Thriller-Lesung : Mord auf dem Behandlungsstuhl

Gebannt hängen die Zuhörer bei der Lesung auf dem Zahnarztpraxis an den Lippen von Thriller-Autor Sebastian Fitzek (links).
Gebannt hängen die Zuhörer bei der Lesung auf dem Zahnarztpraxis an den Lippen von Thriller-Autor Sebastian Fitzek (links).

Der Thriller-Autor Sebastian Fitzek hat in der Zahnarztpraxis Off aus seinem neuen Buch „Noah“ vorgelesen. Das Buch kommt am 20. Dezember in die Läden.

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14. Dezember 2013, 05:51 Uhr

„Moment, wie viele Bücher hat Sebastian Fitzek geschrieben?“ Zahnärztin Sonja Off zögert nur kurz, dann spult sie sie herunter, die Titel: „Der Nachtwandler, Abgeschnitten, Der Augenjäger, Der Augensammler, Splitter, Der Seelenbrecher, Das Kind, Amok Spiel, Die Therapie, P.S. Ich töte dich, Weißer Schnee, rotes Blut, Tödliche Gaben, Mord am Hellweg IV, Tierische Helden und jetzt Noah.“ Diese Begeisterung für Psychothriller aus der Hand des sympathischen, so gar nicht manisch-düster-pathologisch-verstrahlt wirkenden jungen Berliners, brachte ihr eine Lesung in ihrer Praxis ein.

Fitzek, auf Lesemarathon unterwegs in deutschen Stuben, nimmt Platz auf ihrem Behandlungsstuhl und plauscht direkt los, Auge in Auge mit dreißig seiner treuen Leser. Erzählt von seinem Werdegang, dem Doktortitel im Fach Jura, den drei Monaten im Studium für Tiermedizin. Das musste er, spätestens nach dem Sezieren, an den Nagel hängen: „Ich kam ja mit toten Tieren schon nicht klar.“

Im richtigen Leben vielleicht nicht, im erdachten sehr wohl (Tote allgemein). Multipel sein Werk, seine Psyche dagegen nicht. Die Thriller wurden Bestseller; was einst (2006) mit einer Auflage von 4000 Exemplaren begann, fraß sich wie ein Lauffeuer durch die Republik, würgte Kehlen, verschattete Hirne. Mit seinem Ausschnitt aus „Noah“ macht er die Zuhörer lecker, sonst nichts. Hält den Happen hoch, lässt sie springen, zieht im letzten Moment weg. Das vermeintliche Lese-Schlaraffenland, es wird zur Qual, denn satt wird hier keiner. Soll er auch nicht. Das Buch kommt am 20. Dezember in die Läden, bis dahin wird gedarbt, gehungert und gesehnt – aber dann. Dann werden die Tage vor Weihnachten zum Fest.

„48 Stunden brauche ich für so ein Buch. Weglegen kommt nicht in Frage“, erzählt Sonja Off. „Und dann werde ich erstmal sauer, dass es vorbei ist.“ Guter Ansporn für den nächsten Thriller, oder Herr Dr. Fitzek?

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