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Willers-Jessen-Schule : Moderner Brandschutz muss sein

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Willers-Jessen-Schule wird saniert, erhält eine moderne Meldeanlagen und Brandschutztüren. Außerdem wird Schwamm an den Mauern beseitigt.

shz.de von
erstellt am 01.Jul.2017 | 05:49 Uhr

Eckernförde | Das 125 Jahre alte Gebäude in der Kieler Straße ist ein echtes Schmuckstück der Stadt. 121 Jahre wurden dort Kinder unterrichtet, im Sommer 2013 verließen die letzten Schüler die Willers-Jessen-Schule – der Unterrichtsbetrieb wurde dort für immer eingestellt. Seit fast vier Jahren steht das Gebäude größtenteils leer. Eine endgültige neue Nutzung steht noch nicht fest. Ideen gab es in der Zeit mehrere: von der Einrichtung eines Kulturzentrums über die Unterbringung der städtischen Kindertagesstätte am Jungfernstieg und der Eckernförde Touristik  &   Marketing GmbH (ETMG). In einem Nachnutzungskonzept hat sich die Ratsversammlung vor drei Jahren dafür ausgesprochen. „Doch die vergleichsweisen hohen Umsetzungskosten von 6,15 Millionen Euro haben dieses Projekt im Zuge der Haushaltskonsolidierung zurückgesetzt“, sagte Bürgermeister Jörg Sibbel am Mittwoch in der Sitzung des Bauausschusses und erklärte zum Vergleich, dass die Stadt in den vergangenen 15 Jahren rund 9 Millionen an Investitionen getätigt habe. Damit sei die Willers-Jessen-Schule in der Prioritätenliste auf Platz drei gerückt. Geblieben sind der Tanzclub Eckernförde (TCE), der im Obergeschoss einen Raum für Übungszwecke nutzt und der Sprachenunterricht für Flüchtlinge.

Trotzdem muss das historische Gebäude unterhalten werden. „Es handelt sich um eine nutzungsneutrale Sanierung“, sagte Bürgermeister Sibbel. Zurzeit sind Handwerker unterwegs. Der Schwammbefall einiger Mauern wird beseitigt und der Brandschutz modernisiert. Die Kosten für die Schwammbeseitigung belaufen sich auf 160  000 Euro, für die Modernisierung des Brandschutzes auf 228  000 Euro. In der Bauausschusssitzung am Mittwoch informierte Gregor Sunder-Plassmann vom Büro Sunder-Plassmann aus Kappeln die Ausschussmitglieder über den Fortgang der Sanierungsarbeiten.

Hinsichtlich des Brandschutzes wurden im Keller Durchbrüche geschlossen und im Erdgeschoss die Brandmeldeanlagen ertüchtigt. Im ersten Stock wird von den Mauern der Putz entfernt, um den Schwamm beseitigen zu können. Im Dachgeschoss müssen Wände erneuert werden. Schwamm befindet sich auch unter dem Parkett des Tanzsaales des TCE, so dass dieses aufgenommen werden und wieder neu verlegt werden muss.Noch bis September sollen die Arbeiten andauern.

Im Zuge der großen Flüchtlingswelle hatte die Ordnungsbehörde im Oktober 2015 die Willers-Jessen-Schule als „ein Überlaufventil“ für die Unterbringung von Asylbewerbern angeordnet. Diese Anordnung gilt noch, ist bis jetzt aber noch nicht erforderlich gewesen. „Wir wissen aber nicht, was noch kommt“, sagte Bürgermeister Sibbel auf Nachfrage.

Neubau oder Sanierung der Sporthalle der Fritz-Reuter-Schule am Saxtorfer Weg – diese Frage behandelt die Machbarkeitsstudie des LPP-Architekturbüros Jens Lassen und des KAplus-Ingenieurbüros Sören Vollert, die am Mittwoch im Bauausschuss vorgestellt wurde. Zwar sei die Halle, die 1974 errichtet wurde und die von der Schule und Vereinen stark frequentiert wird, „sehr kompakt und gebrauchsfähig“, erklärte Jens Lassen, „aber kleinere Reparaturen seien nicht sinnvoll, da der Sanierungsstau zu groß sei. Bei einer „Gebrauchssanierung“ werden unter anderem der Duschtrakt, die Fenster und die Fassade (Einkleidung mit einem Sandwich Panel) komplett erneuert, das Dach bekommt eine Mineraldämmung.   

In Bezug auf die Energiekosten (Heizung und Strom) erwartet Ingenieur Sören Vollert bei einer Sanierung ein Einsparpotenzial von rund 50 Prozent der aktuellen Kosten (75  000 Euro pro Jahr). Ziel der Sanierung ist das Erreichen eines niedrigen Energieverbrauchs, eine gute Nutzung des Tageslichts, das Herstellen einer guten Belüftung und die Begrenzung der Kosten. Ausgelegt auf eine Lebensdauer von 50 Jahren, kostet eine Teilsanierung 1,7 Millionen Euro, eine Vollsanierung 3,5 Millionen Euro und ein Neubau 4,3 Millionen Euro. Lassen und Vollert empfahlen dem Bauausschuss eine Vollsanierung, für die es von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Zuschüsse in Höhe von 330  000 Euro gebe.

Alle Bushaltestellen in Eckernförde sollen in absehbarer Zeit barrierrefrei umgebaut werden, so dass auch Rollstuhlfahrern, Menschen mit Handicap, älteren Mitbürgern mit Rollator oder Eltern mit Kinderwagen ein Einsteigen in den Bus erleichtert wird. Zurzeit sind bereits über die Hälfte der Bushaltestellen (55 Prozent) barrierefrei gestaltet, die übrigen sind nur bedingt oder nicht barrierefrei. Gemäß Personenbeförderungsgesetz ist die Verwaltung verpflichtet, bis zum 1. Januar2022 eine vollständige Barrierefreiheit für die Nutzung des öffentlichen Personennaheverkehrs herzustellen.

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