zur Navigation springen

Autorenlesung auf der Missunder Fähre : Mord und Matjesbrötchen im Licht des Mondes

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Fähre Missunde diente am Donnerstagabend als Schauplatz für die Lesung von „Tod am Strand“ der Autoren Arne Rüskamp und Hendrik Neubauer. Über 80 Besucher erlebten einen spannenden Abend mit Musik und Häppchen rund um eine Kriminalgeschichte.

shz.de von
erstellt am 23.Aug.2013 | 16:38 Uhr

Ein nackter Mann, festgebunden auf einer Motorhaube und vor allem eins: Tot. Für Kommissar Rasmussen ein neuer Fall, den es zu lösen gilt. Zusammen mit der pensionierten Richterin Margarete Brix macht er sich auf die Suche nach dem Mörder, der sein Opfer am Swingerstrand in Aschau an den Pickup gefesselt hat. Das Opfer: Kein geringerer Mann als Lars Martens, ein Angler aus Eckernförde, der alles tut, um seine Konkurrenz aus dem Weg zu räumen.

„Tod am Strand“, der Heimatkriminalroman von Arne Rüskamp und Hendrik Neubauer, ist in Eckernförde nicht unbekannt. Nach der Lesung in der Buchhandlung Liesegang, zog es die Autoren am Donnerstagabend nun dort hin, wo Kommissar Rasmussen beheimatet ist – nach Missunde.

Ab 22 Uhr hieß es für die rund 80 Gäste Stuhl unter den Arm klemmen und sich ein Platz auf der Fähre suchen. Bei Mondschein wurde schnell ein Halbkreis um die Autoren gebildet, um den Klängen des Schwedeneck Orchesters zu lauschen, bevor Arne Rüskamp und Hendrik Neubauer ihre Lesekunst zum Besten gaben.

„Wir wollten den Lesern die Möglichkeit geben, an dem wundervollen Ort, auf der wundervollen Fähre einen schönen, geselligen Abend zu erleben,“ sagte Rüskamp. Er lebt drei Monate des Jahres in Missunde und kennt sich Bestens aus in der Umgebung. „Das Schöne am dörflichen Landleben ist, dass alles klappt, wenn man jemanden anspricht.“ Die Menschen seien sehr offen und machen gerne bei etwas mit. So auch der Dauercamper Franz Bock aus Missunde. Er hat sich an diesem besonderen Abend um die Verpflegung gekümmert. Wie zu erwarten gab es, an den Roman angelehnt, Matjesbrötchen und Kartoffelsalat. Auch das Bier durfte nicht fehlen.

Leider wurde das von den Autoren spät bemerkt. Während Rüskamp eine Szene aus dem Roman vorlas, wo das Getränk eine Rolle spielt, fiel auf: Das Bier auf dem Autorentisch fehlt. „Das ist ja jetzt auch eine Premiere“, musste Neubauer lachend feststellen. Schnell wurde der Fehler behoben und die Lesung konnte weitergehen. Immer mal wieder hörte man zwischen durch Lacher aus dem Publikum und die beiden Autoren unterbrachen sich gegenseitig, um Textpassagen näher zu erläutern. Auch die Gitarre kam zum Einsatz. Neubauer gab das eigens für das Buch komponierte „Ecktown“-Lied zum Besten.

Eine besondere Person an diesem Abend war neben dem Fährbetreiber Rüdiger Jörns und der Familie Nissen, die die Lesung überhaupt möglich gemacht hatten, auch der Künstler Reinhard Perger. Er lieferte die passenden Bilder zu dem Roman. „Der Roman spielt ja hier in der Gegend und ich male schon seit Jahren Bilder, die sich mit der Landschaft hier beschäftigen.“ Dass er von den Autoren auf den Roman angesprochen wurde, sei für ihn ein sehr schöner Zufall gewesen. „Aus dem Roman wird mehr und mehr ein Gesamtkunstwerk,“ freute sich Rüskamp. Es sei sehr schön, wenn man sieht, dass aus einer Fiktion ein wenig Realität wird, aber auch die größte Motivation. „Wir wollen, dass die Figuren menschlich bleiben.“

Mit der Lesung auf der Fähre haben es Rüskamp und Neubauer geschafft, die Besucher in den Bann zu ziehen. „Der ganze Rahmen passt einfach“, meinte Maike Klostermeier aus Kochendorf. Sie wollte erst die Veranstaltung besuchen, bevor sie das Buch liest und sei schon jetzt begeistert. „So eine Lesung sollte es öfters geben.“ So könne sie sich alles genau vorstellen und sich in die Lage hineinversetzen.

Sich alles genau vorstellen konnte auch eine Camperin aus Missunde. Sie verkleidete sich mit Hut und schickem Kleid als Margarete Brix und verzauberte so, neben den Autoren auch das Publikum.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen