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Gestaltungsbeirat : Modernes Wohnen an belebter Straße

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

In der Rendsburger Straße entstehen gleich mehrere neue Wohnhäuser. Viel Lob für den Wohnhaus-Entwurf neben dem Hochhaus.

von
erstellt am 16.Dez.2016 | 06:47 Uhr

Eckernförde | Eckernförde Nun ist die Katze aus dem Sack, das Bahnhofsareal hat erste Konturen bekommen (siehe unsere gestrige Ausgabe). Die  Studie aus dem Hause Sunder-Plassmann aus Kappeln hat den interessierten Beobachtern gezeigt, in welche Richtung sich die lang gestreckte Planungsfläche zwischen Lornsenplatz und Schulweg entwickeln könnte. Noch ist es eine fiktive Grobplanung, die sich jetzt in der einsetzenden öffentlichen Debatte bewähren  muss. Der Bebauungsplan ist in Arbeit, das ist es dann aber auch schon: Es gibt derzeit weder konkrete Bauabsichten noch Investoren, auch wenn sich das im Laufe der nächsten Monate ändern könnte.

Rund um den Bahnhof soll – wie gestern berichtet – in Längsachse all das in konzentrierter Form entstehen, was Politik und Verwaltung derzeit auf ihrer Agenda haben: innerstädtisches Wohnen,  Parken, Gewerbe und Kino mitsamt eines neuen Bahnhofsgebäudes, einer Fahrradstation und einem auf die westliche Seite der Bahnstrecke an den Grünen Weg verlegten ZOB, der über die B 76 angefahren werden soll. Dort befindet sich auch ein mehrgeschossiges Parkhaus für 450 Pkw. Insgesamt sollen rund um den Bahnhof 1229 Parkplätze entstehen, wobei noch vollkommen offen ist, ob sie gebührenfrei oder -pflichtig sind. Derzeit gibt es dort 780 gebührenfreie Parkplätze.  Die Stadt müsse entscheiden, ob sie ein maximal ausgereiztes Parkraumkonzept oder stattdessen  mehr Wohnraum generieren wolle. „Sollen wir perfekt in Eckernförde parken können, oder wollen wir zugunsten der Lebendigkeit lieber auf 100 Parkplätze verzichten?“ In diese Richtung argumentierte auch Beiratsmitglied Fredo Wiescholek. „Mit so einer City-Lage dörflich umzugehen, wäre ein Fehler. Da sollte ein Stück Stadt entstehen.“

Helmut Riemann, Architekt aus Lübeck und Vorsitzender des Gestaltungsbeirats, erkannte in  der Studie „ein Konzept mit großer Tiefe“, das den Politikern eine „hervorragende Entscheidungsgrundlage“ biete. Georg Bicker (CDU) vermisste vom Beirat eine kritische Würdigung der Studie und eine Höhenempfehlung. „Die Gebäude in der Reeperbahn werden völlig erdrückt, und die hohen Baukörper an der Bahnstrecke  sind sehr schwer vorstellbar.“ „Ein Erdrücken der Reeperbahn können wir nicht erkennen“, antwortete Riemann. Man habe das Gebäude der Volkshochschule als Maßstab genommen, und diese Höhe werde nicht überschritten, betonte sein Beiratskollege Teja Trüper. In der südlichen Reeperbahn sei der Neubau die „Referenzhöhe“. „Ich bin sehr erstaunt, dass von Ihnen kein Schrei des Entsetzens zu hören ist“, blieb Bicker bei seiner Einschätzung. Allein für die Verlegung des ZOB   werde man „schnell mal 12 Millionen Euro los“. Für eine Stadt wie Eckernförde sei so ein Projekt „ein paar Nummern zu groß“. Bicker forderte den Beirat in dieser Frage zur Unterstützung der Kommunalpolitik auf – holte sich aber eine Abfuhr. Für den Beirat, der die städtebauliche Entwicklung und Gestaltung im Blick habe, „sind die Kosten kein Thema“, sagte Riemann. „Wir tragen das Konzept grundsätzlich mit.“ 

Matthias Huber (Bürger-Forum) vermisste die Stadthalle mit Bücherei und Kino im Planungsgebiet. „Das ist ein neues Thema“, sagte Riemann, und sei nicht Bestandteil der Planung.    Beiratsmitglied Reiner Steffens  brach eine Lanze für den jetzigen Standort der Stadthalle: „Die Stadthalle passt wunderbar an diesen Ort.“Der Meeresblick sei eine Qualität, die alle Besucher kennenlernten.

Eine Sprecherin von Markant bezeichnete die Kinopläne wegen der geringen Grundfläche und der erwartbaren Höhe mit Läden, Parkebene und Kinosälen  von 25 Metern  als „gefühlt unrealistisch und nicht machbar“. Markant beabsichtigt, einen Markt mit Kino auf dem Gelände des Skaterparks im Schulweg zu bauen. Der Geschäftsführer der mit Markant arbeitenden Kino-Gruppe K-Motion, Christof Gläser, warnte erneut davor, „dass man in Eckernförde viele Jahre verschwendet, ohne ein Kino zu bekommen“. Architekt Sunder-Plassmann revidierte die Höhenangabe: 4 Meter für den Einzelhandel, 3 Meter für das Parken und 9 bis 12 Meter für Kinosäle hätten eine Gebäudehöhe von 16 bis 19 Metern zur Folge. Gernot Kühl

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