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GWU und Diakoniewerk Kropp : Modernes Wohnen mit Pflegeoption

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Im Hauptgebäude der früheren Bauschule entsteht eine einzigartige Kombination aus Wohnen, Pflege und Verwaltung. Das GWU investiert 31 Millionen Euro.

von
erstellt am 24.Mai.2017 | 06:12 Uhr

Eckernförde | Die Hörsäle, Seminarräume und die Blaue Halle im Hauptgebäude (H-Gebäude) des früheren Fachbereichs Bauwesen der Fachhochschule Kiel im Lorenz-von-Stein-Ring sind eine einzige große Baustelle. Kabelbäume hängen unter der Decke, zahlreiche Wände sind neu verputzt, neue Fenster eingebaut, die ersten Fußbodenfliesen werden verlegt, Apartments und Büros sind für den Innenausbau vorbereitet.

Viel Zeit haben die Handwerker nicht mehr – am 1. September wollen das Genossenschaftliche Wohnungsunternehmen (GWU) und die gemeinnützige Gesellschaft Sankt Martin Altenhilfe-Diakonie-Zentrum Eckernförde des Diakoniewerks Kropp, an der auch der Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde als Gesellschafter beteiligt ist, einziehen. Die derzeit 20 GWU-Mitarbeiter erhalten im neuen Verwaltungsgebäude modernste Büros und einen großen Veranstaltungs- und Sitzungsraum, die St. Martin gGmbH wird dort eine Tagespflege und eine ambulante Pflegewohngemeinschaft für 12 Bewohner schaffen, die in eigenen Apartments zwischen 20 und 30 Quadratmetern leben. In der oberen Etage des Hauptgebäudes befinden sich 19 Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen für GWU-Mitglieder in Bau. Auf dem Gelände davor entstehen im „Wohnquartier Noorblick“ ab Herbst in drei Bauabschnitten und neun Gebäuden bis 2020 weitere 91 Wohnungen zwischen 47 und 144 Quadratmeter.

Gestern stellten der geschäftsführende GWU-Vorstand, Dr. Stephan Seliger, und der Finanzvorstand des Diakoniewerks Kropp, Wolfgang Hauschildt, mit leitenden Mitarbeitern das außergewöhnliche Gesamtkonzept aus Wohnen und unterschiedlichen Formen ambulanter Pflege im denkmalgeschützten H-Gebäude vor. Die enge Verzahnung freut beide. „Durch die Zusammenarbeit mit St. Martin können unsere Mitglieder in den neuen Wohnungen je nach Bedarf verschiedene Pflege- und Dienstleistungen in Anspruch nehmen: von Service- und haushaltsnahen Dienstleistungen über einen ambulanten Pflegedienst bis hin zur Tagespflege“, erklärt Seliger.

Die künftige Tagespflege ist im lichtdurchfluteten früheren Zeichensaal der Bauschule untergebracht. 14 Menschen können dort wochentags von morgens bis abends betreut werden, schildern Pflegedienstleiterin Claudia Burkowski und Fachbereichsleiterin Heike Hansen. Die Menschen, die tageweise oder täglich Unterstützung benötigen, werden mit dem Bus geholt und gebracht, erhalten Frühstück, Mittagessen und Nachmittagskaffee, es wird gespielt, gebastelt oder gesungen, wer möchte, kann sich auch zurückziehen oder auf die Terrasse gehen. Damit unterhält St. Martin neben der Margarethe-Kruse-Straße mit 12 Personen eine zweite Tagespflegeeinrichtung in Eckernförde. „Wenn es gut läuft, könnten wir uns auch eine Wochenendbetreuung vorstellen“, sagt Heike Hansen. Einen Gang weiter befindet sich die zentrale Station des ambulanten Pflegedienstes. Dort erhalten neben den GWU-Mietern auch pflegebedürftige Menschen in der Region rund um Eckernförde bedarfsgerechte Service- und Pflegeleistungen aus einer Hand.

Die Treppe hinauf, aber von außen auch mit einem Aufzug barrierefrei erreichbar, befindet sich die in Eckernförde bisher einzigartige ambulante Pflegewohngemeinschaft. Zwölf Apartments mit Küche, Bad, Wohn- und Schlafraum sind rund um die frühere Blaue Halle angelegt, mittendrin befinden sich drei Stationen für Wäsche, Lagerung und Büro. Die Bewohner mieten ihre Wohnung beim GWU für 5,20 oder 9 Euro pro Quadratmeter (sozial gefördert oder frei finanziert) und zahlen für das Pflegepaket monatlich rund 1000 Euro. Je nach Pflegegrad übernimmt die Pflegeversicherung einen Teil der Kosten. „Die Mieter sind Herr im Haus, wir sind hier nur zu Gast“, sagt Fachbereichsleiterin Heike Hansen. Die Pflegewohngemeinschaft hat auch bei der Vergabe frei werdender Wohnungen ein entscheidendes Mitspracherecht. Gedacht ist das Angebot für Menschen, die ihren Haushalt noch eigenständig führen und ein Umfeld suchen, das ihnen mit Blick auf die Zukunft Sicherheit bietet, sowie für Menschen, die bereits hilfe- oder pflegebedürftig sind und eine Alternative zum Pflegeheim suchen. „Wir sind uns sicher, dass wir mit diesem umfassenden Angebot die steigende Nachfrage nach alters- und bedarfsgerechtem Wohnen bedienen und für unsere Mitglieder auf diesem Weg ein neues und lebenswertes Umfeld schaffen.“

Östlich des H-Gebäudes entsteht ab Herbst dieses Jahres ein reines Wohnviertel mit 91 sozial geförderten und frei finanzierten Mietwohnungen für alle Bevölkerungsgruppen und Wohnformen. Alle Wohnungen verfügen über Balkon oder Terrasse und einen barrierefreien Zugang, es gibt eine große Tiefgarage und oberirdische Stellplätze . Die ersten Wohnungen sollen Ende 2018 bezugsfertig sein. Die Wohnungsnachfrage sei bereits jetzt sehr groß, sagt GWU-Chef Seliger.

Das GWU, das den Campus 2011 für 1,3 Millionen Euro gekauft hat, investiert 11,9 Millionen Euro in den Umbau und die Sanierung des Hauptgebäudes und weitere 19 Millionen in den Bau der 91 Wohnungen.

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