Ausstellung im Rathaus : Momente des Lebens zeichnen

Unter dem Titel „einfach leben“ stellt Ingrid Margarethe Engelmann in den Rathausvitirinen aus.
Unter dem Titel „einfach leben“ stellt Ingrid Margarethe Engelmann in den Rathausvitirinen aus.

Ingrid Margarethe Engelmann präsentiert einen Querschnitt aus ihren Arbeiten. Ihr Werkzeug ist der Bleistift in verschiedenen Stärken.

shz.de von
11. Juli 2018, 06:53 Uhr

Ohne ihr Skizzenbuch ist Ingrid Margarethe Engelmann nie unterwegs. „Die Taschengröße passt sich immer dem Skizzenbuch an“, verrät die Eckernförderin. Zum ersten Mal präsentiert die Zeichnerin eine Solo-Ausstellung in den Vitrinen des Rathauses. Unter dem Titel „einfach leben“ zeigt die 70-Jährige einen Querschnitt aus Arbeiten, die aus den vergangenen zwei Jahrzehnten stammen.

Ihr Werkzeug ist der Bleistift. Drei Stärken benutzt sie – am liebsten die Stärke HB. Ingrid Engelmann ist Autodidaktin. Mit 29 Jahren hat die gebürtige Thüringerin angefangen, sich verstärkt dem Zeichnen zu widmen. „Dankbar für die Gabe, mich zeichnerisch ausdrücken zu können, sehe ich es als meine Aufgabe, die mir anvertrauten Talente zu mehren“, sagt Engelmann. Ihre Themen findet sie in den Menschen und in deren Geschichten. „In meinen Zeichnungen, insbesondere in meinen Skizzenbüchern, halte ich die kleinen Dinge, Begegnungen im Alltag und flüchtige Momente fest.“

Hat sie zunächst nur schwarz-weiß gezeichnet, ist Anfang der 80er-Jahre Farbe in ihr Werk getreten. Den Stiften ist sie treu geblieben. Pastelltöne überwiegen in ihren Werken – ihre Arbeiten kommen nicht laut daher, sondern offenbaren sich und ihre Botschaft dem Betrachter leise und unaufdringlich.

Zu sehen ist unter anderem ihr persönliches Lieblingsbild, das eine Frau zeigt, die scheinbar sittsam auf einem Stuhl sitzt. Einzig ihre roten Schuhe und der Ziegenkopf auf ihrem Schoß verraten, dass es sich um eine starke Frau handelt, die weiß, was sie will. Ausgestellt wird auch eine Auftragsarbeit, das Porträt eines knapp zweijährigen Kindes. Durch das Fixativ sind Punkte auf dem Bild entstanden – sie verleihen ihm zwar eine besondere Note, haben das Werk aber für den Verkauf unbrauchbar gemacht – Ingrid Engelmann zeichnete das Kind ein zweites Mal. Interessant sind die Einblicke in ihre Skizzenbücher, die die Zeichnerin dem Betrachter gewährt.

„einfach leben“, Ausstellung von Ingrid M. Engelmann in den Rathausvitrinen, noch bis 20. Juli

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen