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Benefizkonzert : Mozarts junge Botschafter im musikalischen Höhenflug

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Sieben junge Studenten der Musikhochschule Lübeck haben den Zuhörern eines Benefizkonzertes auf der Carlshöhe Mozart und moderne Musik nähergebracht.

shz.de von
erstellt am 03.Feb.2015 | 06:21 Uhr

Eine mit Begeisterung aufgenommene Premiere konnte man am Sonntag in Carls Showpalast erleben: Der Rotary Club Eckernförde veranstaltete gemeinsam mit der Musikhochschule Lübeck und dem Carls ein Benefizkonzert. Junge, sehr begabte Musiker, alle so um die 20 Jahre alt und alle als Studenten an der Musikhochschule Lübeck eingeschrieben, präsentierten ihr Programm: Mozart und die Moderne.

In der Konzertreihe „Wir in Schleswig-Holstein,“ die auch in Kiel, Plön, Itzehoe und Schleswig stattfindet, bekommen die Studierenden die Gelegenheit, sich in wechselnden Ensembles einem Publikum vorzustellen. Im Carls spielten sich sieben Talente aus der Klarinettenklasse von Prof. Sabine Meyer und Prof. Reinere Wehle mit Leichtigkeit und Charme solistisch, als Duo und als Quartett durch den Vormittag und eröffneten Klassikfans wie Laien neue Horizonte.

Mozarts Adagio für zwei Klarinetten und drei Bassetthörner in B-Dur mit Liana Leßmann, Julia Puls (beide Klarinette) sowie Krzysztof Grzybowski, Martin Fuchs und Yagizcan Keskin (alle Bassetthorn) macht den Anfang und stellt gleich klar: Diese Studierenden aus der ganzen Welt lernen zwar noch – hören kann das der Normalsterbliche aber nicht. Ist ja auch klar – wer bei Sabine Meyer studiert, ist gut und will noch besser werden.

Das folgende Stück von Carl Philipp Emanuel Bach für zwei Klarinetten gibt ebenfalls eine Idee von der Qualität des sonntäglichen deutsch-israelischen Duos Martin Fuchs und Or Posti (der Backstage auf Nachfrage spontan zur Klarinette griff und mit Klezmerklängen betörte).

Dann: Julia Puls’ Klarinettenklänge, tief, voluminös und warm, mal träumerisch, mal klagend, füllen die große Bühne. Einmal nur klatscht das Publikum zwischendurch, dann hat es verstanden: der Solistin zuhören, die Musik wirken lassen, die nun frecher und kecker daher kommenden Klänge aufnehmen, Bildern und Gefühlen nachhorchen. Kichern nach dem dann wirklich letzten Ton und verdienter Applaus gelten der jungen Musikerin und der Sonate für Solo-Klarinette von Edison Wassiljewitsch Denissow.

Liana Leßmann führt das Publikum charmant durch das Programm, sagt drei Arien aus Mozarts Hochzeit des Figaro an, erklärt, dass es zu dessen Zeit leider noch kein Radio, kein i-Phone und kein Spotify gegeben habe (der Zuschauer denkt bei sich „Gott sei Dank“) und deshalb, zur Unterhaltung der Musikfreunde immer neue Stücke hätten komponiert werden müssen. So habe etwa Bach jeden Sonntag eine neue Kantate geschrieben, gespielte Musik galt als gebrauchte Musik. Mozart habe Arien aus in Parks spielen lassen, die Aufmerksamkeit der Lustwandelnden gewonnen und sie so in die Oper gelockt.

Paulo Ferreira aus Portugal verstärkt die Klarinettistinnen beim „Figaro“ am Fagott. Mit Poulenc (1899 - 1963) und Francaix (1912 - 1997) geht die Matinée, deren Erlös dem Förderprogramm „Instrumentalmusik in Schulen“ zugute kommt, zu Ende.

Und wie zitierte Liana Leßmann den Komponisten Francaix zu seiner modernen Musik? „Hie und da können auch Kenner allein Satisfaction erhalten – doch so – dass die Nichtkenner damit zufrieden sagen (sein) müssen, ohne zu wissen warum.“ Ja, kommt hin...

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