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Eckernförder Zeitung

23. November 2017 | 19:53 Uhr

Sanierung : Morsches Holz: Es wird saniert

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Glockenstuhl und Traufe der Bünsdorfer Kirche werden umfangreich saniert / Kosten rund 230 000 Euro

von
erstellt am 08.Jul.2017 | 06:35 Uhr

Bünsdorf | Ein bisschen hat der Glockenturm der St. Katharinenkirche schon immer gewackelt, wenn Pastor Thies Feldmann zu den Gottesdiensten läutete, „doch das Wackeln wurde mit der Zeit immer stärker“, so Feldmann. Ein Statiker stellte fest, dass der Glockenstuhl, der im 19. Jahrhundert direkt in die alten Kirchenmauern eingelassen wurde, nicht mehr sicher ist. Das Läuten der Glocke wurde vorerst untersagt. Gerade zu dem Zeitpunkt, als mit einem Festgottesdienst die Innen-Sanierung gefeiert werden sollte. „Und dann durfte ich nicht läuten“, bedauert Feldmann. „Bei der Bünsdorfer Glocke schlägt die Glocke gegen den Klöppel und nicht andersherum“, erläutert Yves Kerschkamp, Diplom-Ingenieur vom Architekturbüro Schwinghammer. Dadurch seien die Schwingungen deutlich stärker. Erst, als im Eingangsbereich eine Absteifung zur Sicherung errichtet wurde, konnte die gut 400 Kilogramm schwere Glocke wieder betätigt werden.

Viele der Balken, die den Glockenturm trugen, waren im Laufe der Jahre morsch geworden, sie lagen direkt auf dem Mauerwerk auf, zogen so Feuchtigkeit. Diese Staunässe setzte dem Holz ordentlich zu. „Vor allem die Kopfstücke waren betroffen“, sagt Yves Kerschkamp. Diese bröselten schon auseinander. Bei der Begutachtung der Schäden wurde auch die rundherum verlaufende Dachtraufe genauer in Augenschein genommen und ähnliche Schäden an den Holzbalken festgestellt. „Die vergangenen Generationen haben es versäumt, sich des Problems anzunehmen“, sagt Feldmann. Außerdem wurden die Fugen im Mauerwerk aufgefüllt. „Die Fugen waren ein Stück zurückversetzt, damit das Rot der Steine besser zur Geltung kommt“, erläutert Feldman die Intention der Erbauer.

Ende Mai wurde dann die gesamte Kirche eingerüstet und mit der Sanierung begonnen. Gutes Wetter war Voraussetzung für den Beginn der Arbeiten. Der Freiraum zwischen Kirchenmauer und Dachstuhl wurde von Schutt befreit und der Zustand der einzelnen Balken der Traufe untersucht. Dabei habe man auch gesehen, dass in der Geschichte der Kirche durchaus versucht wurde, an der Traufe nachzubessern. Allerdings wenig fachmännisch. Bei der Sanierung werde man so viel wie möglich von dem alten Holz erhalten, betont Kerschkamp. Wenn etwas erneuert werden muss, dann mit 20 Jahre alten abgelagertem Eichenholz, das sich nicht mehr verzieht. Vor Ort sind derzeit die Zimmerer der Firma Lutz aus Loose, die sich Stück für Stück der Kirche annehmen. Manchmal tauschen sie nur ein kleines Stück der Balken aus, manchmal den kompletten Balken. Der Glockenturm wurde bereits saniert. Zwar ragen auch jetzt die Balken ins Mauerwerk, aber sie wurden luftumspült eingebaut, sodass Feuchtigkeit entweichen kann. Im September sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Die Kosten für die Sanierung betragen rund 230.000 Euro. Zwei Drittel übernimmt der Kirchenkreis, die Restsumme muss die Kirchengemeinde Bünsdorf stemmen. „Das ist viel für unsere kleine Gemeinde“, sagt Feldmann, der hofft, dass sich noch Spender für das Projekt finden.

 

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