nun Hans Lemke die Mühle gemeinsam mit seinem Sohn. Auch am Montag ließ es sich der Rentner nicht nehmen, die Mühlenführungen persönlich zu gestalten. „Es gehört einiges dazu, zu wissen, wie man mit dem Mahlstein auch gefahrlos mahlen kann“, erklärte Hans Lemke den interessierten Besuchern die Besonderheiten des traditionellen Handwerks. „Der Läufer muss waagerecht laufen, wie ein Rad am Auto und der Stein darf nicht tanzen“, bekam das Publikum auch Einblicke in die wieder aufgebaute Technik. Andernfalls müsse der Mahlstein korrigiert werden. „Das macht der Müller alles selbst, das muss er gelernt haben“, antwortete Lemke auf eine Frage der Zuschauer.

Für Privatkunden oder bei Führungen werden in der Groß Wittenseer Mühle nach Bioland-Standards angebauter Weizen, Roggen und Dinkel zu Mehl vermahlen und selbst gebackenes Brot verkauft. „Ich esse kein anderes Brot mehr, nur das Beste vom Besten“, schwört Hans Lemke auf das eigene Mehl. Auch die Funktionsweise der Mühle konnten sich die Besucher erklären lassen. „Diese Mühle hat eine Windrose, die Blätter bekommen den Wind also immer von vorn“, wusste Lemke zu berichten. Über Zahnräder werde die Bewegung von der Rose übertragen und die Blätter so in die optimale Richtung gedreht. „Meine Großmutter hieß Auguste und mein Großvater hat die Mühle damals gekauft“, verriet Hans Lemke auch, warum das historische Bauwerk seinen heutigen Namen trägt.

Fasziniert von dem alten Bauwerk war ebenfalls Marina Banaszak aus Borgstedt. Gemeinsam mit Tochter Juline und Ehemann Norbert lauschte sie den Worten von Müller Lemke. „Wir haben gerade erst erfahren, dass heute Mühlentag ist“, freute sich Marina Banaszak über die noch aktive Mühle. „Wir waren schon ganz oben, dort kann man sogar die Kraftübertragung sehen“, zeigte sie sich beeindruckt und fügte hinzu: „So etwas sieht man nicht alle Tage, wie sie früher gelebt haben“. Zufrieden mit dem Tag der offenen Tür zeigte sich auch Volker Walther vom Mühlenverein. „Der Mühlentag hilft uns ein ganzes Stück weiter, auf den wollen wir nicht verzichten“, so Walther. Der Verein unterstützt die Familie Lemke bei Reparaturen und dem Erhalt der Mühle. „An so einem Tag kommen immer mehrere hundert Menschen, die sehr interessiert sind“, lobte Volker Walther auch das Rahmenprogramm an der „Auguste“. „Der Erlös aus Kuchen- und Brotverkauf fließt direkt in die Mühle“, machte der die Bedeutung des Mühlentages deutlich. Für die bunte Stimmung rund um den Tag der offenen Tür sorgen am Montag neben dem Verkauf von Speisen und Getränken auch ein Gottesdienst, ein Luftballonwettbewerb für Kinder, sowie Darbietungen des Soundorchesters aus Owschlag.

 



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