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Großprojekt in Louisenlund : Modernes Lernzentrum an der Schlei

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Gübyer Gemeindevertretung stellt Weichen für Erweiterungspläne Louisenlunds / Stiftung soll Vorreiter für E-Mobilität werden

von
erstellt am 05.Apr.2017 | 06:03 Uhr

Louisenlund | Mit der Aussage „Wir stehen zu Louisenlund“, eröffnete der stellvertretende Gübyer Bürgermeister, Peter Thordsen, die Gemeinderatssitzung am Montagabend im Gobelinsaal der Stiftung. An der Gemeinde solle es also nicht scheitern, wenn die Internatsstiftung ihr erklärtes Ziel, zu wachsen, erreichen möchte. Einstimmig votierten die Fraktionen anschließend auch für die Änderung des Flächennutzungsplanes sowie die vorhabenenbezogenen Bebauungspläne und stellten somit die Weichen für das wohl umfangreichste Bauprojekt dieser Region. Konkret wurde es auf der Sitzung aber noch nicht. Vielmehr ginge es bei diesem ersten Schritt darum, die gesamte Fläche der Stiftung zu überplanen und den F-Plan an die neuen Gegebenheiten, insbesondere vor dem Hintegrund der sensiblen Lage anzupassen, erläuterte Bauamtsleiter Norbert Jordan.

20 bis 30 Millionen Euro sollen in die Erweiterung gesteckt werden. „Wenn wir nicht wachsen, droht der Schule in fünf Jahren das Aus“, sagte Schulleiter Dr. Peter Rösner schon vor einigen Wochen in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Zu hoch seien die Fixkosten. Selbst bei der aktuellen Vollauslastung von mehr als 350 Schülern deckten die Einnahmen nicht die Ausgaben. Da sind zum einen die historischen Gebäude, die instand gehalten werden müssen. Entsprechend hoch sind auch die Energiekosten in den Häusern. Zudem gönne sich die Stiftung mit dem Internationalen Abitur (IB) zwei Oberstufen. „Wir brauchen 600 Schüler“, fordert daher Rösner, davon rund 400 im Internat, damit die Elternbeiträge den Schulbetrieb sichern und die Infrastruktur besser ausgelastet wird. Realisieren soll dieses Projekt Lennart Beier, von der Stabsstelle Bau der Stiftung. „2020 sollen die neuen Gebäude stehen“, sagte er nach Ende der Sitzung auf Nachfrage der EZ. Geplant sei, dass zwischen dem Kavaliershaus und der Försterei ein Lernzentrum für die Oberstufe, sprich neue Unterrichts- sowie Fachräume, entstehen. Auch müssen 100 zusätzliche Betten geschaffen werden. Auf dem Hofgelände haben bereits die Arbeiten an der Scheune begonnen. Die Schülerunterkünfte für die Unterstufe werden dort modernisiert. Die Remise, in der derzeit die Grundschüler ihre Forscherwelt haben, soll abgerissen und bis zum Schuljahr 2018/2019 neu gebaut werden. „Durch die zusätzlichen Schulgelder soll dann auch der Freimaurerpark wieder hergerichtet werden“, so Beier. In der Dorfstraße 5 in Güby konnte die Stiftung ein Grundstück erwerben (wir berichteten). Dort, so die Planung, soll Wohnraum für Lehrer entstehen, aber auch Unterkünfte für Gäste.

Wichtiger Teil der Erweiterungspläne ist ein Quartierskonzept zur energetischen Sanierung des Bereiches Louisenlund-Ahrensberg. Das beinhaltet vor allem eine „zukunftsweisende Verkehrsplanung“, denn mehr Schüler und Lehrer sowie eine attraktive Parkanlage bedeuten auch mehr Fahrzeuge und die sollen möglichst innerhalb des Internatsgeländes reduziert und Alternativen angeboten werden. Gerade die Verkehrsanbindung erfolge in engem Austausch mit den umliegenden Gemeinden, versicherte Beier. Dr. Peter Rösner sorgte dann mit seiner Zukunftsvision für große Augen bei Gemeinderat und Gästen. Der Schulleiter sieht die Gemeinde Güby durchaus als Vorreiter für Elektro-Mobilität und sogar für das Projekt „autonomes Fahren im ländlichen Raum“. „Kleinbusse, die ohne Fahrer unterwegs“, brachte es Rösner auf den Punkt. Beier bestätigte, dass Schleswig-Holstein plane, Modellregion für dieses Konzept zu werden. Der moderne und innovative Standort Louisenlund sei geradezu dafür prädestiniert, eine Lösung für den Nahverkehr im ländlichen Raum zu bieten. Ein Schülerprojekt befasse sich bereits schon mit der Aufstellung von Ladesäulen.

Außerdem gehöre zu dem Quartierskonzept die Modernisierung des Gebäudesbestands. „Die rund 35 Gebäude haben alle unterschiedliche energetische Standards“, so Beier. Das müsse angepackt werden. Der Hof werde schon von der benachbarten Biogasanlage versorgt. Eine Erweiterung des Nahwärmenetzes wäre ebenso denkbar wie die Versorgung über Wärmepumpen. Ziel soll es sein, möglichst viel Energie und CO2 einzusparen. Mobilität, Energie und Sanierung sind die drei Pfeiler dieses Konzeptes, das rund 60  000 Euro kosten soll. Gefördert wird dieses von der KfW-Bank, die 65 Prozent der Kosten übernimmt, weitere 20 Prozent kommen vom Land. Eine Lenkungsgruppe mit Gemeindevertretern, der Stiftung sowie Planern soll das Konzept erstellen.

 


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