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Eckernförder Zeitung

21. September 2017 | 01:52 Uhr

Motivationspillen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 02.Apr.2014 | 18:08 Uhr

Der Kampf um die Fritz-Reuter-Regionalschule hat begonnen. War gestern noch von Bedauern und Betroffenheit die Rede, ist daraus über Nacht ein entschlossenes Eintreten für den Erhalt des Regionalschulteils geworden. Allen voran Bürgermeister Jörg Sibbel und CDU-Landtagsabgeordneter Daniel Günther. Sie wollen sich nicht mit der Auflösung per Federstrich zufrieden geben. Sibbel sucht das Gespräch mit dem Bildungsministerium und setzt auf die Überzeugungskraft seiner Argumente, Bildungspolitiker Günther hat das Ministerium hingegen als Verursacher der Schulprobleme ausgemacht und fordert die Ministerin auf, den vorschnell und übereifrig verhängten Aufnahmestopp für die 5. Klassen wieder zurückzunehmen.

Die Fritz-Reuter-Schule ist im Sekundarbereich ab Klasse 5 immer mindestens zweizügig gewesen. Nur im kommenden Schuljahr hakt es – nur 22 Anmeldungen. Das reicht gerade mal für eine Klasse. Ein Ausreißer wie einst an der Jungmannschule? Zumindest ein laut vernehmbarer Warnschuss, der deshalb besonders nachwirkt, weil auch die Anmeldungen für die ersten Klassen um 30 Prozent eingebrochen sind und nur noch 25 Abc-Schützen für die Grundschule angemeldet wurden.

Die Fritz-Reuter-Schule hat es mit einem gefährlichen Mix aus demografischem Wandel und einer latenten Verunsicherung zu tun. Die Gebäudesanierung, die heiß ersehnte neue Mensa, die endlich vollzogene Besetzung der Schulleiterstelle und der Umstand, es mit einer der ganz wenigen gebundenen Ganztagsschulen zu tun zu haben, wirken da wie Motivationspillen und vertrauensbildende Maßnahmen. Das muss die Fritz-Reuter-Schule ein Jahr lang auskosten dürfen. Vielleicht bringt das tatsächlich den erhofften Schub. Wenn nicht, gehen in der Sekundarstufe die Lichter aus.

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